Die RCT Stromspeicher sind platzsparend und lassen sich dank des modularen Konzepts individuell anpassen.

Die RCT Stromspeicher sind platzsparend und lassen sich dank des modularen Konzepts individuell anpassen.

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Stromspeicher: Den PV-Strom zu jeder Zeit nutzen

Von 2015 an hat sich der gesamte Markt fĂŒr Photovoltaikanlagen rasant entwickelt. Durch Stromspeicher hat man deutlich mehr FlexibilitĂ€t bei der Nutzung des Stroms, so Dr. Eric RĂŒland im Interview.

Dr. Eric Rüland ist Geschäftsführer bei RCT, einem führenden Hersteller von Stromspeichersystemen, die in Kombination mit Photovoltaikanlagen eingesetzt werden. Im Interview spricht er über die Vorteile eines Stromspeichers für Eigenheimbesitzer und Gewerbetreibende und warum sich eine Investition lohnt.

DHB: Herr Dr. Rüland, RCT Power ist ein Unternehmen, das Stromspeicher herstellt. Wodurch zeichnet sich das Unternehmen aus?
Rüland
: Die RCT Power wurde 2015 in Konstanz am Bodensee mit dem Ziel gegründet, die Batteriespeichertechnologie in Verbindung mit Solarstrom weiterzuentwickeln. Die RCT-Power Experten für diese Hochvolt-Technologie kamen aus der damaligen Solarfirma Sunways. Von Anfang an lag hier der Fokus auf einem Thema, das damals noch überhaupt nicht im Trend lag: Stromspeichersysteme. Ziel war es, diese möglichst einfach auch für das Handwerk einzusetzen. Das ist uns gelungen durch ein modulares Konzept. Wir waren mit die ersten, die es ermöglicht haben, die Speicher so modular aufzubauen, dass auch eine Einzelperson diese problemlos installieren kann. Ein solcher Speicherblock hat dann um die 25 Kilogramm. Damit hat man dann 1,9 Kilowattstunden pro Block, ein Turm aus mehreren Modulen lässt sich zu einer Gesamtenergie von 11,5 Kilowattstunden zusammenstellen. 

DHB: Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher stehen derzeit hoch im Kurs. Wie hat sich die Nachfrage bei Ihnen in den vergangenen Jahren entwickelt?
Rüland
: Von 2015 an hat sich der gesamte Markt rasant entwickelt. RCT hat dabei eine stetige Entwicklung genommen. Alleine von den Umsatzzahlen sind wir im letzten Jahr auf über 50 Millionen gestiegen. Wir werden in diesem Jahr deutlich über 20.000 Systeme liefern, größtenteils in Deutschland, und rechnen mit einer weiteren Verdreifachung unserer Produktion. Die Nachfrage nach Systemen war in den letzten 1,5 Jahren so hoch, dass wir mit der Produktions­kapazität kaum hinterhergekommen sind. Inzwischen sind wir aber wieder normal lieferfähig und können innerhalb von ein bis zwei Wochen die Ware liefern.

DHB: Wenn die Sonnenerträge optimal genutzt werden sollen, kommen Stromspeicher ins Spiel. Was leisten die Speicher?
Rüland:
Durch Stromspeicher kann ich persönlich meinen erzeugten Strom zu jeder Zeit nutzen, und nicht nur mittags, wenn die Sonne gerade scheint. Ich kann den Zeitpunkt dann auch auf die Abend- oder Nachtstunden verschieben und habe dadurch deutlich mehr Flexibilität. Zusätzlich habe ich die Möglichkeit des Ersatzstroms bei einem Netzausfall. Das heißt, ein Notstromaggregat benötige ich nicht mehr, denn der Speicher schaltet sich automatisch bei einem Ausfall auf. 

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Kunden sollten beim Kauf vor allem auf Qualität achten. Dr. Eric Rüland, Geschäftsführer bei RCT Power. Foto: © RCT PowerKunden sollten beim Kauf vor allem auf Qualität achten. Dr. Eric Rüland, Geschäftsführer bei RCT Power. Foto: © RCT Power

DHB: Für wen machen Energiespeicher Sinn?
Rüland
: Stromspeicher machen für alle Sinn, die den Strom selbst nutzen und nicht einspeisen möchten. In der Hauptsache sind dies Nutzer von Solaranlagen. Zusätzlich ist ein Energiespeicher für alle interessant, die ihren Strombedarf selbst regeln möchten. Wir haben immer mehr Stromtarife, die gebunden sind an spezifische Zeiten. Wenn ich Strommanagement machen möchte, ist ein Speicher ideal. In der Vergangenheit bekam man eine attraktive Summe Geld dafür, wenn man seinen auf dem Dach erzeugten Strom einspeiste. Das hat sich jedoch immer weiter deutlich nach unten bis aktuell circa 8,5 Cent pro Kilowattstunde entwickelt. Durch einen Stromspeicher kann ich auf das Stromeinspeisen verzichten und habe dafür auf der anderen Seite ein Plus durch den selbsterzeugten Strom. Für jede Kilowattstunde, die ich aus dem Energiespeicher ziehe und für den ich sonst je nach Stromtarif zwischen 30 und 35 Cent gezahlt hätte. Das ist ein klarer wirtschaftlicher Vorteil. Als Gewerbetreibender kann ich zudem Spitzenlast über einen Stromspeicher beziehen und muss diese dann nicht mehr extra zahlen. Wenn ich einen zu hohen Strombezug habe, schaltet er sich dazu und kappt die Spitze. Man nennt das "Peakshaving". 

DHB: Wie lange dauert es, bis der Invest für einen Stromspeicher abgezahlt ist?
Rüland
: Das hängt immer vom aktuellen Strompreis ab, der Schwankungen unterworfen ist. Bei einer Rechnung mit den aktuellen Preisen pro Kilo­wattstunde aktuell 30 Cent pro Kilowattstunde für einen Einfamilienhausbesitzer rechnet sich ein Stromspeicher nach circa sechs Jahren. Natürlich kaufe ich mir aber auch Preisstabilität ein. Denn dass der Strompreis langfristig sinkt, ist eher unwahrscheinlich. Bei einem Gewerbestromspeicher oder Industriespeicher wären wir bei einem Strompreis von 25 Cent schon unter vier Jahren. Das wiederum auch mit der Maßgabe, dass ich hier nicht mit Zins und Zinseszins gerechnet habe. Also eine Investi­tion, der sich in sehr absehbarer Zeit rechnet.

DHB: Worauf sollten Kunden achten?
Rüland
: Kunden sollten beim Kauf vor allem auf Qualität achten. Wir sind mehrere Jahre in Folge für die Qualität unserer Produkte ausgezeichnet worden. Für RCT standen Einfachheit und Effizienz immer im Vordergrund. Seit sechs Jahren testet die Hochschule für Technik in Berlin die Gesamtperformance von Stromspeichern. Hier sind wir regelmäßig unter den ersten Plätzen gewesen. In diesem Jahr haben wir sogar einen Doppelsieg mit dem kleineren und dem größeren Gerät erzielt.  Das ist insofern entscheidend, als die sogenannte Performance darüber entscheidet, was von dem selbsterzeugten Strom schließlich in der Steckdose oder Wallbox ankommt. Wir liegen bei 96,4 Prozent Gesamtperformance, das heißt nur noch 3,6 Prozent vom Solarstrom gehen bei den Lade- und Entladeprozessen und Umwandlungen verloren. Wettbewerbsgeräte sind hier beim doppelten oder sogar dreifachen Verlust. Das wirkt sich am Ende auf die Wirtschaftlichkeit aus. Auch die Technologie, die eingesetzt wird, ist wichtig. Bei Lithium-Akkus gibt es wesentliche Unterschiede. Wir haben von Anfang an auf LFP (Lithium-Ferrum-Phosphat) gesetzt, deren entscheidender Vorteil in der höheren Zyklenzahl liegt. In der Regel hat man bei stationären Speichern einen Ladezyklus pro Tag, das heißt ich lade mittags auf und am Abend entlade ich wieder. Wir haben bei unseren Speichern Zyklen, die liegen bei deutlich über 5.000, das heißt die Lebensdauer erhöht sich. Auch ist die Brandgefahr bei dieser Technologie deutlich niedriger. Ein drittes ökologisches Argument für diese Technologie gegenüber herkömmlichen Batterien ist, dass dort kein Kobalt und Mangan eingesetzt werden, also seltene Elemente, die zudem unter zuweilen fragwürdigen Bedingungen abgebaut werden. 

DHB: Wie schätzen Sie die Marktentwicklung und die technologische Entwicklung in der Zukunft ein?
Rüland
: Wir sind mit der heutigen Entwicklung schon sehr weit. Wenn man sieht, wie klein unser heutiger 11,5-Kilowatt-Turm als Heimspeicher ist, dann ist die Effizienz schon sehr hoch. Klar wird daran gearbeitet, die Speicher noch kompakter und effizienter zu machen. Es geht in Richtung noch mehr Zyklen mit kleineren und kompakteren Speichern. Das ist jedoch kein Grund, bei Investitionen zu zögern. Der Zeitpunkt der Liebhaberei ist komplett vorbei. Früher war es hauptsächlich verbunden mit Emotionen und dem Gedanken "Ich will meinen eigenen Strom produzieren". Heute ist es vor allem die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.

Das Interview führte Claudia Stemick.

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Text: / handwerksblatt.de

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