Ausbildungsbotschafter und Ausbildungsbotschafterinnen bekommen eine Urkunde der Handwerkskammer. Hier ein Archivfoto. (Foto: © HWK Trier)

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Wie Ausbildungsbotschafter Schüler für ihre Berufe begeistern

Betriebsführung

Wenn Auszubildende in Schulen von ihrem Beruf erzählen, kann das den Blick auf die Berufe verändern. Vor allem Schülerinnen haben danach mehr Interesse an technischen Berufen, das zeigt eine aktuelle BIBB-Studie.

Ausbildungsbotschafter und -botschafterinnen gehen auf Schulveranstaltungen und stellen vor Schulklassen ihre Berufe vor. Sie erzählen von ihrem Ausbildungsalltag und beantworten die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Jetzt ist wissenschaftlich untermauert, wie wichtig sie für die duale Berufsausbildung sind. Die Botschafter können den Blick bei den Jugendlichen – vor allem bei Schülerinnen – auf Ausbildungsberufe positiv verändern. Das zeigen aktuelle Ergebnisse einer gemeinsamen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Technischen Universität (TU) Darmstadt.

Vor allem Schülerinnen wissen nach den Besuchen der Azubis mehr über MINT-Ausbildungsberufe und ziehen diese Berufe eher für sich in Betracht. Untersucht wurden allgemeinbildende Schulen ab der neunten Jahrgangsstufe. 

Hintergrund ist unter anderem der Fachkräftemangel in technischen und IT-Berufen. Hier sind junge Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert.

Wer Ausbildungsbotschafter werden möchte, kann sich bei den Handwerkskammern melden. Hier ein Video der Handwerkskammer der Pfalz:

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Altersnah und auf Augenhöhe

Die Studie hat reale Begegnungen mit Auszubildenden in Klassen untersucht. Diese berichten den Jugendlichen altersnah und auf Augenhöhe aus ihrem Ausbildungsalltag. Schülerinnen gaben nach dem Besuch häufiger an, mehr über die vorgestellten MINT-Ausbildungsberufe zu wissen.

Sie konnten sich danach eher vorstellen, eine Ausbildung oder spätere Tätigkeit in diesen Berufen aufzunehmen. Bei Schülern wies die Studie keine entsprechenden Veränderungen nach.

In der Studie stellten überwiegend männliche Ausbildungsbotschafter ihren MINT-Ausbildungsberuf vor. Die Ergebnisse deuten laut BIBB darauf hin, dass auch männliche Ausbildungsbotschafter dazu beitragen können, dass Schülerinnen MINT-Berufe stärker in Betracht ziehen.

Bisher war man davon ausgegangen, dass Mädchen in technischen Berufen vor allem weibliche Vorbilder benötigen, um sich angesprochen zu fühlen. "Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig persönliche Einblicke in die berufliche Praxis für eine fundierte berufliche Orientierung sind", betont BIBB-Forschungsdirektor Prof. Hubert Ertl.

"Ausbildungsbotschafterinnen und Ausbildungsbotschafter vermitteln nicht nur Informationen über Berufe. Sie machen Ausbildung konkret und praxisnah erfahrbar und können jungen Menschen neue berufliche Möglichkeiten eröffnen. Das ist besonders dort relevant, wo stereotype Vorstellungen die Berufswahl noch immer einengen."

Die Studie zeigt aber auch die Grenzen des Ansatzes auf. Zwar erhöhten die Schulbesuche das Wissen über MINT-Ausbildungsberufe und stärkten bei Schülerinnen die Bereitschaft, diese Berufe in Betracht zu ziehen. Die berufsspezifische Selbstwirksamkeit, also die Einschätzung, eine Ausbildung in einem solchen Beruf erfolgreich bewältigen zu können, veränderte sich dagegen nicht. Hier bestehe weiterer Handlungsbedarf. 

Quelle: BIBB 

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Text: / handwerksblatt.de

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