Elektroniker, aber auch Dachdecker, SHK-Anlagenmechaniker, Zimmerer und WKS-Isolierer sind an der energetischen Sanierung des privaten Gebäudebestands beteiligt. Wo der Nachwuchs in diesen Handwerksberufen fehlt, könnte die Klimawende in Zukunft ins Stocken geraten. (Foto: © ArGe Medien im ZVEH)

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Wo fehlende Auszubildende die Energiewende gefährden könnten

Handwerkspolitik

Im Rahmen einer Untersuchung, wie die Klimahandwerke die Energiewende umsetzen können, wurde auch die Ausbildungssituation beleuchtet. In sieben Kammerbezirken ist die Lage demnach kritisch.

Eine aktuelle Studie von Jungheinrich Profishop, einem Versandhändler für Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Gewerbe, geht der Frage nach, ob das Handwerk die Nachfrage von Privathaushalten nach energetischen Sanierungen in Zukunft bedienen kann. Dabei wurde auch analysiert, in welchen Regionen der Nachwuchs fehlt und wo künftig ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen dürften. 

In die Untersuchung floss die Gesamtzahl der Auszubildenden in den fünf Klimahandwerken Dachdecker, Elektroniker, SHK-Anlagenmechaniker, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer sowie Zimmerer aus 37 Handwerkskammerbezirken ein, die verwertbare Daten geliefert haben. Diese wurden ins Verhältnis zur regionalen Nachfrage nach Handwerkerleistungen und dem aktuell bestehenden Fachkräfteangebot gesetzt.

Langfristig ausgewogen

In zahlreichen Regionen deckt sich das Ausbildungsniveau gut mit der regionalen Nachfrage, sodass sich die aktuell ausgewogene Versorgung auch langfristig halten dürfte. Dies gilt für sieben Handwerkskammerbezirke in sieben Bundesländern: HWK Koblenz (Rheinland-Pfalz), HWK Wiesbaden (Hessen), HWK Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), HWK Frankfurt/Oder (Brandenburg), HWK Südthüringen (Thüringen), HWK des Saarlandes (Saarland) und HWK für München und Oberbayern (Bayern).

Hier geht es aufwärts

Bei 15 Handwerkskammerbezirken in sieben Bundesländern besteht derzeit noch ein Versorgungsengpass, aber die Auszubildendenzahlen machen Mut und dürften dafür sorgen, dass sich die Lage dort entspannt. Zu den Positivbeispielen rechnet die Studie die HWK Flensburg (Schleswig-Holstein), HWK Freiburg, HWK Reutlingen, HWK Konstanz, HWK Ulm (alle Baden-Württemberg), HWK Oldenburg (Niedersachsen), HWK Schwaben, HWK Niederbayern-Oberpfalz, HWK für Unterfranken (alle Bayern), HWK Münster, HWK Dortmund, HWK zu Köln, HWK Aachen (alle Nordrhein-Westfalen), HWK Kassel (Hessen) und HWK Rheinhessen (Rheinland-Pfalz).

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Mehr Fachkräfte als Nachfrage

In fünf Handwerkskammerbezirken in fünf Bundesländern besteht ein Angebotsüberschuss an bereits ausgebildeten Fachkräften im Verhältnis zur Nachfrage nach Handwerkerleistungen für energetische Erneuerungen. Auf dem Gebiet der HWK Lübeck (Schleswig-Holstein) dürfte er bestehen bleiben, lautet die Prognose der Studienverfasser. Im Bezirk der HWK Bremen (Bremen), HWK Hamburg (Hamburg), HWK Berlin (Berlin) und HWK Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) könnte sich der Angebotsüberschuss langfristig abbauen.  

Am Wendepunkt

Handwerkskammerbezirke, die heute noch gut versorgt sind, sind laut der Studie nicht automatisch auch gut für die Zukunft gerüstet. "Aktuell ausgewogen, aber Nachwuchs schwach" lautet die Prognose für drei Handwerkskammerbezirke in zwei Bundesländern: HWK Erfurt, HWK für Ostthüringen (beide Thüringen) und HWK Magdeburg (Sachsen-Anhalt). Sollten sich nicht mehr Auszubildende finden, könnte hier künftig eine Unterversorgung entstehen.

Kritische Lage

"Besonders kritisch ist die Situation dort, wo eine bereits heute hohe Nachfrage nach Handwerksleistungen auf eine schwache Ausbildungssituation trifft", heißt es in der Pressemitteilung von Jungheinrich Profishop. Dies gilt für sieben Handwerkskammerbezirke in drei Bundesländern: HWK für Mittelfranken, HWK Oberfranken (beide Bayern), HWK Mannheim Rhein-Neckar Odenwald, HWK Region Stuttgart, HWK Heilbronn-Franken, HWK Karlsruhe (alle Baden-Württemberg) und HWK Hildesheim-Südniedersachsen (Niedersachsen). Werden Ausbildungsstellen in den Klimahandwerken nicht besetzt, könne dies die Wartezeiten für private Haushalte weiter verlängern. 

Fazit der Studie

"Die Energiewende im Privathaushalt dürfte nicht flächendeckend am Handwerk scheitern. Aber sie könnte regional stocken. Und ob sich das ändert, hängt weniger von der Gesamtzahl der Fachkräfte ab als davon, ob sie dort ausgebildet werden und arbeiten, wo die Nachfrage am größten ist", so die Schlussfolgerung der Studienverfasser. 

Detaillierte Ergebnisse zum regionalen Versorgungs-Index, darunter eine Karte und Grafiken, sind auf der Studienseite zu finden.

Quelle: Jungheinrich Profishop
  

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Text: / handwerksblatt.de

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