Mit der Strategie will das Land bestehende Aktivitäten bündeln und gleichzeitig neue Reize setzen. Sie soll für Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen als Orientierung dienen, um nachhaltiges Wachstum und zukunftsfeste Jobs sicherzustellen.

Mit der Strategie will das Land bestehende Aktivitäten bündeln und gleichzeitig neue Reize setzen. Sie soll für Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen als Orientierung dienen, um nachhaltiges Wachstum und zukunftsfeste Jobs sicherzustellen. (Foto: © DHB/KI-generiert mit ChatGPT-5.2)

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Landesregierung veröffentlicht Kreislaufwirtschaftsstrategie

Handwerkspolitik

Die Kreislaufwirtschaftsstrategie der nordrhein-westfälischen Landesregierung setzt auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen, die möglichst lange genutzt werden können. Damit will sie NRW zum führenden Standort für zirkuläres Wirtschaften in Europa machen.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat ihre erste Kreislaufstrategie vorgestellt. Sie sei wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern und seine Resilienz zu erhöhen. Das Ziel: Produkte und Dienstleistung sollen so entwickelt werden, dass sie nachhaltiger und möglichst lange zu nutzen sind. Ihre Materialien sollen – auch durch Reparaturen – langfristig im Kreislauf erhalten bleiben. Die Landesregierung will NRW so als führenden Standort für zirkuläres Wirtschaften in Europa etablieren. 

Mit der Strategie will das Land bestehende Aktivitäten bündeln und gleichzeitig neue Reize setzen. Sie soll für Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen als Orientierung dienen, um nachhaltiges Wachstum und zukunftsfeste Jobs sicherzustellen. "Die Kreislaufwirtschaft erwirtschaftet bereits heute eine Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Milliarden Euro und sichert mehr als 240.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen – Tendenz steigend", erklärt die Landesregierung. Die Transformation hin zu zirkulären Wertschöpfungsstrukturen stärke die Resilienz der Wirtschaft, diversifiziere internationale Rohstoffquellen und fördere regionale Wertschöpfung.

Potenziale für die Wertschöpfung

Bundesweit könne sich die zirkuläre Bruttowertschöpfung bis 2045 von heute jährlich rund 60 Milliarden Euro auf bis zu 125 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, heißt es im Strategiepapier. Und weiter "Kumuliert entspricht dies einem zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von bis zu 880 Milliarden Euro. Gleichzeitig könnten durch Recycling und Wiederverwendung 20 bis 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzt, rund elf Millionen Tonnen zusätzlicher Emissionen an Treibhausgasen vermieden und die Kosten der Energiewende bis 2045 um fast 40 Milliarden Euro gesenkt werden."

Schwerpunkte der Strategie:

  • Zirkuläres Bauen: Förderung einer ressourcenschonenden Bauwirtschaft durch zirkuläre Planung, Sanierung, Wiederverwendung und hochwertiges Recycling von Baustoffen sowie den Ausbau digitaler Instrumente, regionaler Stoffkreisläufe und einer kreislaufgerechten öffentlichen Beschaffung.
  • Chemische Industrie und Kunststoffe: Transformation von fossilen zu zirkulären Kohlenstoffquellen durch verbessertes mechanisches und chemisches Recycling, den Einsatz biobasierter Rohstoffe, Carbon Capture and Utilization (CCU; Abscheidung, Transport und anschließende Nutzung von Kohlenstoff) sowie den Aufbau leistungsfähiger Rezyklatmärkte als Grundlage einer wettbewerbsfähigen Chemieindustrie.
  • Metalle: Ziel ist, hochwertige Stoffkreisläufe für Stahl, Aluminium und kritische Rohstoffe zu schließen, um einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffsicherung und zur Dekarbonisierung der Industrie zu leisten.
  • Maschinen- und Anlagenbau: Weiterentwicklung innovativer Maschinen und Anlagen, die die Herstellung zirkulärer Produkte, Wiederaufarbeitung gebrauchter Produkte (Remanufacturing) sowie effiziente Sortier- und Recyclingprozesse in anderen Branchen ermöglichen.
  • Elektrotechnik: Entwicklung langlebiger, reparierbarer und ressourceneffizienter Elektro- und Elektronikprodukte sowie Ausbau der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe und der Rücknahme-, Wiederverwendungs- und Reparaturstrukturen.
  • Circular Cities: Stärkung von Kommunen als urbane Innovationsräume, die durch Planung, öffentliche Beschaffung und Infrastrukturentwicklung wichtige Impulse für zirkuläre Geschäftsmodelle setzen.
  • Sekundärrohstoffe: Ausbau einer leistungsfähigen Sekundärrohstoffwirtschaft als zentrale Grundlage geschlossener Stoffkreisläufe.

Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie will NRW die Weichen für einen Wandel im Umgang mit Ressourcen stellen, während die übergeordnet zum Erreichen der Ziele der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie und der Europäischen Union beitragen soll. Gleichzeitig will das Land den Anteil zirkulär genutzter Materialien deutlich erhöhen. Beim Ausbau der Recyclingkapazitäten für kritische Rohstoffe will NRW mit seinen vielen Unternehmen in diesem Bereich zum Erreichen des europäischen Ziels beitragen, künftig mindestens 25 Prozent des Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch Recycling zu decken.

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Als strategische Handlungsfelder definiert die Landesregierung die Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe beim Kompetenzaufbau und der Umsetzung digital-zirkulärer Anwendungen. "Dazu sollen Beratungs-, Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote sowie branchenübergreifende Initiativen gestärkt werden." Die Landesregierung will "Kooperationen entlang von Wertschöpfungsnetzwerken" fördern ebenso wie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie Pilotprojekte zu digitalen Lösungen.

Handlungsfelder• Die Landesregierung wird Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unter- nehmen, beim Kompetenzaufbau und der Umsetzung digital-zirkulärer Anwendungen wie Digitalen Produktinformationssystemen und dem Digitalen Produktpass unterstützen. Dazu sollen Beratungs-, Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote sowie branchenübergreifende Initiativen gestärkt werden.
• Nordrhein-Westfalen strebt eine führende Rolle bei digital-zirkulären Anwendungen an. Hierfür sollen Kooperationen entlang von Wertschöpfungsnetzwerken, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie Pilotprojekte zu digitalen Lösungen und Datenökosystemen unterstützt werden. Start-/Scale-ups sowie Leitprojekte zum Digitalen Produktpass sollen gefördert wer- den, sofern die dafür notwendigen Haushaltsmittel zu Verfügung stehen. Auch der Aufbau eines Circular Economy Information Ecosystems soll unterstützt werden, um daten- und KI-basierte Anwendungen für eine Circular Economy voranzubringen.
• Die Landesregierung wird prüfen, wie die Verwaltungsdigitalisierung zur Optimierung von Genehmigungs- und Vollzugsprozessen weiterentwickelt werden kann.
• Nordrhein-Westfalen wird sich aktiv in nationale und europäische Entwicklungen zur digitalen Circular Economy einbringen. Dazu gehören die Mitwirkung an regulatorischen Rahmenbedingungen oder die Unterstützung von bundesweiten Initiativen, wie den geplanten Maßnahmen im Rahmen des Aktionsprogramms der Bundesregierung zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie.
• Für viele neue zirkuläre Geschäftsmodelle sind umfangreiche Daten erforderlich. Die Landesregierung wird daher prüfen, welche zusätzlichen Daten den Akteuren der Circular Economy zur Verfügung gestellt werden können, ohne die Berichtspflichten für Unternehmen zu erhöhen.
Quelle: NRW-Landesregierung

"Die vielfältigen Ansätze der Circular Economy sind schon heute ein starker Innovationsmotor für neue Geschäftsmodelle sowie ein zentraler Wettbewerbs- und Resilienzfaktor für unsere Industrie. Sie helfen uns, wertvolle Ressourcen zu sichern, Kosten zu sparen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Diese Stärke bauen wir jetzt aus. Wir zeigen: Kreislaufwirtschaft ist kein abstraktes Konzept, Sie sichert schon heute mehr als 240.000 Arbeitsplätze alleine in Nordrhein-Westfalen – und macht uns unabhängiger von Rohstoffimporten", sagt Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Grüne).

Umweltminister Oliver Krischer erklärt: "Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW setzen wir neue Anreize für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Das stärkt die Branchen im Land übergreifend und verbindet Ökonomie und Ökologie: Circular Economy ist für die Zukunft entscheidend, denn sie schont Ressourcen, stärkt unsere Industrie, schafft Arbeitsplätze und macht uns unabhängiger von Rohstoffimporten. Deshalb setzen wir als Land auf gezielte Förderung und vernetzen relevante Akteure, um zirkuläre Innovationen und neue Geschäftsmodelle in die breite Anwendung zu bringen."

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Text: / handwerksblatt.de

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