Das brandenburgische Handwerk steht vor großen Herausforderungen. Jedes Jahr suchen mehrere tausend Handwerksbetriebe eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Die Meistergründungsprämie soll dabei helfen.

Das brandenburgische Handwerk steht vor großen Herausforderungen. Jedes Jahr suchen mehrere tausend Handwerksbetriebe eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Die Meistergründungsprämie soll dabei helfen. (Foto: © Ingo Lammert)

Brandenburg verlängert die Meistergründungsprämie bis 2023

Bildung

Die Meistergründungsprämie Brandenburg wird bis 2023 verlängert. Meisterinnen und Meister können einen Zuschuss von 12.000 Euro erhalten plus danach einer Arbeits- und Ausbildungsplatzprämie. Das Land rückt damit auch die Nachfolgeproblematik in den Fokus.

Gute Nachrichten für Meisterinnen und Meister in Brandenburg: Das Wirtschaftsministerium verlängert die Meistergründungsprämie bis Ende 2023. "Ein starkes Handwerk ist wichtig für Brandenburg – als Innovationstreiber, als Arbeitgeber und als Ausbilder. Der Zuschuss soll dazu beitragen, den Unternehmensbestand im Handwerk zu sichern", erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach.

Die Nachfrage nach dem 2015 eingeführten Zuschuss-Programm wächst Jahr für Jahr. 2019 erhielten 65 Handwerkerinnen und Handwerker die Meistergründungsprämie. 2020 waren es 97 und 2021 wurden bereits 117 Anträge bewilligt.

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Seit den Änderungen der Richtlinie 2019 und 2020 können Meisterinnen und Meister – ohne zeitliche Befristung für die Antragstellung – eine einmalige Basisförderung von maximal 12.000 Euro erhalten. Vorher waren das 8.700 Euro. Wer danach zusätzlich einen neuen Arbeits- oder Ausbildungsplatz schafft, kann in der zweiten Stufe noch einmal bis zu 7.000 Euro bekommen (vorher 5.000 Euro).

Die meisten Antragstellerinnen und Antragsteller kommen laut Wirtschaftsministerium aus dem Kfz-Bereich, gefolgt von den Meisterbetrieben des Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärgewerbes, der Zimmerei und Dachdeckerei. "Das Gros der Handwerksmeisterinnen, die eine Meistergründungsprämie erhalten haben, kommt aus dem Friseur- und Kosmetikhandwerk", heißt es.

Gründungen und Nachfolgen unterstützen

Robert Wüst, Präsident des Brandenburgischen Handwerkskammertages sieht in der Verlängerung der Meistergründungsprämie ein Zeichen der Wertschätzung für die Leistungen des Handwerks durch die Landesregierung. Das sei das richtige Signal, "auch in stürmischen Zeiten Gründungen und Nachfolgen zu unterstützen."

Robert Wüst Foto: © Michael LuederRobert Wüst Foto: © Michael Lueder

Das brandenburgische Handwerk mit seinen fast 40.000 Betrieben stehe vor großen Herausforderungen, so Wüst. "Jährlich suchen mehrere tausend Handwerksbetriebe eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger." Diese Betriebe übernehmen oder sich selbstständig machen könnten nur gut ausgebildete, qualifizierte und motivierte Meisterinnen und Meister.

Doch für immer mehr leistungsfähige Unternehmen wird kein Nachfolger gefunden – ein bundesweiter Trend. "Mit der Meistergründungsprämie wollen wir in Brandenburg gegensteuern", betonte Minister Steinbach.

Gerade für ein Flächenland wie die Mark, in dem sich die demografische Entwicklung stark auswirkt, habe die Unternehmensnachfolge eine große Bedeutung.

Dies gelte umso mehr für Meisterbetriebe, in denen überwiegend die Ausbildung stattfindet. "Diese Betriebe binden nicht nur Fachkräfte, sie wirken vor Ort auch dem zunehmenden Fachkräftemangel in allen Teilen des Landes entgegen und erhalten damit Wirtschaftskraft. Zudem entstehen durch Neugründungen qualifizierter und motivierter Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister neue Arbeits- und Ausbildungsplätze", so der Minister weiter.

Gleichwertige Chancen der beruflichen Bildung ins Blickfeld rücken

Die Gesellschaft müsse aufhören, die akademische Bildung als vermeintlichen Königsweg einer erfolgreichen Berufskarriere zu betrachten. Die gleichwertigen Chancen durch die berufliche Bildung müssten stärker ins Blickfeld rücken, betonte in dem Zusammenhang Robert Wüst, er selbst ist Metallbauermeister und leitet den Familienbetrieb Metallbau Wüst in Pritzwalk.

Entscheidend dabei seien moderne handwerkliche Ausbildungszentren. Ebenfalls im Dezember 2021 hat das brandenburgische Wirtschaftsministerium die Förderrichtlinien der digitalen Modernisierung der überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks veröffentlicht. "Mit Investitionen in digitale Ausstattungen und Technik entwickeln wir die moderne Bildungsinfrastruktur im Handwerk weiter", so Robert Wüst. "Und auch hier gilt, die Ausstattungen für die berufliche Bildung im Vergleich zu Hochschuleinrichtungen in Zukunft nicht zu vernachlässigen."

Handwerkskammertag des Landes Brandenburg Der Handwerkskammertag des Landes Brandenburg vertritt die Interessen der drei Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und Potsdam und ihrer Mitgliedsbetriebe.

Quellen: Brandenburgischer Handwerkskammertag, Wirtschaftsministerium Brandenburg

Text: / handwerksblatt.de

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