Pierre Holze ist Weltmeister der Maurer. Das Betonbauer-Duo Jule Janson und Jonas Hopf holte bei der WorldSkills 2022 Special Edition die Silbermedaille. (Foto: © ZDB/Tom Hill)

Gold für Maurer Pierre Holze, Silber an Betonbauer-Duo Janson/Hopf

Bildung

Auf die deutschen Bauhandwerker ist bei den WorldSkills wieder mal Verlass. Maurer Pierre Holze holte in Salzburg die Goldmedaille. Das Betonbauer-Duo Jule Janson und Jonas Hopf wurde Vize-Weltmeister.

Fast 50 Wochen hatte Pierre Holze in den vergangenen vier Jahren auf dieses eine Ereignis hin trainiert. "Den Titel kann mir keiner mehr nehmen", zitiert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) den überglücklichen Maurer aus Berlin nach dem Gewinn der Goldmedaille bei der WorldSkills 2022 Special Edition. Im vergangenen Jahr war der 23-Jährige bei der EuroSkills 2021 in Graz bereits Fünfter geworden.

Den Weltmeistertitel im Skill "Bricklaying" muss sich Pierre Holze mit zwei weiteren Teilnehmern teilen. Yuanzhou Wu aus China und Ben Zaugg aus der Schweiz wurden für ihre Leistung ebenfalls mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Pierre Holze und Yuanzhou Wu kamen auf insgesamt 727 Punkte. Ben Zaugg sammelte zwei Punkte weniger. Am Wettbewerb nahmen 18 Maurer und eine Maurerin teil. 

Aufgabe der Maurer

Hochkonzentriert zur Goldmedaille: Maurer Pierre Holze Foto: © ZDB/Tom HillHochkonzentriert zur Goldmedaille: Maurer Pierre Holze Foto: © ZDB/Tom Hill

Der von Maurermeister Jannes Wulfes trainierte Pierre Holze musste an den drei Wettbewerbstagen drei Module mauern. Modul 1 stellte die Buchstaben AT für Austria mit einer Maurerkelle dar; hier lag die Schwierigkeit dem ZDB zufolge in den verschiedenen Ebenen und Schrägschichten, in den Fluchten und Maßen sowie in der Ebenmäßigkeit der verputzten Fläche.

Modul 2 sei das Logo des österreichischen Fußballverbands gewesen; hier seien es vor allem die verschiedenartigen, breiten Fugen und der dunkle Mörtel gewesen, die notwendig waren, um den Adler darzustellen, die Holze vor große Herausforderungen stellten.

Im dritten Modul sei die Jahreszahl 2022 dreidimensional mit verschiedenen Schrägschnitten zu sehen. Allen drei Modulen sei der hohe Schwierigkeitsgrad der Aufgabe verbunden mit höchster Genauigkeit in den Maßen und die dafür zur Verfügung stehende knapp bemessene Zeit gemeinsam gewesen.

Silber an Betonbauer

Jule Janson und Jonas Hopf erkämpften sich bei den WorldSkills 2022 die Silbermedaille. Foto: © ZDB/Tom HillJule Janson und Jonas Hopf erkämpften sich bei den WorldSkills 2022 die Silbermedaille. Foto: © ZDB/Tom Hill

Beim Wettbewerb der Beton- und Stahlbetonbauer erkämpfte sich das von Maurer- und Beton- und Stahlbetonmeister Josef Leberle trainierte Duo Jule Janson aus Baden-Württemberg und Jonas Hopf aus Thüringen den zweiten Platz. "Die beiden waren überglücklich über ihren Erfolg in einem hart umkämpften Wettbewerb. Schließlich hatten sie sich einen Platz auf dem Treppchen als Ziel gesetzt", so der ZDB. Mit Jule Janson stehe zum ersten Mal im Betonbauer-Wettbewerb eine Frau auf dem Treppchen.

Weltmeister im Skill "Concrete Construction Work" wurden Oliver Waily und Jonas Schulner aus Österreich. Sie holten 722 Punkte. Auf vier Punkte weniger kamen die Gewinner der Silbermedaille Jule Janson und Jonas Hopf. Platz drei belegten Yangguang Zhang und Jinhao Liu aus China (710 Punkte). Am Wettbewerb nahmen sieben Betonbauer-Duos teil. 

Aufgabe der Betonbauer

Die Aufgabe sei sehr umfangreich gewesen. Sie habe aus drei Modulen bestanden, wobei im ersten Modul eine U-Wand mit verschiedenen Einbauteilen geschalt werden musste. An einer Seite sei ein Abflussrohr mit Gefälle sowie verschiedene Winkel eingebaut worden. Wie immer sei es dabei um Millimetergenauigkeit gegangen. Eine Seite sei halbhoch betoniert worden, darin enthalten sei ein Kreis mit dem Yin und Yang Zeichen gewesen – ein Tribut an den ursprünglichen Austragungsort Shanghai.

Im zweiten Modul mussten zwei Stützen mit einem Unterzug in T-Form geschalt werden. Um alles herum sei ein Gerüst nach höchsten internationalen Anforderungen angebracht worden.

Im dritten Modul musste eine Bewehrung, ebenfalls in T-Form, erstellt werden. Dabei sei es auf absolute Pass-und Maßgenauigkeit angekommen. Jede Millimeter-Abweichung habe zum Punktabzug geführt.

Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe/eigene Recherche

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Text: / handwerksblatt.de

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