Ernst Wölke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Dortmund mit Sibylle Stippler vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, Gabor Leisten, Leiter der HWK-Unternehmensberatung und HWK-Unternehmensberaterin Lena Schulz (v.l.). (Foto: © HWK Dortmund)

Finden.Binden.Qualifizieren.

Personaltag: Hochkarätige Referenten und umfangreiches Programm stießen auf großen Zuspruch.

Immer mehr Handwerksunternehmer in Deutschland merken, dass der Fachkräftemangel auch bei ihnen angekommen ist. Eine der größten Ängste von Betriebsinhabern ist mittlerweile nicht mehr, dass Aufträge ausbleiben, sondern, dass sich keine passenden Bewerber und Nachwuchskräfte mehr finden lassen", klare Worte von Sibylle Stippler vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) beim Personaltag 2018 der Handwerkskammer (HWK) Dortmund Anfang Oktober.

In ihrem Keynote-Vortrag ging sie auf die brandaktuelle Personalproblematik im Handwerk ein. "Der demografische Wandel und die gesellschaftliche Entwicklung sorgen dafür, dass sich die Situation im Handwerk in absehbarer Zeit nicht verbessern wird. Unternehmer müssen also aktiv werden und Maßnahmen ergreifen Fachkräfte zu gewinnen, sie zu sichern und zukunftsfähig zu bleiben."

Stippler gab den Teilnehmer der HWK-Veranstaltung ihre Fachkräfteformel mit auf den Weg. Und die war schnell auf den Punkt gebracht. "Finden. Binden. Qualifizieren." – das seien, so finde sie, die drei wichtigsten Punkte für ein gutes Personalmanagement.

Und wie man genau Mitarbeiter findet, sie bindet und weiterqualifiziert wurde nicht nur von der Kölner Expertin beleuchtet, sondern auch von vielen weiteren hochkarätigen Referenten in drei aufeinanderfolgende Themen-Foren, die im Anschluss an die Eröffnung der Veranstaltung angeboten wurde.

Bei der Begrüßung der Gäste betonte Ernst Wölke, Hauptgeschäftsführer der HWK-Dortmund, die Wichtigkeit des Personalmanagements für kleine und mittlere Betriebe. "Ihnen stehen nicht die gleichen Ressourcen zur Verfügung wie Großkonzernen. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, sollte man sich daher so früh wie möglich mit der Fachkräftegewinnung beschäftigen.

Qualifiziertes Personal ist schließlich der wichtigste Baustein für den Erfolg eines Unternehmens. Das gilt heute noch mehr als früher. Denn die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt grundlegend. Neue Techniken und digitale Anwendungen bringen auch für Handwerksbetriebe große Chancen und Vorteile. Um diese Möglichkeiten ausschöpfen zu können, sind aber Fachkräfte nötig, die mit der Technik umgehen können", so Wölke.

Um besagte Fachkräfte jedoch zu finden, gibt es diverse Wege. Im Forum "Finden" wurde den Teilnehmern beispielsweise nahegelegt, nicht immer nur auf Bewerbungen zu warten, sondern sich selbst bei jungen Mitarbeitern zu bewerben. Vertreter des Jobcenters stellten zur gleichen Zeit in einem anderen Vortrag ihren Arbeitgeberservice vor.

Weiter ging es mit dem Forum "Binden". In drei parallel laufenden Vorträgen gab es von HWK-Referenten und Top-Unternehmern umfassende Informationen und Hilfestellungen zur Verbesserung der Ausbildungsqualität sowie zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen und zur Familienfreundlichkeit im Unternehmen.

Einigen Teilnehmern fiel es sichtlich schwer, sich zwischen den Vorträgen innerhalb der Foren zu entscheiden. "Alles sehr spannend", fand Petra Jeske von der Delta Elektro- und Industrietechnik GmbH aus Dortmund. Mit dem Thema Mitarbeiterbindung setzte sie sich schon länger auseinander. "Man könnte sagen, wir sind im Betrieb alle miteinander alt geworden. Die Top-Leute gehen nun nach und nach in den Ruhestand und wir suchen händeringend Fachkräfte."

Rolf Schottmüller von der Materio Holztechnik GmbH in Soest wollte beim Personaltag herausfinden, wie es um das aktuelle Personalmanagement in seinem Unternehmen bestellt ist. "Besonders der Umgang mit Jugendlichen ist für mich ein interessantes Thema. Da hat sich in den letzten Jahren viel verändert", sagt er.

Im finalen Forum des Personaltags 2018 drehte sich alles um das Thema "Qualifizieren". Von Fördermöglichkeiten über Gesundheitsmanagement bis hin zur Arbeitgeberattraktivität – Die Referenten standen den Teilnehmern auch für Fragen zur Verfügung und regten auch zum Austausch untereinander an.

"Dass wir eine Veranstaltung wie den Personaltag in seinem vollen Umfang und mit drei Themen-Foren ins Leben gerufen haben, zeigt wie akut das Thema im Handwerk ist", sagt HWK-Unternehmensberaterin Lena Schulz rückblickend. "Für unsere Mitglieder bot der Tag eine abwechslungsreiche Fülle an Information zu den unterschiedlichsten Themen. Wir wollten es den Teilnehmern ermöglichen, alle Fragen zum Thema Personalmanagement an Experten aus verschiedenen Fachbereichen stellen zu können und sich von tollen Praxisbeispielen inspirieren zu lassen. Egal ob zur Personalgewinnung, Personalbindung oder zur Qualifizierung", sagt die HWK-Expertin. Beim Personaltag 2018 sollten vor allem Antworten geliefert werden.

 

Text: / handwerksblatt.de

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