Foto: © HwK Koblenz
HWK Koblenz | Oktober 2026
Im Renntempo durch die "Grüne Hölle"
Als Dankeschön für ihr Engagement ging es für sieben Ausbildungsbotschafter der HwK Koblenz im Rennwagen über die Nordschleife.
Die Digitalwoche der Handwerkskammer Münster hat jede Menge digitale Lösungen zur Optimierung von Arbeitsabläufen aufgezeigt. (Foto: © amenic181/123RF.com)
Vorlesen:
30. Oktober 2026
Digitale Lösungen können Zeit sparen, Arbeitsabläufe erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Was möglich ist, hat die Digitalwoche der HWK Münster gezeigt.
Während manche Handwerksbetriebe Kundenanfragen bereits mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) bearbeiten und Termine automatisch planen, erledigen andere dieselben Aufgaben noch von Hand. Digitale Lösungen können Zeit sparen, den Kundenservice verbessern und Arbeitsabläufe vereinfachen. Welche Anwendungen sich für das Handwerk eignen und wie der Einstieg gelingt, hat die Digitalwoche der Handwerkskammer Münster gezeigt. Mehr als 500 Teilnehmer informierten sich in den Online-Veranstaltungen über KI, Robotik, Kundengewinnung, IT-Sicherheit und Fördermöglichkeiten.
KI muss nicht gleich den gesamten Betrieb verändern. Oft lohnt es sich, zunächst einzelne Arbeitsabläufe zu betrachten: Welche Aufgaben wiederholen sich regelmäßig? Wo geht viel Zeit verloren? Und welche Tätigkeiten lassen sich durch digitale Werkzeuge vereinfachen?
Wie der Einstieg gelingen kann, zeigte Handwerksunternehmer Alexander Minnich von tepu Teppichboden. In seinem Betrieb unterstützt KI inzwischen die Wochenplanung, die Telefonassistenz und die Kundenansprache durch einen digitalen Avatar auf der Internetseite. Sein Ansatz: nicht auf die perfekte Lösung warten, sondern mit überschaubaren Anwendungen beginnen, Erfahrungen sammeln und diese schrittweise verbessern. Dabei sollten Mitarbeiter frühzeitig einbezogen und Kunden über den Einsatz von KI informiert werden. Beim "KI-Speeddating" stellten zudem verschiedene Anbieter in halbstündigen Vorführungen KI-gestützte Lösungen für das Handwerk vor. Die Teilnehmer konnten gezielt Anwendungen kennenlernen, die für den eigenen Betrieb interessant waren.
Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Sicherung von Erfahrungswissen. Gerade wenn langjährige Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, droht wertvolles Wissen verloren zu gehen. Prof. Dr. Johannes Schwanitz vom Institut für Technische Betriebswirtschaft der FH Münster zeigte, wie KI dabei helfen kann. Sein Ansatz: "Erfahrungswissen bewahren, mit KI aufbereiten und genau dort verfügbar machen, wo es gebraucht wird – direkt im Arbeitsprozess."
Digitale Werkzeuge können beispielsweise bewährte Vorgehensweisen, Problemlösungen und betriebliche Abläufe dokumentieren und strukturieren. So bleibt das Wissen erfahrener Fachkräfte erhalten und kann auch neuen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Auch die Robotik war Thema der Digitalwoche. Dabei ging es um die Potenziale automatisierter Lösungen und deren Einsatzmöglichkeiten in der handwerklichen Praxis.
Für die Kundengewinnung bleibt das Google-Unternehmensprofil ein wichtiges Werkzeug. "Auch im KI-Zeitalter bleibt das Google-Unternehmensprofil die wichtigste Grundlage im regionalen Marketing eines Handwerksbetriebs", betonte Markus Tombült von MTT media. Betriebe sollten deshalb darauf achten, dass ihre Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Leistungen aktuell sind. Aussagekräftige Bilder und Kundenbewertungen können ebenfalls dazu beitragen, bei regionalen Suchanfragen besser gefunden zu werden.
Mit zunehmender Digitalisierung wächst auch die Bedeutung der IT-Sicherheit. "Digitale Einbrecher knacken keine Schlösser. Sie schauen, ob die Tür offensteht", warnte Manuel Fischer von Adinger IT Trainings. Schon grundlegende Schutzmaßnahmen können das Risiko eines erfolgreichen Cyberangriffs deutlich verringern. Dazu gehören sichere Passwörter, die Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Softwareaktualisierungen und Datensicherungen. Ebenso wichtig ist es, Mitarbeiter für verdächtige E-Mails und betrügerische Nachrichten zu sensibilisieren.
Auch beim Einsatz von Social Media wurde deutlich: Likes sind noch keine Kunden. Entscheidend ist nicht die größtmögliche Reichweite, sondern die richtige Zielgruppe. Katharina Kirstein von Living Concept erklärte: "Viral zu gehen, ist für viele Unternehmen das Ziel mit Social Media. Dabei wird oft unterschätzt, wie wertvoll eine kleinere Community sein kann – wenn sie aus den richtigen Personen besteht." Für Handwerksbetriebe kann es daher sinnvoller sein, gezielt potenzielle Kunden, Fachkräfte und Menschen aus der eigenen Region anzusprechen, statt möglichst große Reichweiten anzustreben.
Wer in KI oder andere digitale Lösungen investieren möchte, sollte mögliche Fördermittel frühzeitig berücksichtigen. "Zwischen der digitalen Idee und ihrer Umsetzung liegen heute weniger technische als strategische Fragen. Förderprogramme können dabei die entscheidende Brücke sein", erklärte Andreas Spiller, Berater für Innovation und Technologie der Handwerkskammer Münster.
Vor einer Investition empfiehlt es sich deshalb, den konkreten Bedarf zu ermitteln, Ziele festzulegen und die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Da Förderanträge häufig vor Beginn eines Vorhabens gestellt werden müssen, lohnt sich eine frühzeitige Beratung.
Fazit: Digitalwoche Fazit Die wichtigste Erkenntnis der Digitalwoche: Betriebe müssen nicht alles auf einmal digitalisieren. Sinnvoller ist es, mit einem konkreten Problem zu beginnen, eine passende Lösung zu erproben und deren Nutzen zu überprüfen. So kann Digitalisierung Schritt für Schritt zu einer spürbaren Entlastung im Betriebsalltag werden.
Unterstützung Die Berater für Innovation und Technologie (BIT) der Handwerkskammer Münster unterstützen Handwerksbetriebe kostenlos und unabhängig bei Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben.
Kontakt Isabel Evels, Tel. 0251 5203320, Andreas Spiller, Tel. 0251 5203322 und Norbert Speier, Tel. 0209 3807722
Online Hier geht es zur Digitalisierungsberatung der Handwerkskammer Münster.
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Münster
Kommentar schreiben