Max Schulze Berning schätzt die entspannte Atmosphäre auf dem Daruper Dorfplatz an der Kirche.

Max Schulze Berning schätzt die entspannte Atmosphäre auf dem Daruper Dorfplatz an der Kirche. (Foto: © Andreas Buck)

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Mitanpacken – im Betrieb und im Dorf

Wie Handwerksunternehmer Max Schulze Berning aus dem "Golddorf" Darup zeigt, dass Ehrenamt, Ausbildung und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehören.

Das Goldorf Darup Foto: © Andreas BuckDas Goldorf Darup Foto: © Andreas Buck

Darup zeigt, was möglich ist, wenn Handwerk und Ehrenamt Hand in Hand arbeiten. Für Max Schulze Berning, Geschäftsführer von Bienek Service, gehören unternehmerischer Erfolg, Ausbildung und Engagement für das Dorf untrennbar zusammen. Warum sich dieser Einsatz lohnt – für die Gemeinschaft ebenso wie für den eigenen Betrieb. Als Darup im Juli im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" als Golddorf ausgezeichnet wurde, war die Freude groß. Für Installateur- und Heizungsbauermeister Schulze Berning war die Auszeichnung vor allem die Bestätigung dessen, was er seit Jahren erlebt. "Dass der Zusammenhalt hier funktioniert, wusste ich schon vorher. Die Auszeichnung war schön – aber sie ist eigentlich das Ergebnis einer Entwicklung, die es hier schon lange gibt."

Der Erfolg des Münsterländischen Dorfes mit seinen rund 2.200 Einwohnern sei nicht über Nacht entstanden. Er beruhe auf einer gewachsenen Kultur des Ehrenamts. Viele Menschen engagieren sich in mehreren Vereinen und übernehmen Verantwortung. Auch Schulze Berning – heute 51 Jahre alt – gehört seit seiner Jugend dazu. "Ich kenne Vereinsarbeit und Verantwortung, seit ich 15 Jahre bin", erzählt er. Lange war er im Schützenverein aktiv, bis heute engagiert er sich im Sportverein. "In einem kleinen Dorf funktioniert das nur, wenn alle zusammenhalten."

Handwerk und Dorf, das sind eins

Der Wettbewerb war für ihn deshalb nie Selbstzweck. Viel wichtiger sei das gemeinsame Ziel gewesen, Darup lebenswert zu erhalten. Besonders prägend war der Einsatz für die Grundschule. Als deren Zukunft auf der Kippe stand und sich nach einem Brand die Frage stellte, ob sie wiederaufgebaut werden kann, engagierten sich zahlreiche Bürger. "Wir haben selbst drei Kinder. Natürlich freut man sich, wenn solche Angebote im Dorf erhalten bleiben." Dass Handwerksbetriebe dabei selbstverständlich mitanpacken, ist für ihn keine Frage. So unterstützte er den Umbau des Landgasthauses, stellte Werkzeuge zur Verfügung und arbeitete selbst mit. Das Projekt einer Bürgergenossenschaft ist heute wieder Mittelpunkt des Dorflebens. "Die ganze Arbeit hat sich gelohnt. Das Landgasthaus macht Darup wieder attraktiver. Es ist ein Treffpunkt geworden – nicht nur für die Menschen im Dorf, sondern auch für viele Besucher aus der Umgebung."

Für Schulze Berning gehört ein Handwerksbetrieb untrennbar zum Dorf. "Jeder Ort lebt von seinen kleinen Unternehmen. Sie sichern Arbeitsplätze, bieten Service vor Ort und unterstützen das Vereinsleben." Gleichzeitig profitierten die Betriebe selbst von dieser Nähe. "Viele sagen ganz bewusst: Dann bleibe ich auch beim Handwerker aus dem Dorf." Diese Vernetzung hilft auch bei der Nachwuchsgewinnung. Regelmäßig beginnen Jugendliche aus Darup ihre Ausbildung bei Bienek Service. Aktuell sind es fünf. Der wichtigste Weg dorthin sind persönliche Kontakte. "Ich kenne viele Jugendliche über den Sportverein oder andere Aktivitäten. Dann machen sie erst einmal ein Praktikum."

Lebendige Dorfgemeinschaft = Standortvorteil

Ausschlaggebend sei anschließend häufig das Betriebsklima. "Sie lernen die Gesellen kennen und merken, ob sie sich wohlfühlen. Das ist oft der wichtigste Grund für die Ausbildungsentscheidung." Auch die kurzen Wege seien ein Vorteil. "Gerade am Anfang haben viele noch keinen Führerschein. Da ist ein Ausbildungsbetrieb vor der Haustür viel wert." Dass sich Vereinsarbeit auch im Berufsleben auszahlt, erlebt Schulze Berning immer wieder. "Wer im Verein Verantwortung übernimmt, lernt, zuverlässig zu sein und Aufgaben zu Ende zu bringen. Diese Werte nehmen die Jugendlichen mit in den Betrieb." Für ihn sind das Fähigkeiten, die sich weder im Unterricht noch aus Büchern vermitteln lassen.

Eine lebendige Dorfgemeinschaft ist deshalb auch ein Standortvorteil. "In einem toten Dorf möchte niemand arbeiten." Dass Darup attraktiv geblieben ist, führt er auf die vorhandene Infrastruktur zurück: Grundschule, Kindergarten, einen Bäckerladen, Sport- und Reitverein sowie ein aktives Vereinsleben. Damit das so bleibt, brauche es Bauplätze und Wohnraum für junge Familien. "Wir müssen dafür sorgen, dass man hier leben und arbeiten kann." Seit rund 20 Jahren ist Max Schulze Berning selbstständig und beschäftigt heute 15 Mitarbeiter. Besonders froh macht ihn der gute Ruf seines Unternehmens. "Wir haben uns hier einen Namen gemacht. Darauf bin ich stolz." Sein Rat an andere Betriebe ist eindeutig: "Engagieren lohnt sich immer. Als ich vor zwanzig Jahren Trainingsanzüge für den Sportverein gesponsert habe, dachte ich nicht an neue Kunden. Aber irgendwann kommen Kinder von damals oder ihre Eltern auf einen zu. Vor allem aber gestaltet man sein Dorf mit. Wenn Unternehmen, Vereine und Bürger gemeinsam Verantwortung übernehmen, profitieren am Ende alle."

 

Hintergrund: "Unser Dorf hat Zukunft" Hintergrund Eine Jury hat die Medaillenränge für den Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2026 vergeben. Die aus rund 1.200 Teilnehmerdörfern ausgewählten 26 Sieger der Landeswettbewerbe haben sich in der finalen Wettbewerbsrunde nochmals einer Fachjury präsentiert. Die Auszeichnung in Gold erhielten deutschlandweit acht Dörfer.
Online Hier gibt es alle weiteren Infos rund um den Bundeswettbewerb. 

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Text: / handwerksblatt.de

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