Foto: © HwK Koblenz
HWK Koblenz | Oktober 2026
Im Renntempo durch die "Grüne Hölle"
Als Dankeschön für ihr Engagement ging es für sieben Ausbildungsbotschafter der HwK Koblenz im Rennwagen über die Nordschleife.
Reger Austausch bei der zweiten Regionalen Fachtagung zum Thema Schwarzarbeit im Handwerk. (Foto: © Isabel Mayer)
Vorlesen:
30. Oktober 2026
Zweite Regionale Fachtagung der Handwerkskammer Trier mit 75 Teilnehmern – Behördenübergreifende Zusammenarbeit weiter gestärkt
Die Bekämpfung von Schwarzarbeit und unerlaubter Handwerksausübung funktioniert nur im Zusammenspiel vieler Akteure. Wie diese Zusammenarbeit in der Praxis aussieht und welche Vorteile sie bringt, stand im Mittelpunkt der zweiten Regionalen Fachtagung Schwarzarbeit der Handwerkskammer (HWK) Trier im Campus Handwerk. 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gewerbe- und Ordnungsbehörden, Zoll, Polizei, Finanzverwaltung, Lebensmittelüberwachung, Gewerbeaufsicht, Justiz, Jobcentern und Handwerksorganisationen nahmen teil. Die Resonanz war erneut groß.
Bei der ersten Fachtagung im vergangenen Jahr ging es vor allem darum, ein behördenübergreifendes Netzwerk aufzubauen. Jetzt konnte die HWK Trier eine positive Zwischenbilanz ziehen: Aus den damals geknüpften Kontakten ist vielerorts eine konkrete Zusammenarbeit entstanden. Kürzere Abstimmungswege, gemeinsame Kontrollen und der direkte Austausch von Informationen erleichtern die Aufklärung möglicher Rechtsverstöße.
Wie diese Zusammenarbeit funktioniert, zeigten Daniel Jäckels, Referatsleiter Handwerksrolle und Beitrag, sowie die beiden Betriebsstättenprüfer Ralf Becker und Jan Mangelsdorf anhand praktischer Beispiele. Ein Schwerpunkt lag auf dem Friseurhandwerk, insbesondere auf sogenannten Barbershops. Dabei geht es häufig um die Frage, ob die Betriebe die handwerksrechtlichen Voraussetzungen erfüllen und die benannten technischen Betriebsleiter ihrer Verantwortung tatsächlich nachkommen. Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ordnungsbehörden und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) hat sich dabei als besonders hilfreich erwiesen.
Auch gemeinsame Baustellenkontrollen mit Zoll, Ausländerbehörden und Kreisordnungsbehörden zeigen die Vorteile eines abgestimmten Vorgehens. Jede beteiligte Stelle prüft andere rechtliche Aspekte. Zusammengenommen ergibt sich daraus jedoch ein deutlich umfassenderes Bild. Auffälligkeiten können zudem direkt an die jeweils zuständige Behörde weitergegeben werden.
Das Fachprogramm beleuchtete die verschiedenen Erscheinungsformen von Schwarzarbeit und die Möglichkeiten ihrer Verfolgung. Vertreter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit berichteten aus ihrer Kontroll- und Ermittlungspraxis. Die Finanzverwaltung stellte moderne Methoden der Datenanalyse und digitale Auswertungsverfahren vor. Die strafrechtliche Perspektive brachte die Staatsanwaltschaft Koblenz ein. Ein weiterer Schwerpunkt war die Lebensmittelüberwachung. Gerade in Betrieben, die neben gewerbe- und handwerksrechtlichen Vorgaben auch lebensmittelrechtliche Anforderungen erfüllen müssen, ergeben sich zusätzliche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit der Behörden.
Die Vorträge machten deutlich: Schwarzarbeit betrifft oft mehrere Rechtsgebiete gleichzeitig. Unerlaubte Handwerksausübung, Verstöße gegen arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Vorschriften sowie steuer- oder strafrechtlich relevante Sachverhalte hängen nicht selten zusammen. Umso wichtiger ist es, dass die beteiligten Stellen ihre Erkenntnisse bündeln.
Die HWK Trier will die seit der ersten Fachtagung entstandenen Verbindungen weiter stärken. Ziel ist es, den Informationsaustausch zu verbessern, Zuständigkeiten frühzeitig abzustimmen und vorhandene Möglichkeiten noch besser miteinander zu verknüpfen.
Die zweite Regionale Fachtagung hat damit nicht nur Raum für fachlichen Austausch geboten. Sie hat auch gezeigt, dass sich die kontinuierliche Vernetzung der beteiligten Stellen im Alltag bewährt. Die HWK Trier wird das Format deshalb auch künftig als Plattform für den behördenübergreifenden Austausch fortführen.
Hintergrund: Schwarzarbeit Hintergrund Wer einen Verdacht auf Schwarzarbeit oder unerlaubte Handwerksausübung melden möchte, kann dafür das Online-Meldeformular nutzen.
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale DHB registrieren!
Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Trier
Kommentar schreiben