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nsgesamt äußerten sich drei Viertel der Umfrageteilnehmer eher ablehnend. (Foto: © Luca Bertolli/123RF.com)

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Fachbetriebe in Rheinhessen lehnen Heizungspläne der Bundesregierung ab

Die Handwerkskammer Rheinhessen hat die Fachbetriebe der SHK-Branche zu den Plänen der Politik befragt. Drei Viertel der Befragten lehnen sie ab.

Laut einer aktuellen Umfrage der Handwerkskammer Rheinhessen unter Fachbetrieben der Sanitär-Heizungs- und Klimatechnik lehnt ein großer Teil der Befragten die Pläne der Bundesregierung für neue Regeln für den Einbau neuer Heizungen und die Reparatur von Bestandsgeräten ab. Die Pläne sehen vor, dass ab 2024 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Der Umfrage zufolge hält knapp die Hälfte der Betriebe gar nichts von den geplanten Regeln. Insgesamt äußerten sich drei Viertel der Umfrageteilnehmer eher ablehnend.

Viele Betriebe beunruhigt, dass die neuen Vorschriften bereits mit Beginn des nächsten Jahres gelten sollen. Ein Kommentar dazu lautet "Was in den letzten 20 Jahren versäumt wurde voranzutreiben, kann man nicht innerhalb eines Jahres durchsetzen." Viele Betriebe fordern daher vor allem mehr Planungssicherheit von der Politik. Die größten Hürden in der Umsetzung werden darin gesehen, dass viele vor allem ältere Häuser nicht genügend gedämmt sind oder es schwierig ist, eine Fußbodenheizung einzubauen. Daher könnten beim Heizungstausch schnell extrem hohe Kosten entstehen

Handwerkskammer warnt vor steigenden Kosten

GebäudeenergiegesetzHier lesen Sie mehr zu den Plänen der Bundesregierung.83 Prozent der Betriebe sehen dies als größte Hürde für die Umsetzung der Regierungspläne an. 80 Prozent der Betriebe befürchten andauernde Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Wärmepumpen und fast ebenso viele (79 Prozent) sehen die Kapazität des Fachhandwerks als Problem an.

Auch Kammerpräsident Hans-Jörg Friese sieht im Zeitplan das größte Problem: "Grundsätzlich sind die Betriebe des SHK-Handwerks sehr gut ausgebildet, um die Anforderungen zu erfüllen. Allerdings kann man kein Gesetz machen, dass allen Beteiligten nur wenige Monate Vorbereitungszeit lässt. Gerade für Besitzer älterer oder unsanierter Gebäude kann der Heizungstausch und der damit verbundene Umbau so schnell Dimensionen erreichen, die viele nicht stemmen können."

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Längere Fristen gefordert

Hans-Jörg Friese und Anja Obermann Foto: © HWK RheinhessenHans-Jörg Friese und Anja Obermann Foto: © HWK Rheinhessen

Friese fordert deshalb vor allem längere Fristen und auch Förderprogramme, bei denen die Hauseigentümer nicht komplett bis zur Förderungsauszahlung in Vorleistung treten müssen. Aktuell gebe es auch in Rheinhessen einen Nachfrageboom nach Öl- und Gasheizungen. 82 Prozent der Betriebe berichten, die Nachfrage habe sich extrem erhöht, nur knapp drei Prozent geben an, dass die Nachfrage gleich geblieben sei. 

Über die Hälfte der Betriebe sieht sich gut (27 Prozent) oder sogar sehr gut (25 Prozent) vorbereitet auf die Anforderungen, bald nur noch Heizungen zu verbauen, die zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Allerdings geben auch zehn Prozent der Betriebe an, sehr schlecht vorbereitet zu sein. Am meisten Erfahrung haben die Betriebe im Bereich von Solarthermieanlagen, bei Luft-Wärmepumpen und in Gas- und Öl-Hybrid-Heizungssystemen. Mit den Themen Sole-Wasser-Wärmepumpe, Holzpelletheizung und Biomasse ist die Expertise geringer.

Erweiterung des Bildungsangebots

Die meisten Betriebe wollen zukünftig noch stärker in die Aus- und Weiterbildung investieren, um die eigenen Mitarbeiter fit zu machen für die neuen Technologien (65 Prozent). Immerhin 20 Prozent der Heizungsfachbetriebe wollen aber gar keine neuen Heizungen mehr einbauen und planen, sich zukünftig nur noch auf Wartung und Reparatur vorhandener Heizungen zu beschränken. Sieben Prozent der Befragten geben auch an, die eigene Betriebstätigkeit beenden zu wollen.

Die Handwerkskammer Rheinhessen versucht, die Betriebe und damit auch die Wärmewende vor allem durch eine Erweiterung des Aus- und Weiterbildungsangebots zu unterstützen. In Kürze starten mehrere Wärmepumpen-Kurse und auch in der Lehrlingsausbildung spiele das Thema nun eine stärkere Rolle, so Hauptgeschäftsführerin Anja Obermann. "Auch wenn wir uns mehr Zeit gewünscht hätten, arbeiten jetzt alle Handwerksbetriebe und Handwerksorganisationen mit voller Kraft daran, dass die Wärmewende ein Erfolg wird", so Obermann. Immerhin sei dies von jeher die Stärke des Handwerks.

Quelle: Handwerkskammer Rheinhessen

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Text: / handwerksblatt.de

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