Video-Fahrbericht: VW Crafter Allrad
Dank Allrad-Antrieb kommt der VW Crafter auch auf schwierigem Gelände klar.

Dank Allrad-Antrieb kommt der VW Crafter auch auf schwierigem Gelände klar. (Foto: © Martin Bärtges)

Big Red – ein Crafter mit Allrad

Mit dem Crafter hat VW Nutzfahrzeuge die Benchmark unter den großen Transportern in seinen Reihen. Wir haben das Modell in der Allradvariante und mit Hochdach genauer unter die Lupe genommen.

Kirschrot ist er, der Crafter Kastenwagen von Volkswagen. Das peppt so richtig, vor allem bei seiner Größe. Knapp sechs Meter ist der Transporter lang, bei einem Radstand von 364 Zentimetern. Mit Hochdach bringt es der Kastenwagen auf eine Außenhöhe von knapp 260 Zentimetern, ohne Außenspiegel ist er gut zwei Meter breit. Platz genug also für reichlich Ladung.

Vier Basis Versionen mit reichlich Raum für Personalisierungen

Vier Diesel sind für den Crafter verfügbar, die Leistungspalette reicht von 75 bis 130 kw (102 bis 177 PS), alle Motoren haben zwei Liter Hubraum. Seit Herbst 2018 gibt es mit dem e-Crafter auch eine batterieelektrisch angetriebene Variante. Vier Längen und drei Höhen (Normal-, Hoch- und Superhochdach) listet das Lieferprogramm für den Crafter auf. Dem sechs Meter langen Testwagen hat VWN (fast) das volle Ausstattungspaket spendiert. Dazu zählen etwa das mit 177 PS Leistung stärkste und an die Achtgang-Automatik gekoppelte Antriebsaggregat sowie der 4Motion Allradantrieb.

Den Zugang zum Ladeabteil geben die Schiebetür rechts mit einer Öffnungsgröße von 131 x 172 cm oder die beiden dachhohen Heckflügeltüren (155 x 174 cm) frei. Das Ladevolumen des Crafter Kastens mit Hochdach liegt bei bis zu 10,7 Kubikmeter. Bis zu drei Europaletten passen ins Ladeabteil quer rein. Die Innenhöhe beträgt in der 4Motion-Variante mit dem Hochdach 186 Zentimeter. Der Crafter bietet mit einer Ladelänge von fast dreieinhalb Metern und einer Ladebreite von über 180 cm zwar reichlich Platz, die Zuladung ist beim Testwagen mit 881 Kilogramm jedoch nicht unbedingt üppig ausgefallen.

Dafür kann der Allrad-Transporter allerdings bis zu drei Tonnen gebremst an den Haken nehmen, sein zulässiges Gesamtzuggewicht liegt bei sechs Tonnen. Wobei man sich voll beladen und im Hängerbetrieb schon etwas mehr als die zwei Liter Hubraum wünschen würde, die bei VW im Crafter verbaut werden. Aber der Trend zum "downsizing" und damit zu Motoren mit kleinerem Hubraum trifft ja nicht nur VW.

 

Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h

Vom leistungsstärksten Diesel befeuert, bringt es der Crafter Kasten auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h. Da das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs bei 3,5 Tonnen liegt, darf "big red" auf deutschen Autobahnen auch so rasch bewegt werden. Der Verbrauch lag im Test bei 11,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer Fahrstrecke, was in Anbetracht von Fahrleistungen, Abmessungen und Gewicht noch in Ordnung geht. Der traktionsfördernde 4Motion Allradantrieb macht den Crafter schlechtwegetauglich.

Er sorgt für sicheres Durch- und Ankommen auch bei schwierigem Untergrund wie Matsch, Eis und Schnee. Und stellt damit einen echten Sicherheitsgewinn dar. Wenn es mal härter kommt, hilft das optionale Hinterachs-Differenzial (Aufpreis 2.915 Euro) weiter, das im Paket mit Aluminiumplatten zum Schutz von Motor, Getriebe und Adblue-Tank angeboten wird.- Der Testwagen ist mit drei Sitzplätzen ausgestattet, maximal sieben davon gibt es im Kastenwagen Plus mit zwei Sitzreihen. Das geht dann allerdings auf Kosten des nutzbaren Laderaums.

"Vor allem innerorts macht die Achtgang-Automatik den Umgang mit dem Fahrzeug spürbar leichter. Es ist schon bequem, wenn man im Stau oder während der Rush-Hour mit ständigem Stop-and- go-Verkehr nicht so oft schalten muss."

Angenehmer Daily Driver

Generell ist der Crafter ein angenehmer mobiler Partner, der einem die täglichen Fahrten leicht macht. Vor allem innerorts macht die Achtgang-Automatik den Umgang mit dem Fahrzeug spürbar leichter. Es ist schon bequem, wenn man im Stau oder während der Rush-Hour mit ständigem Stop-and-go-Verkehr nicht so oft schalten muss.

Den Fahrersitz liefert Volkswagen gegen einen Aufpreis von 425 Euro netto als ausgesprochen bequemen Schwingsitz "ergoActive" mit Armlehne. Die Doppelsitzbank für die beiden Mitfahrer bietet für 410 Euro netto ein Ablagefach unter der Sitzfläche sowie mittig eine klappbare Lehne und damit einen Ablagetisch für Schreibarbeiten auf Papier, Tablet oder Laptop. Für den ganzen Kleinkram bietet das praxistauglich gestaltete Armaturenbrett des Crafters ebenso Verstaumöglichkeiten wie die Ablagen in den Türen oder unter dem Dach.

Ebenso angenehm sind die Bedientasten am Lenkrad des Crafters. Sie machen die Steuerung vieler Funktionen der Multimedia-Anlage und der verschiedenen Assistenz- und Sicherheitssysteme gefahrlos und einfach auch während der Fahrt möglich. Ebenfalls mit an Bord: eine Sprachsteuerung. Sie erlaubt etwa die bequeme Navigation zu einem Zielort, ohne dass der Fahrzeuglenker während der Fahrt die Hand vom Lenkrad nehmen muss.

Assistenz- und Sicherheitssysteme

Mittlerweile klassenüblich sind zahlreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme wie Verkehrszeichen- und Müdigkeitserkennung oder Front und Lane Assist. Einige der Systeme sind durch die in der neuen Generation des Crafters verbaute elektromechanische Lenkung möglich. Eine Sonderstellung nimmt der Anhängerrangier-Assistent "Trailer Assist" ein. Denn der ist bei Wettbewerbern wie der Mercedes-Benz Sprinter nicht zu haben. Er rangiert automatisch Fahrzeuge mit Anhänger in Querparklücken und erleichtert präzises Rückwärtsfahren, etwa zum Ansteuern von Laderampen. Die Bedienung ist denkbar einfach: Rückwärtsgang einlegen, Parkhilfetaste drücken und mittels des Spiegelverstellschalters die Richtung angeben, welche der Anhänger einschlagen soll.

Der Grundpreis für das Testfahrzeug liegt bei netto 45.580 Euro. Mit der verbauten Zusatzausstattung für fast 20.000 Euro kommt der VW Crafter Allrad Kasten damit auf einen Netto-Gesamtpreis von 65.428 Euro. Zugegeben, das ist kein Schnäppchenpreis. Als Gegenwert gibt es für das Geld allerdings auch den stärksten verfügbaren Dieselmotor, den Allradantrieb und reichlich Platz.

Text: / handwerksblatt.de