Der neue VW T6.1 (Foto: © VW Nutzfahrzeuge)

Der neue VW T6.1 kommt im Herbst

VW Nutzfahrzeuge hat seine Transporter-Ikone gründlich aufgearbeitet. Der T6.1 bietet neue Optik und neue Technik inklusive digitaler Dienste.

Wer wissen will, ob ein Transporter was taugt, sollte Testfahrten in Amsterdam machen. Baustellen, Staus, enge verwinkelte Gassen, aber auch Landstraßen und Autobahnen spiegeln den Querschnitt des Verkehrs wider, dem sich Lieferwagen aussetzen müssen. Folgerichtig entschied sich Volkswagen, seinen nagelneuen T6.1 für die erste Fahrpräsentation in der niederländischen Metropole vorzustellen.

Gelungene Premiere

Der neue VW T6.1, Seitenansicht Foto: © VW Nutzfahrzeuge
Der neue VW T6.1, Seitenansicht Foto: © VW Nutzfahrzeuge

Die Premiere ist gelungen. Tatsächlich ist viel mehr passiert als der Namenswechsel von T6 auf 6.1 vermuten lässt. Die Optik hat sich zwar nur leicht verändert, aber vor allem der technologische Sprung ist gewaltig. VW Nutzfahrzeuge musste die Aggregate auf Euro 6 d-TEMP umstellen. Und den Bulli ins digitale Zeitalter bringen. Folgerichtig kann der Kult-Transporter online gehen und die Palette digitaler Informationen anbieten, aber auch teilautomatisiert fahren, um den Fahrer zu entlasten.

Neue elektromechanische Lenkung

Jetzt auch im T6.1: der Trailerassist Foto: © VW Nutzfahrzeuge
Jetzt auch im T6.1: der Trailerassist Foto: © VW Nutzfahrzeuge

Eine der wichtigsten Schritte in der Neuentwicklung war die Entscheidung für eine neue elektromechanische Lenkung, weil erst die eine Ausweitung der Assistenzsysteme ermöglichte. Damit ist der T6.1 nun auch in Sachen Fahrerassistenz wieder State-of-the-Art. Neu ist der Seitenwindassistent, übrigens Serienausausstattung, der den Wagen bei starken Winden stabil in der Spur hält. Der Lane Assist ist jetzt auch ein Bord, der aktiv eingreift, sollte der Fahrer die Spur verlassen. Und der berühmte Trailer Assist, mit dem der große Bruder Crafter werbetechnisch viel Furore machte, ist jetzt auch eine Option beim digitalisierten Bulli.

360-Grad-Rundumblick

Der neue VW T6.1, Heckansicht Foto: © VW Nutzfahrzeuge
Der neue VW T6.1, Heckansicht Foto: © VW Nutzfahrzeuge

Zu den weiteren Neuheiten gehört auch eine Rückfahrkamera und ein Flankenschutz. Den gibt es nur zusammen mit dem optionalen Parklenkassistenten. Das System besteht aus jeweils sechs Ultraschallsensoren, die einen 360-Grad-Rundumblick beim Einparken bieten. Auch im Innenraum hat sich einiges verändert. Der Fahrer blickt auf eine neue Instrumententafel und lenkt den Bulli mit einem neuen Lenkrad. Hinzu kommen optische Änderungen wie neue Türverkleidungen und Farben sowie neue Sitzstoffe. Und das Licht kommt nur von LEDs.

Umfassendes Infotainment

Der neue T6.1 ist voll digital Foto: © VW Nutzfahrzeuge
Der neue T6.1 ist voll digital Foto: © VW Nutzfahrzeuge
Voll digital ist das Infotainment-System, was auf neuester Stufe steht und bislang nur im VW Passat in dieser Breite zum Einsatz gekommen ist. Es verfügt über die neueste MIB3-Technologie, bietet ein bis zu 9,2 Zoll großes Touchdisplay und kann das Handy induktiv laden. Dass es zudem ein enormes Spektrum an mobilen Online-Diensten vorweist, versteht sich fast von selbst. Über die integrierte SIM-Karte lässt sich der Dienst WE Connect mit Fahrdaten füttern (und auswerten), WE Connect Fleet macht ein digitales Fahrtenbuch, eine Fahrzeugortung und ein Wartungsmanagement möglich.

Neue Motoren

VW T6.1: das neue Cockpit Foto: © VW Nutzfahrzeuge
VW T6.1: das neue Cockpit Foto: © VW Nutzfahrzeuge

Einer der wichtigsten Schritte war neben der Digitalisierung die Einführung einer neuen Motorengeneration, die den ab September geltenden Vorgaben für neuzugelassene Fahrzeuge entspricht, also Euro-6d-TEMP EAVP, um die korrekte Bezeichnung aufzulisten. Vier Zwei-Liter-Dieselaggregate bietet VW Nutzfahrzeuge an: Es gibt sie in den Leistungsstufen 66 kW/90 PS, 81 kW/220 PS, 110 kW/150 PS und 146 kW/199 PS. Ferner ist noch eine elektrische Version mit 82 kW/112 PS vorgesehen, die die Kraft auf seiner 37,4-kWh-Batterie zieht. Dabei ist das Tempo auf 90 km/h begrenzt mit der Option, auf 120 km/h zu erhöhen.

Fahrspaß im T6.1

Die erste Testfahrt startet mit der 150-PS-Maschine. An Bord ist eine halbe Tonne Nutzlast – von der ich als Fahrer in Sachen Beschleunigung und Tempo gar nichts merke. Erst in den Kurven merke ich im Fahrverhalten die Last, die der T6.1 souverän meistert. Fazit dieser kurzen Testfahrt: Ein Topmotor, der Leistung und Lust am Fahren vermittelt. Deshalb reicht auch schon das kleinere Aggregat mit 110 PS, wenn es darum geht, stets voll beladen beim Kunden aufzuschlagen. Das Spaßelement fehlt zwar dann, aber wir sind ja schließlich auf der Arbeit. Daher lohnt sich die starke Version vor allem im freizeitorientierten Bereich oder dem reinen Personentransport, während der kleinste Diesel gut in den Stadtverkehr für eher volumen- als nutzlastorientierte Services dient.

Unterladefunktion neu

Wem die Nutzlast oder das Volumen nicht ausreichen sollte, kann den Wagen auch mit Anhängerkupplung ordern. Der neue Bulli zieht bis zu 2.500 Kilogramm. Käufer können auch wie bisher zwischen zwei Radständen wählen. In der Version als Kastenwagen gibt es jetzt auch eine Unterladefunktion, mit der sich lange Gegenstände auch unter den Beifahrersitz durchschieben lassen. In der Version mit kurzem Radstand erhöht sich die Ladelänge um 35 Zentimeter auf 2,80 Meter, in der Version mit langem Radstand um 40 Zentimeter auf 3,30 Meter.

Taktgeber fürs Segment

Fazit: VW Nutzfahrzeuge bringt seinen Bulli, den es seit 1950 auf deutschen Straßen gibt, erfolgreich ins digitale Zeitalter. Mit den technischen Leistungsdaten, seinen Fahrassistenzsystem und dem digitalen Angebot ist die Transporter-Ikone weiterhin einer der Taktgeber im Segment. 

 

Preis: Den Kastenwagen mit dem kleinen 90-PS-Diesel gibt es ab netto 22.990 Euro, als familienorientierter Multivan geht es mit dem 110-PS-Diesel ab netto 31.000 Euro los.

Text: / handwerksblatt.de

Kommentar schreiben

Das könnte Sie auch interessieren: