Verschiedene Verbände hatten ein flexibleres Arbeitszeitrecht gefordert.

Verschiedene Verbände hatten ein flexibleres Arbeitszeitrecht gefordert. (Foto: © Elnur Amikishiyev/123RF.com)

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Bundesregierung plant Flexibilisierung der Arbeitszeit

Handwerkspolitik

Die Bundesregierung will das Arbeitszeitgesetz flexibilisieren. Statt einer täglichen soll es bald eine wöchentliche Höchstarbeitszeit geben. Das Baugewerbe begrüßt die Pläne.

Künftig soll es statt einer täglichen Höchstarbeitszeit von acht beziehungsweise in Ausnahmefällen zehn Stunden eine wöchentliche Höchstarbeitszeit geben. Damit will die Bundesregierung nach eigener Angabe besonders kleinen und mittleren Unternehmen helfen. Das hat sie im Rahmen ihrer Tourismusstrategie beschlossen. Ein entsprechendes Gesetz soll noch in diesem Jahr kommen. Besonders in Tourismus- und Gastronomiebetrieben gibt es oft unregelmäßige Arbeitszeiten.

Verschiedene Verbände hatten ein flexibleres Arbeitszeitrecht gefordert. Mit der Umstellung auf wöchentliche Höchstarbeitszeiten könnten Unternehmen besser auf Produktionsspitzen oder unvorhersehbare Arbeitsbelastungen reagieren. Und Beschäftigte erhielten bei gleichbleibender Stundenzahl mehr Zeitautonomie und persönliche Freiräume. Dies fördere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, argumentierte ein Bündnis aus 29 Verbänden. Dazu gehört der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.

Der ZDB begrüßt die Pläne

Eine erste Reaktion auf die Pläne der Bundesregierung kommt aus dem Baugewerbe. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, begrüßt den Beschluss: "Gerade bei Baustellen, die weit vom Wohn- oder Betriebsort entfernt liegen, wie zum Beispiel bei Bahnbaustellen in abgelegenen Regionen, besteht sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Auftraggebern ein großes Interesse daran, nicht strikt nach dem klassischen Modell von fünf Arbeitstagen mit jeweils acht Stunden zu arbeiten."

Eine gebündelte Arbeitszeit bis Donnerstagabend könne dazu beitragen, Arbeiten früher abzuschließen, den Beschäftigten ein längeres Wochenende zu ermöglichen und gleichzeitig freitags eine Baustelle weniger im Netz zu haben. Das gelte sowohl für den Straßenbau und bei größerer Entfernung zum Betrieb auch für den Hochbau. Starre Tagesarbeitszeiten würden der Realität moderner Baustellen nicht mehr gerecht. "Wer montags auf einer entlegenen Baustelle beginnt, soll auch länger arbeiten dürfen, wenn dafür das Wochenende früher beginnt", so Pakleppa.

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Bauprojekte effizienter umsetzen

Längere Arbeitstage könnten durch freie Freitage oder verlängerte Wochenenden ausgeglichen werden. Gleichzeitig ließen sich Bauprojekte effizienter umsetzen, Verzögerungen besser auffangen und entlegene Aufträge zügiger abschließen. Pakleppa: "Auch eine Vier-Tage-Woche innerhalb der regulären 40-Stunden-Woche würde damit deutlich praxisnäher, ohne dass minimale Zeitüberschreitungen sofort zum Problem werden. Die Bundesregierung sollte den Koalitionsvertrag zügig umsetzen – für eine moderne und realitätsnahe Arbeitszeitpolitik in der Bauwirtschaft."

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Text: / handwerksblatt.de

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