Handwerksbäcker retten Altbier und die Umwelt
Das Altbier ist gerettet, alle Beteiligten freuen sich über das Rettungsbrot der Bäckerinnung Rhein-Ruhr.

Das Altbier ist gerettet, alle Beteiligten freuen sich über das Rettungsbrot der Bäckerinnung Rhein-Ruhr. (Foto: © Bäckerinnung Rhein-Ruhr)

Handwerksbäcker Rhein-Ruhr werden Altbier-Retter

Als die Handwerksbäcker Düsseldorf die Nachricht erhielten, dass möglicherweise viele Liter des guten Altbiers wegen des Lockdowns einfach weggeschüttet werden müssten, entwickelten sie einen Plan.

Die Lösung war einfach und lag auf der Hand: In Windeseile entwickelten Bäcker der Innung Rhein-Ruhr ein Brot. Sozusagen ein Altbier-Rettungsbrot als Rettungsboot für das schmackhafte Bier der Traditionsbrauerei Füchschen Alt.

Die Brauerei Füchschen hatte in den letzten Wochen und Monaten über 6.000 Liter Altbier gebraut. Durch die andauernde Pandemie und dem weiter bestehenden Lockdown für die Gastronomie näherte sich das Altbier bedenklich dem Verfallsdatum. Leider zurzeit in der Branche keine Seltenheit. Das Statistische Bundesamt meldete im Februar den niedrigsten Bierkonsum seit der Neufassung des Biersteuergesetzes im Jahre 1993.

Altbier wegschütten? Nein, wir backen ein Brot!

Doch Bäcker der Innung Rhein-Ruhr sind Lokalpatrioten. Sie überlegten, was passiert nun mit diesen 6.000 Litern Altbier aus der Düsseldorfer Privatbrauerei? Das Altbier einfach in den Ausguss zu schütten, ist nicht nur zu schade, sondern auch eine Belastung für die Umwelt und Klärwerke, wie die Stadtentwässerungsbetriebe auf Nachfrage mitteilten.

Die Handwerksbäcker setzten auf eine einfache Idee: Das Altbier-Rettungsbrot. Es besteht zu 100 Prozent aus Altbier. Dieses Brot kommt also ganz ohne Wasser aus, hat aber einen "glückselig beschwipsten Sauerteig" und wird in Form eines (Altbier-)Rettungsrings gebacken. Das Beste überhaupt: beim Verbraucher kommt kein wirksamer Alkohol an, sondern reiner Geschmack pur.

Eine einfach, aber tolle Idee der Innungsbäcker Rhein Ruhr: das Altbier-Rettungsbrot in Zusammenarbeit mit der Brauerei Füchschen Alt. Foto: © Wilfried MeyerEine einfach, aber tolle Idee der Innungsbäcker Rhein Ruhr: das Altbier-Rettungsbrot in Zusammenarbeit mit der Brauerei Füchschen Alt. Foto: © Wilfried Meyer

"Zuerst war ich doch recht schockiert, dass das, was wir hier in Handarbeit brauen und worauf wir in Düsseldorf besonders stolz sind, nun einfach wertlos weggeschüttet werden sollte. Aber genau an diesem Punkt hatten die Bäcker und ich anscheinend ähnliche Gefühle", lacht "Füchschen"-Brauer Peter König erleichtert über die Kreativität der Bäcker. "Mit dieser Weiterverwendung meines, unseres besten Bieres, bin ich zufrieden und ich freue mich ebenso über die Solidarität dieser Aktion", betont der Inhaber der Düsseldorfer Brauerei Füchschen. Nach der Entwertung durch den Zoll überließ er den Handwerksbäckern nicht nur kostenfrei das Altbier, sondern organisierte auch die Abholung und Betreuung.

"Wir backen das – gemeinsam!"

Zur Unterstützung der Brauerei Füchschen kann man zu jedem Altbier-Brot eine Flasche Füchschen erworben werden. Der Erlös kommt zu 100 Prozent der Brauerei zugute. Seit Beginn der Pandemie hatten die Bäcker bundesweit ausgerufen: "Wir backen das – gemeinsam!". Ein Slogan, dem sie bis heute treu bleiben.

Das sind die Altbier-Retter: die Bäckereien Pass und Puppe, der Stadtbäcker Westerhorstmann, Cölven, Behmer, Terbuyken, Oehme und Hinkel. Die Aktion wird über die Stadtgrenzen Düsseldorfs hinaus umgesetzt und kann auch die Altbier Liebhaber im nahen Essen zu Altbier-Rettern machen, denn auch die Essener Bäckerei der Gebrüder Förster und die Bäckerei Behmer mit Standorten und Bäckerei in Wuppertal machen mit und helfen aus gutem Bier bestes Brot zu machen.

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: