(Foto: © Dmitrii Shironosov/123RF.com)

Angeln: Spannende Entspannung

Die einen angeln für den Kochtopf, die anderen zur Entspannung. Wer diesem Hobby nachgehen will, muss aber erst einmal eine Prüfung ablegen.

Preisfrage: Gibt es etwas Langweiligeres als angeln? Ja: Leute, die anderen beim Angeln zusehen. Doch so ist das mit dem subjektiven Empfinden: Was die einen als reine Zeitverschwendung abtun, hat für andere meditativen Charakter. Angeln ist Ruhe, Entspannung, Natur, auch wenn es eigentlich eine Jagd ist.

Kein Angeln ohne Prüfung

Genau deshalb gibt es strenge Auflagen für das Angeln. Denn wer seinen Schwimmer im Wasser dümpeln sehen möchte, muss zuerst etwas leisten. Angeln dürfen nur die, die einen Fischereischein haben – und den gibt es nicht ohne Prüfung. Schließlich erfordert Angeln einiges an Fachwissen. Das fängt schon mit der Angelrute an. Es gibt sie in jeder Größe und jeder Preisklasse (eine Kohlefaserangel geht locker in den vierstelligen Euro-Bereich), und jede Angel hat einen ganz bestimmten Einsatzzweck.

Zum Angeln auf Raubfische wie Hecht, Zander oder Barsch braucht es eine andere Rute, Rolle und Schnur als zum Beispiel in der Königsdisziplin, dem Forellenfischen. Außerdem sollte man nicht nur einen Aal von einem Karpfen unterscheiden können; gerade bei Friedfischen tun sich selbst gestandene Profis schwer, die Fischart korrekt zu benennen.

Angeln ohne Erlaubnis ist Wilderei

Hinzu kommt: Fische genießen Schonzeiten, in denen die jeweilige Art nicht beangelt werden darf. Außerdem gibt es ein Mindestmaß, ab dem ein Fisch tatsächlich zu Hause in der Pfanne landen darf. Für die Angelprüfung empfiehlt sich ein Vorbereitungskurs, in dem man lernt, die passenden Angeln auszusuchen, wie man Knoten bindet, Fische unterscheidet und nicht zuletzt auch fachgerecht erlegt.

Mit dem Prüfzertifikat kann dann jeder seinen Fischereischein erwerben, den es für ein oder für fünf Jahre gibt. Nach Ablauf lässt er sich beliebig verlängern; die Prüfung ist nur einmal abzulegen. Allerdings steht noch ein Schein zwischen dem Angelvergnügen: die Erlaubnis für das jeweilige Gewässer. Sie gibt es bei Ämtern, in Angelgeschäften, bei Vereinen oder Besitzern. Wer ohne diese Erlaubnis angelt, begeht Wildereiund die ist strafbar.

Angelschein für den Urlaub

Daher lohnt es sich, vorher einmal nachzufragen, wo es die Erlaubnis gibt. Immerhin: In manchen Urlaubsorten gibt es auch Angelscheine ohne die Prüfung, allerdings begrenzt auf die Urlaubsdauer. So lässt sich auch ohne vorherigen Aufwand feststellen, ob einem Angeln liegt oder doch nur Langeweile ist. Da aber in Deutschland unzählige Menschen diesem Hobby frönen, gibt es bestimmt auch einen Angler oder eine Anglerin im Bekanntenkreis, die gerne ihr Wissen teilen.

Und wer einmal in der Ruhe am Wasser die Spannung erlebt hat, wenn ein Fisch gebissen hat, wird das so schnell nicht vergessen. Vor allem nicht, wenn es einer von den Kapitalen ist, die es bei uns gibt: Hechte von 1,40 m sehen richtig mickrig gegen Welse oder Waller, wie sie auch heißen, aus. Die größten mit Angeln gefangenen Exemplaren hatten eine Länge von 2,80 Metern.

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale DHB registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: