Die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten auf der Tagung in Chemnitz.

Die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten auf der Tagung in Chemnitz. (Foto: © Romy Weisbach)

Arbeitnehmervertreter fordern neuen Branchendialog Handwerk

Politik

Beim Treffen verabschiedeten die Arbeitnehmervertreter der Kammern eine Resolution zur Sicherung von Fachkräften und Ehrenamt im Handwerk.

"Wir brauchen einen Branchendialog Handwerk." So lautet der Titel der Resolution, die die Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen und -Vizepräsidenten der Handwerkskammern in Deutschland auf ihrer Frühjahrstagung in Chemnitz verabschiedet haben. Damit reagieren sie auf die Herausforderungen, die Klimawandel, Digitalisierung, der demografische Wandel und der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien für das Handwerk und seine Arbeitnehmer mit sich bringen. Sie fordern die Bundesregierung, den Deutschen Gewerkschaftsbund und Zentralverband des Deutschen Handwerks in ihrer Resolution auf, den Transformationsprozess für das Handwerk schnellstmöglich flankierend durch einen Branchendialog Handwerk zu begleiten.

"Zentrale Herausforderung ist und bleibt die Fachkräftegewinnung und -bindung", sagte Joachim Noll, Vizepräsident des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT). Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Handwerk bedürfe es einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen, mehr Mitbestimmung und einer Aus- und Weiterbildungsinitiative. Die Erfahrungen aus dem Branchendialog Handwerk 2015 zeigten, dass es wichtig sei, die anstehende Transformation im Handwerk als Prozess zu begreifen, um nachhaltige Wirkung zu erzielen. Antworten auf die anstehenden Herausforderungen müssten auf vielfältigen Feldern entwickelt werden. Noll: "Erfolg wird sich nur einstellen, wenn alle Akteure mitgenommen werden können. Um die notwendigen Veränderungen sinnvoll zu begleiten sollte der Branchendialog Handwerk deshalb als Prozess über die ganze Legislaturperiode angesetzt werden."

Fachkräfte ausbilden und halten

Weiter heißt es zum Thema Fachkräfte in der Resolution: "Das Handwerk muss Fachkräfte nicht nur ausbilden, sondern auch halten. Es muss wieder attraktiver für Fachkräfte werden." Außerdem werde es wichtig sein, die Fachkräfte, die bereits im Beruf arbeiten, mitzunehmen und entsprechend zu qualifizieren. "Hier müssen in einem Branchendialog Handwerk Lösungen entwickelt werden, die aktuell zu geringe Weiterbildungsquote im Handwerk deutlich zu verbessern und Betrieben die Notwendigkeit, ihre Mitarbeiter auch in der aktuellen Hochkonjunkturphase und trotz voller Auftragsbücher, weiter zu qualifizieren und auf neue Anforderungen insbesondere durch die zunehmende Digitalisierung vorzubereiten."

Ehrenämter seien ein wichtiger Teil der demokratischen Selbstverwaltung des Handwerks. Die Kammern sollen dazu verstärkt auch Kreishandwerkerschaften und Innungen ansprechen. In der Resolution wird dazu weiter ausgeführt: "Beteiligung zu schaffen und den Interessen des Handwerks eine Stimme gegenüber der Politik zu verschaffen ist eine zentrale Aufgabe der demokratischen Selbstverwaltung des Handwerks." Darüber hinaus übernehme sie wichtige hoheitliche Aufgaben für den Staat. "Dies scheint vielfach in Vergessenheit geraten zu sein. Eine wichtige Aufgabe des Branchendialogs Handwerk sollte es daher sein, im Handwerk selbst, wie auch im politischen Raum die Bedeutung des handwerklichen Ehrenamts wieder deutlich zu machen." Arbeitnehmervertreter in den Organen der Handwerkskammern und Innungen wie auch im Prüfungswesen erfüllten hier einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag. Es seien zehntausende Ehrenamtliche, deren Engagement im Prüfungswesen und den Kammern und Innungen das Handwerk täglich stärkt. "Hierfür gilt es wieder eine Anerkennungskultur zu entwickeln."

Teilnehmer für die DHKT-Wahlen bestimmt

Auf der zweitägigen Tagung wurden auch die Teilnehmer für die DHKT-Wahlen im Dezember in Augsburg bestimmt: die Bewerber für den Ausschuss Berufsbildung und dessen fünf Planungsgruppen sowie die Bewerber für den Ausschuss Gewerbeförderung. Für den DHKT-Vorstand wurde Stefan Cibis von der Handwerkskammer Oldenburg vorgeschlagen, zum Vizepräsident des DHKT wurde Amtsinhaber Joachim Noll nominiert. Noll ist auch Vizepräsident der Handwerkskammer Koblenz. Gastreferenten wie Thomas Kralinski, Staatssekretär im Sächsischen Wirtschaftsministerium und Michael Uhlmann von der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH sorgten für fachliche Impulse. Thematisiert wurde zudem das neue Verfahren zur Benennung von Arbeitnehmer-Mitgliedern für Prüfungsausschüsse über die Gewerkschaften.

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Text: / handwerksblatt.de

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