Berthold Schröder, Hans-Wilhelm Flegel, Björn Heinzmann, Andreas Pinkwart und Nild Berndt (V. l.) bei der Verleihung des Innovationspreises Handwerk in Düsseldorf.

Berthold Schröder, Hans-Wilhelm Flegel, Björn Heinzmann, Andreas Pinkwart und Nild Berndt (V. l.) bei der Verleihung des Innovationspreises Handwerk in Düsseldorf. (Foto: © WHKT / RG)

Mit Innovationen auf dem Weg in die Zukunft

Politik

Zwei Unternehmen erhielten in Düsseldorf den Innovationspreis Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Wirtschafts- und Digitalministerium verlieh die Auszeichnung zum zweiten Mal.

Die digitale Transformation ist auch im Handwerk in vollem Gange. Viele Betriebe nutzen die Chancen des Wandels und entwickeln auch mit Hilfe digitaler Technik innovative Produkte, Prozesse und Dienstleistungen. Alle zwei Jahre sucht das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalministerium die besten Ideen und würdigt sie mit dem Innovationspreis Handwerk des Landes NRW. In diesem Preis wurde er zum zweiten Mal verliehen. Beworben hatten sich 27 Betriebe. Eine vom Ministerium und Westdeutschen Handwerkskammertag eingesetzte Jury wählte zwei Innovationen aus. Gesucht wurden Produkte oder Dienstleistungen mit neuen oder deutlich verbesserten Eigenschaften oder verbesserte Produktions-, Vertriebs- oder Organisationsmethoden. In diesem Jahr wurden zusätzlich kreative Lösungen im Umgang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie berücksichtigt.

Bei der Preisverleihung in Düsseldorf hatte Staatsekretär Christoph Dammermann die Gelegenheit, den Preisträgern zu gratulieren, weil Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart sich verspätete und erst später eintraf. "Die Digitalisierung war und ist ein wichtiger Teil der Lösung vieler Herausforderungen“, so Dammermann. Jeder Wirtschaftszweig müsse sich anpassen. Der Blick müsse dabei auch auf innovative Leuchtturmprojekte aus der Praxis des Handwerks gelenkt werden. "Innovationen sind die Grundlage, um den anstehenden Transformationsprozess der Wirtschaft auch im Mittelstand und ganz besonders im Handwerk voranzutreiben." Es gehe um Ideen für pragmatische Lösungen und die Kompetenz diese Ideen dann auch umzusetzen. Der Innovationspreis solle dabei auch zeigen, dass das Handwerk nicht verstaubt ist, sondern sich immer wieder erneuert.

Möglichst viele Betriebe mitnehmen

"Wir waren mit dem Bewerberfeld und mit den ganz unterschiedlichen Innovationsschwerpunkten sehr zufrieden“, betonte Berthold Schröder, Vizepräsident des WHKT. Gleichwohl könne noch mehr kommen. "Ich glaube, dass viele Unternehmen unterschätzen, in welchem Umfang sie innovativ sind." Auf der anderen Seite gebe es noch einige Betriebe, die bei der Digitalisierung hinterherhängen. Es gehöre auch zur Aufgabe der Handwerksorganisationen, hier Unterstützung zu leisten, um möglichst viele Betriebe auf dem Weg in die Zukunft mitzunehmen. Für das Sehzentrum Optik Schmitz aus Dortmund, Preisträger in der ersten Kategorie (Betrieb mit weniger als zehn Beschäftigten) gilt das aber nicht. "Mit Ihrer Innovation erleichtern und verbessern Sie den Lebensalltag vieler Menschen ganz konkret", so Schröder

Der Augenoptikerbetrieb entwickelte eine Spezialbrille mit dem Namen "Bestmacula" für Menschen mit Netzhauterkrankungen, wie der "Macula Degeneration". Inhaber Nils Berndt habe über knapp 20 Jahre kontinuierlich in seinen Maschinenpark investiert, um bessere Brillen machen zu können. Dabei sei seine Innovation als konsequente Weiterentwicklung bisher bekannter Spezialbrillen aus dem Tagesgeschäft heraus entstanden. "Die Brillen werden für jeden Kunden individuell angefertigt", erklärte Berndt. Deswegen sei die Produktion der Sehhilfen für große Brillenproduzenten gar nicht ohne Weiteres reproduzierbar. Dennoch habe er sich den für die Produktion notwendigen Messvorgang patentieren lassen. Ein Jahr lang habe er dafür mit dem Patentamt in Verbindung gestanden "Also müssen alle zu mir nach Dortmund kommen", sagte er schmunzelnd.

Innovation für die Veranstaltungsbranche

Gewinner in der zweiten Kategorie (Betrieb mit mindestens zehn Beschäftigten) ist die H.O.F. Alutec Metallverarbeitungs GmbH & Co. KG aus Mettingen im Münsterland. Der Metallbaubetrieb entwickelt Lösungen im Bereich Aluminium- und Stahlbau besonders für Festinstallationen und flexible Konstruktionen für die Event- und Konzertbranche. Die prämierte Innovation ist eine Weiterentwicklung der Traversentechnologie inklusive eines dazugehörigen Transportsystems und trägt den Namen „Moving Light Truss2“. Damit lässt sich Lichttechnik nicht nur sicher und platzsparend transportieren, sondern sich auch wesentlich schneller als bisher auf- und abbauen. Die Geschäftsführer Hans-Wilhelm Flegel und Björn Heinzmann nahmen den Preis entgegen. Die Erfindung sei deswegen besonders nützlich, da sie den durch die Corona-Pandemie bedingten Mitarbeiterschwund ein Stück weit ausgleichen könne.

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Text: / handwerksblatt.de

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