Das Handwerk im Ruhrgebiet befürchtet große Umsatzeinbußen während der vierten Corona-Welle.

Das Handwerk im Ruhrgebiet befürchtet große Umsatzeinbußen während der vierten Corona-Welle. (Foto: © bjoernalberts/123RF.com)

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Ruhrhandwerk: Vierte Corona-Welle bereitet Sorgen

Handwerkspolitik

Nach dem Lockdown hatte sich die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Ruhrgebiet verbessert. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens ist die Sorge groß, dass es erneut zu deutlichen Umsatzeinbußen kommt.

Nach dem Corona-Lockdown im Frühjahr hat sich die wirtschaftliche Lage des Handwerks in der Region Ruhr wieder entspannt. Der Geschäftsklimaindex stieg im Herbst um elf Punkte auf einen Wert von 124. Im östlichen Ruhrgebiet rund um Dortmund kletterte das Konjunkturbarometer sogar auf 129 Punkte – deutlich mehr als in der Emscher-Lippe-Region mit 109 Punkten und ím rheinischen Teil des Ruhrgebiets mit 120 Punkten. Das Vor-Corona-Niveau vom Herbst 2019 wurde noch nicht erreicht.

Hans Hund Foto: © Teamfoto MarquardtHans Hund Foto: © Teamfoto Marquardt

Die Auftragsreichweite konnte auf 8,1 Wochen ausgeweitet werden, die Auslastung liegt bei 79 Prozent. "Vor allem das Bauhauptgewerbe und das Ausbaugewerbe hat alle Hände voll zu tun“, betont der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund, im Namen der Arbeitsgemeinschaft Handwerk Region Ruhr, in der die drei Handwerkskammern und elf Kreishandwerkerschaften der Region zusammenarbeiten. "Maßnahmen für mehr Klimaschutz und die Modernisierung der Infrastruktur werden auf absehbare Zeit für volle Auftragsbücher sorgen. Was uns fehlt sind die Fachkräfte, die das alles umsetzen sollen."

Probleme auch für gesunde Betriebe

Hund äußert die große Sorge, dass die vierte Corona-Welle jetzt genau die treffen wird, die ihre kritische Lage verbessern konnten und im Herbst "wieder Licht am Horizont gesehen haben". Der Ausfall von Veranstaltungen und die notwendige Durchsetzung von 2G- oder 3G-Regelungen würden unvermeidlich zu Umsatzeinschränkungen vor allem bei Friseuren, Kosmetikern, Fleischern oder Fotografen führen.

Neben den Corona-Einschränkungen, die vermutlich noch weiter verschärft werden, gebe es aber noch weitere Belastungen für das Handwerk: "Materialengpässe und Preissteigerungen führen dazu, dass auch an sich kerngesunde Betriebe mit vollen Auftragsbüchern auf einmal in die Kurzarbeit rutschen, weil ihnen das Material fehlt oder der Bauablauf sich verzögert", so Hund. Ein Problem auch aus Sicht der Verbraucher, denn zwei Drittel aller Bauhandwerker berichten über gestiegene Verkaufspreise. Insgesamt berichten 54 Prozent der Handwerker, dass sie die Preise erhöhen mussten.

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Gewerbeflächen ausweisen

"Fachkräftemangel und Lieferkettenprobleme machen deutlich, dass wir auch in der Region Ruhr strukturelle und nachhaltige Ansätze brauchen, um mittelständisches Unternehmertum zu stärken", erklärt Hund. Das Handwerk fordere schon lange, dass bestehende Gewerbeflächen besser gegen Nutzungskonkurrenzen gesichert und neue Flächen ausgewiesen werden. Doch dem steht die Flächenknappheit in der Region entgegen. Hund: "Unerlässlich für die Region ist, dass der Regionalplan Ruhr auf diese grundlegende Herausforderung so bald als möglich eine Antwort gibt."

Quelle: HWK Münster

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Text: / handwerksblatt.de

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