Design und Funktionalität stehen für DBL im Vordergrund bei der modernen Workwear. (Foto: © DBL)

Modische Statements smart designt

Arbeitskleidung muss nicht langweilig sein. Im Gegenteil: die Hersteller bemühen sich um funktionales und smartes Design.

Das eine schließt das andere nicht aus. Arbeits- und Schutzbekleidung schützt den Träger vor Unfällen. Immer deutlicher wird jedoch der modische Aspekt der Workwear. Intelligente Lösungen und neue Materialien bei der Schutzkleidung unterstreichen diesen Trend. Die neuesten Entwicklungen zeigt vom 5. bis 8. November die A + A, Fachmesse mit Kongress in Düsseldorf.  Wie perfekt Schutz und Design in die Arbeitskleidung einfließen kann, präsentieren die täglich stattfindenden Fashion Shows der A+A in Halle 11. 

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Modisch ist "in"

Blaumann und Kittel haben ausgedient. Längst nehmen Funktionsjacken und Hoodies in modischen Farben einen immer größeren Stellenwert im Handwerk ein. Das beobachtet auch Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH (DBL) aus Zirndorf: "Es geht nicht mehr nur um Funktionalität, sondern immer mehr auch um Identität". Die Kleidung soll auf Anhieb zu erkennen geben wer man ist. Gerade das Handwerk drückt so seine Zuverlässigkeit und seine Kompetenz aus. Cool. Soverän. Attraktiv. Ein Bild, das sich immer häufiger zeigt. Selbstbewusst stoppen die Handwerkerin und der Handwerker in seiner Workwear mit einem lässigen Selbstverständnis kurz mit dem Firmenwagen am Supermarkt oder einem Café, bevor es auch schon zum nächsten Einsatz geht. "Es ist das, was sich Konfektionäre wünschen, wenn sie Berufskleidung designen", lacht Carla Cacitti, Leiterin Produktmanagement und Entwicklung bei BP Bierbaum & Proenen, dem Kölner Hersteller von Arbeitskleidung.

Die optischen Übergänge zwischen Berufskleidung und Trekking- und Outdoormode sind schon seit langem fließend. Nahm bislang die Freizeitkleidung Einfluss auf die Arbeitskleidung, funktioniert das heute vorwiegend umgekehrt. Vor allem auch, weil sie smart designt ist. Doch so schön die Optik ist, so wichtig bleiben nach wie vor die Funktionalität und der Tragekomfort. "Die Professionalität ist den Trägern extrem wichtig", so Carla Cacitti. Den Wunsch nach Identität und ein neues Selbstbewusstsein erkennt auch das Deutsche Modeinstitut (DMI). "Das Handwerk hat in einem überakademisierten Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich eine deutliche Aufwertung erfahren." Der gesteigerte Berufsstolz äußerst sich nach Meinung von Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des DMI, in einer ästhetisch anspruchsvollen Berufsmode aus.

Mehr Casual, aber 100 Prozent Funktionalität

Mit motion ten trifft Engelbert Strauss das richtige Verhältnis zwischen Work- und Casual-Wear. Foto: © Engelbert Strauss GmbH & Co. KG
Mit motion ten trifft Engelbert Strauss das richtige Verhältnis zwischen Work- und Casual-Wear. Foto: © Engelbert Strauss GmbH & Co. KG

Der neue Style hebt sich auch in der Jubiläumskollektion e.s.motion ten des Berufskleidungsherstellers Engelbert Strauss deutlich hervor. Die Workwear-Linie im Casual-Style mit strapazierfähigen Arbeitshosen aus neuem Material kommt in einer lässig gewaschenen Optik daher. Die typische Handwerkerhose wurde 2009 gemeinsam mit Handwerkern aus verschiedenen Branchen kreiert. Zehn Jahre später kommt "der akkurate Klassiker mit den bewährten Taschenfeatures kombinieren wir mit einem komfortablen, verstärkten Baumwollstoff in lässiger gewaschener Optik", beschreibt Henning Strauss die neuen Workwear Label  als mehr Casual aber auch100 Prozent Funktionalität. Zum Start erscheint e.s.motion ten mit lässigen Cargohosen, Shirts und einer Vielzahl an Jacken in den Farben der Natur. Ergänzt wird die Linie durch starke Accessoires. Von der Werkzeugtasche bis zum Messenger Bag machen sie den Look erst so richtig perfekt.

Individualität bis ins Detail

0-8-15 kann jeder. Aber ist es nicht für die Handwerker viel nachhaltiger, auf individuelle Arbeitskleidung zu gehen? Wer trägt schon gerne Mainstream, wenn die eigene Firma ganz groß auch mit der Kleidung rauskommen will?  Genau an diesem Punkt setzt Weitblick an. Individualität bis ins kleinste Detail lautet die Devise. Ob ein Logo-Patch für höchst filigrane Handwerkerlogos oder eine Einstickung der Mitarbeiternahmen. "So speziell, wie die Arbeit des Handwerkers, so ausgefallen und eigen wünscht sich der Handwerker seine Firmenkleidung", betont das Unternehmen aus dem hessischen Kleinostheim. Mit durchdachten Details, modernen Looks und sorgfältig ausgewählten Materialien liefert der Berufskleidungshersteller Produkte, an dem jeder lange Freude hat. Auch in Sachen Nachhaltigkeit punktet das Unternehmen und bietet im Bereich Workwear ein Mietsharing an. Der  Mitwäschekreislauf schont wertvolle Ressourcen.

Schutz gegen Störlichtbogen

Bequem, cool und vor allem sicher: die Schutzkleidung von MEWA. Foto: © MEWA
Bequem, cool und vor allem sicher: die Schutzkleidung von MEWA. Foto: © MEWA

Ob Elektriker, Energieversorger oder Elektroanlagenbauer, wer im elektronischen Umfeld arbeitet, sieht sich der Gefahr eines Störlichtbogens ausgesetzt. Bequem, cool und vor allem sicher bietet MEWA mit der Dynamic Alround Arc eine modische und sportliche Schutzbekleidung an. Reflexstreifen unterstreichen die Optik und sorgen für gute Sichtbarkeit. Zahlreiche Taschen bieten genügend Raum für das benötigte Werkzeug. Für die absolute Sicherheit sind die Druckknöpfe verdeckt und weitere praktische Details, die im Arbeitsalltag den Unterschied machen. Damit die Schutzfunktionen langfristig erhalten bleiben, bietet MEWA die Kleidung im Full-Service an. Die Kleidungsstücke werden geliefert, nach Gebrauch abgeholt, fachgerecht gepflegt und wieder ausgeliefert.

100 Prozent Rock Solid

Egal, ob in einer Werkstatt, auf einer schlammigen Baustelle oder im Funkenflug. Wo normale Arbeitskleidung an ihre Grenzen stößt, spielt die Workwear von Bläkländer ihre Qualität erst richtig aus. Mit der neuen Limited Edition-Kollektion von Blakläder können Handwerker jetzt sogar die Kleidungsstücke bequem zu Hause tragen. Die neue Kollektion bietet die Möglichkeit "100 Prozent Rock Solid" (handfest) zu sein. Sie besteht aus einem Hoodie, Sweatshirts mit dem Druck "Stick to your rules or make your own". Vervollständigt wird die Linie durch Sweathosen und T-Shirts. Das Material ist ein weicher Sweatstoff aus einer Baumwoll-Polyester-Mischung. Mit dem Frotteestrick und der aufgebürsteten Innenseite ein mehr als komfortables Kleidungsstück.

Für alle die den "Urban-Style" lieben ist die Strickjacke Light von Kübler eine ideale Begleiterin in der Überganszeit. Von der hochwertigen Verarbeitung und den durchdachten Ausstattungsdetails profitieren die Träger während der Arbeit und in der Freizeit. Durch den figurbetonten Schnitt verkörpert die einen coolen Chic. Kapuze, hochschließender Kragen, Frontreißverschluss mit Kinn- und Windschutzblende und ein verlängerter Rücken helfen, den Körper warm zu halten. Ergonomisch geschnittene Ärmel sorgen für viel Bewegungsfreiheit. Eine Napoleontasche mit Reißverschluss sowie zwei Seitentaschen bieten ausreichend Platz, um Utensilien sicher zu verstauen.

Wiedererkennung gesichert

Würth Modyf packt für die A + A in Düsseldorf insgesamt vier Kollektionen in den Koffer. Darunter die innovative Stretch X Kollektion. Seit Anfang des Jahres auch für Damen erhältlich, erweitert das Unternehmen aus Künzelsau die Palette um die langersehnte Farbe schwarz. Damit stehen insgesamt acht verschiedende Farben für Sie und Ihn zur Verfügung. Unkompliziert lassen sich die Farben Stretch X Kollektion miteinander kombinieren. Ein echter Hingucker ist die Zusammenstellung der schwarzen Ausführung mit den Farben, rot, grün oder weiß. Der Wiedererkennungswert ist so für jeden Handwerker gesichert

Gleicher Maßstab, neuer Ansatz. Die Workwear von Kansas aus Hamburg erfüllt seit 1952 Ansprüche an Qualität, Tragekomfort und Funktionalität. Bei ICON X wurde zudem viel Wert auf Design in einer modernen Passform gelegt. Die Kollektion umfasst Hosen, Latzhosen und Pullover. Wichtig war den Designern der Aspekt "freizeittauglich". Die Kleidungsstücke wurde gemeinsam mit Handwerkern entwickelt. Zu dem modischen Aspekt gesellen sich Strapazierfähigkeit, Tragekomfort sowie zahlreiche Taschen mit Platz für Ausrüstung und Werkzeug.

Individueller Auftritt

Für die Bekleidungsingenieurin Corinna Horndahl vom Hamburger Konfektionär teamdress steht vor allem der Wohlfühlcharakter der Kleidung im Fokus. Für die Bekleidungsexpertin reichen Latzhose, Bundhose und Jacke heute nicht mehr aus. "Gewünscht werden verstärkt zum Design passende Funktionstextilien wie Softshell- und Fleecejacken." Auswahl und Vielfalt in einer Kollektion sind daher heute für den individuellen Auftritt eines jeden Handwerkers und das eigene Wohlfühlen ein absolutes Muss. "Bei allem modischen Selbstbewusstsein, die Kleidung muss aber auch extreme Bewegungen mitmachen, muss also gut sitzen und absolut bequem sein",  so Corinna Horndahl. Ihr Fazit: "Das alles schafft moderne Workwear heute."

Text: / handwerksblatt.de

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