Der neue Porsche Taycan arbeitet mit den beiden Leistungsstufen Turbo und Turbo S.

Der neue Porsche Taycan arbeitet mit den beiden Leistungsstufen Turbo und Turbo S. (Foto: © Porsche)

Porsche Taycan: Neuer Stromsportler aus Zuffenhausen

Porsche hat sich mit dem jüngsten Modell elektrifiziert. Der Porsche Taycan soll Sportfahrer mit Topleistungen beeindrucken. Hält der neue Stromsportler, was er verspricht?

Nur ganz wenige Marken kommen mit einem Leistungsversprechen daher. Bei Porsche klingt schon im Namen irgendwie das Wort "Tempo" mit. Aber wie passen Elektromobilität und Sportwagen zusammen? Die Zuffenhausener haben schon mit Hybrid-Modellen gezeigt, was geht – und jetzt kommt der erste rein elektrische Sportwagen aus der Edelschmiede: der Taycan.

Verkürzte Ladezeiten

Porsche nutzt dabei die Chance, mit einem neuen Auto auch etwas völlig neues zu machen. Etwa bei der Systemspannung. Arbeiten die meisten Fahrzeuge mit 400 Volt, hat Porsche mal eben die Voltzahl verdoppelt. Der Vorteil: Mit 800 Volt verkürzen sich die Ladezeiten. So soll der vollelektrische Taycan an einem besonders schnellen Super-Charger in nur 23 Minuten von fünf auf 80 Prozent wieder befüllt sein.

Dass Porsche damit auch eine Vorreiterrolle einnimmt, versteht sich fast von selbst. Schauen wir uns den Wagen genauer an. Mit einer Länge von 4,96 Meter passt der Taycan zwischen dem 911er und dem Panamera und erinnert optisch an der Konzeptstudie Mission E, die der Sportwagenbauer 2015 vorgestellt hatte.

Die gegenläufigen Türen der Studie hat der Taycan allerdings nicht geerbt. Hinein kommen Fahrer und Mitfahrer nur mit etwas Geschicklichkeit – für Sportwagenfahrer eine gelebte Praxis. Innen im Taycan wird es eng – aber das teilt der Wagen ohnehin mit sämtlichen Coupés.

Porsche Taycan mit Turbo

Das dürften die Mitfahrer hinten deutlich spüren, vorne ist es relativ bequem, vorausgesetzt, man sieht Sportsitze auch wirklich als bequem an. Erstaunlich, dass Porsche bei dem Taycan tatsächlich mit dem Begriff "Turbo" arbeitet. Klar, dass der Taycan keinen Verbrenner und damit auch keinen echten Turbolader an Bord hat. Porsche nimmt die Bezeichnungen Turbo und Turbo S, um einmal die beiden Leistungsstufen und zum zweiten die traditionellen Ausstattungsstufen zu benennen.

Dass der Wagen nur die etwas wohlhabenderen Mitmenschen sein dürfte, zeigt schon der Preis von 123.320 Euro für die Einstiegsvariante mit satten 680 PS. Rund 27.000 Euro müssen Käufer noch mal drauflegen, wenn sie Turbo-S-Ausführung mit 761 PS haben wollen.

Synchronmotoren an Vorder- und Hinterachse

Das Cockpit des Stromporsches erinnert ein wenig an den Ur-911er, der 1963 erstmals auf die Straße gelassen wurde. Das digitale Zeitalter findet sich mit dem 16,8 Zoll großen Kombiinstruments. Das Display steht frei und besteht auf seiner Frontseite aus Echtglas und lässt sich leicht ablesen. Statt des herkömmlichen Drehzahlmessers befindet sich im Taycan ein zentral angeordnetes Powermeter.

Angetrieben wird der Taycan durch zwei leistungsstarke Synchronmotoren an der Vorder- und Hinterachse, was natürlich auch bedeutet, dass er serienmäßig Allrad hat. Jeder Elektromotor wird unabhängig voneinander gesteuert und kann daher individuell die Kraft verteilen. Die Gesamtleistung ist sowohl im Turbo als auch im Turbo S mit jeweils 625 PS (460 kW) identisch.

Sie unterscheiden sich durch die Launch Control, mit der sich 2,5 Sekunden lang noch wesentlich mehr Power abrufen lässt – und das sogar häufig hintereinander ohne Leistungsverlust. Im Falle des Turbo S wirft der Taycan ein Drehmoment von 1.050 Newtonmeter auf den Asphalt, in der Einstiegsversion mit den 680 PS sind es auch schon satte 850 Nm. Wer Beschleunigung liebt, sollte den Turbo S fahren: In 2,8 Sekunden ist er auf Tempo 100, 9,8 Sekunden braucht er bis Tempo 200. Auch der Turbo beeindruckt mit seinen 3,2 Sekunden von Null auf Tempo 100.

Elektromotor mit Zweigang-Getriebe verbunden

Der Elektromotor im Heck ist an der Hinterachse mit einem Zweigang-Getriebe verbunden. Der erste Gang ist kurz übersetzt und sorgt für die enorme Beschleunigung, der zweite, langübersetzte Gang hilft, den Wagen voll auszufahren. Schluss ist bei 260 km/h. Hier Porsche das Tempo limitiert.

Mehr muss auch nicht: Schon die Beschleunigung raubt einem dem Atem – und das, obwohl der Wagen rund 2,3 Tonnen wiegt. Was fehlt, ist der typische Klang. Denn der Sound kommt entweder leise zischend oder mittels Soundgenerator tief grummelnd wie eine auf Speed getunte Straßenbahn.

Auf dem Asphalt beeindruckt das Zusammenspiel des Allradantriebes und der Traktionsregelung. Blitzschnell passt sich der Sportwagen den Straßenverhältnissen an. Dafür sorgen die elektronischen Regelsysteme, die etwa fünf Mal so schnell wie in einem Verbrenner arbeiten.

Neues Modell holt sich Energie zurück

Für Fahrkomfort sorgt eine Dreikammer-Luftfederung, die ebenfalls zur Serienausstattung gehört. Immerhin holt sich der Taycan dank Rekuperation Energie zurück und das mit bis zu 265 kW. Ob der Taycan rekuperiert oder segelt, das entscheidet auch eine Frontkamera mit.

Der Energiespeicher besteht aus 93,4 kWh starken Lithium-Ionen-Akkus. Sie liegen flach im Fahrzeugboden. Laut Porsche soll der Taycan Turbo damit bis zu 450 Kilometer schaffen, gemessen nach der WLTP-Norm. Etwas weniger ist es beim Turbo S, da sind es 412 km.

Text: / handwerksblatt.de

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