Objekt „Will to live“ von Staatspreisträgerin Julia Saffer.

Objekt "Will to live" von Staatspreisträgerin Julia Saffer. (Foto: © Dirk Thiesen Fotografie)

Etwas können und etwas zu sagen haben

Ausstellung: Das Land Rheinland-Pfalz und die Handwerkskammern vergeben Staats- und Förderpreis des Kunsthandwerks in Ludwigshafen.

Zum 21. Mal wurde Ende April der Staatspreis für das Kunsthandwerk Rheinland-Pfalz vergeben, und mit ihm der Förderpreis für das Kunsthandwerk und der Preis des Handwerks. In diesem Jahr fand die feierliche Preisverleihung im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen statt, wo bis Mitte Juni auch die ausgezeichneten Werkstücke der teilnehmenden Kunsthandwerker bewundert werden können.

Mit dem Wettbewerb werden alle drei Jahre zukunftsweisende Ideen und überdurchschnittliche Arbeiten gewürdigt. Dieses Mal musste die fünfköpfige Jury über 77 Bewerbungen aus den Bereichen Schmuck, Holzbearbeitung, Textil, Keramik, Musikinstrumentenbau, Papier, Steinbearbeitung, Metallgestaltung, Flechtwerkgestaltung, Fotografie und Edelsteinbearbeitung entscheiden. Insgesamt sieben Preisträgerinnen und Preisträgern ist es gelungen, in einem zweistufigen anonymisierten Verfahren die Jury, berufen vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, von der herausragenden Qualität ihrer Arbeiten zu überzeugen.

Exzellenz nach außen darstellen

Schreibtisch Ground Control von Förderpreisträger Jakob Waffender. Foto: © Dirk Thiesen FotografieSchreibtisch Ground Control von Förderpreisträger Jakob Waffender. Foto: © Dirk Thiesen Fotografie

"Handwerk ist ja schon einmal Kunst als solche", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Andy Becht, der die Glückwünsche von Wirtschaftsministerin Daniela Schmidt überbrachte. Dennoch seien Termine wie die Verleihung des Staatspreises wichtig, um Exzellenz auch nach außen darzustellen. Denn der "Block" Kunst setze sich bekanntermaßen aus dem Könne und dem Künden zusammen. "Das heißt, man muss was können, man muss aber auch etwas zu sagen haben", so Staatssekretär Becht. Es sei schön, dass das bei diesem Wettbewerb zelebriert werde.

"Das kunsthandwerkliche Produkt ist das Ergebnis von handwerklichen Fertigkeiten und den individuellen und kreativen Fähigkeiten des Gestalters", griff Dirk Fischer, Präsident der Handwerkskammer der Pfalz, Bechts Überlegung in seinem Grußwort auf. Allen Preisträgern sei es auf besondere Wiese gelungen, handwerkliche Fähigkeiten mit gestalterischen Kompetenzen zu verknüpfen. "Sie haben es geschafft, unkonventionelle, fantasievolle Ideen handwerklich anspruchsvoll umzusetzen", gratulierte Fischer. Sein Dank gebühre aber allen Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern, die die Mühe auf sich genommen und am Wettbewerb in diesem Jahr teilgenommen haben.

Staatspreis an drei Kunsthandwerker

Die Preisträger 2022 Foto: © Andreas SchröderDie Preisträger 2022 Foto: © Andreas Schröder

Der Staatspreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und wird vom Wirtschaftsministerium des Landes ausgelobt, erklärt Karin Bille, Leiterin der Beratungsstelle Formgebung der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz, die im Auftrag der Handwerkskammern und des Wirtschaftsministeriums sowohl den Wettbewerb als auch die Preisverleihung und Ausstellung seit vielen Jahren erfolgreich organisiert. In diesem Jahr wurde der Staatspreis an drei Kunsthandwerker vergeben, die sich das Preisgeld teilen. Auch der Förderpreis, dotiert mit insgesamt 3.000 Euro und von der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern ausgelobt, wurde 2022 auf drei Preisträger aufgeteilt. Der Förderpreis richtet sich an junge Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mit dem Preis des Handwerks Rheinland-Pfalz ist eine Geldzuwendung der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz von insgesamt 5.000 Euro verbunden.

Die Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum (Berliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen; wilhelmhack.museum/de), die nach der feierlichen Veranstaltung eröffnet wurde, präsentiert bis zum 19. Juni insgesamt 175 Einzelstücke sowohl von den Preisträgern als auch von anderen Wettbewerbsteilnehmern. "Sie bietet den Besuchern damit einen Überblick über das aktuelle Geschehen im gestaltenden Handwerk in Rheinland-Pfalz."

Preisträger

Staatspreisträger 2022:
Jiun-You Ou, Master of Fine Arts in Gemstone and Jewellery (MFA)
Julia Saffer, Staatlich geprüfte Keramikgestalterin
Dorothee Wenz, Keramikkünstlerin

Förderpreisträger 2022:
Philipp Munsteiner, Edelsteinschleifer
Jakob Waffender, Schreinergeselle
Luisa Werner, Schmuckgestalterin

Preis des Handwerks 2022:
Philipp Gröninger, Gold- und Silberschmiedemeister

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Text: / handwerksblatt.de

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