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Leasing im Mittelstand nach wie vor beliebt

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Autos, Maschinen, Berufskleidung oder Büromaschinen: Leasing bleibt nach einer aktuellen KfW-Studie ein beliebtes Finanzierungsinstrument im Mittelstand. Besonders Fahrzeugleasing: Fast die Hälfte neuen Pkw werden geleast.

Leasing bleibt für den deutschen Mittelstand ein wichtiges Instrument zur Investitionsfinanzierung. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung des KfW‑Mittelstandspanels zur Leasingnutzung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

Rund 690.000 KMU, also jedes fünfte der mittelständischen Unternehmen in Deutschland (18 Prozent), haben laut KfW Research 2024 mindestens einen Leasingvertrag abgeschlossen. Damit bleibt die Nutzung in etwa auf dem Niveau der letzten Erhebung 2021.

Anlagegüter werden im Mittelstand allerdings deutlich häufiger gekauft als geleast: 39 Prozent der Unternehmen entschieden sich im selben Zeitraum für eine "klassische" Investition über Eigen- oder Fremdkapital. Insgesamt schafften KMU im Jahr 2024 mittels Leasing Anlagegüter im Wert von rund 61 Milliarden Euro an – rund 15 Prozent mehr als 2021. Damals waren es 53 Milliarden Euro. Damit wurde etwa ein Viertel aller Anschaffungen von Anlagegütern über Leasing realisiert. Der Rest entfiel auf Käufe im Umfang von rund 256 Milliarden Euro.

Im Durchschnitt schlossen mittelständische Leasingnutzer 2024 knapp zwei Verträge (1,9) mit einem mittleren Volumen von 51.000 Euro je Vertrag ab. Deutlich ist der Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Leasingneigung. Bei Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten nutzten 2024 rund 55 Prozent Leasing – ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber 2021.

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Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern liegen mit 16 Prozent nahezu unverändert auf niedrigem Niveau (2021: 15 Prozent). KMU mit mindestens 50 Beschäftigten machen aber nur etwa zwei Prozent des Mittelstandes aus. Gleichzeitig stemmen sie fast ein Viertel des gesamten Leasingvolumens (14 Milliarden Euro).

Das durchschnittliche Leasingvolumen je Unternehmen dieser Größenklasse lag laut der KfW-Studie 2024 bei 312.000 Euro – rund das Fünffache der Kleinstunternehmen (59.000 Euro). Pro Unternehmen wurden in der größten Gruppe im Mittel 6,7 Leasingverträge abgeschlossen, bei Kleinstunternehmen 1,4.

Auch nach Branchen zeigt sich ein differenziertes Bild

2024 lagen Dienstleistungsunternehmen vorn: Rund 20 Prozent der KMU im Dienstleistungssektor schlossen mindestens einen Leasingvertrag ab – drei Prozentpunkte mehr als 2021. 

Im Baugewerbe ging die Leasingnutzung deutlich zurück: Nur noch rund elf Prozent der Unternehmen griffen 2024 auf Leasing zurück, nach 18 Prozent im Jahr 2021. 

Im Verarbeitenden Gewerbe sank der Anteil leicht von 21 auf 18 Prozent.

Gleichzeitig wiesen die Industrieunternehmen mit durchschnittlich 2,6 Leasingverträgen je Unternehmen und einem mittleren Vertragsvolumen von 69.000 Euro die höchsten Werte auf. Beim Volumen dominieren die Dienstleistungen klar.

Von den 61 Milliarden Euro Gesamtvolumen entfielen 2024 rund 41,6 Milliarden Euro auf Dienstleistungsunternehmen – etwa 68 Prozent des gesamten Leasingvolumens, nahezu unverändert gegenüber 2021. Das durchschnittliche Leasingvolumen je Dienstleistungsunternehmen stieg leicht von 81.000 auf 84.000 Euro.

Auf KMU im Verarbeitenden Gewerbe entfielen 5,9 Milliarden Euro, also etwa zehn Prozent des Volumens – deutlich mehr als ihr Anteil am Mittelstand von rund sechs Prozent. Ihr mittleres Leasingvolumen je Unternehmen kletterte von 117.000 auf 156.000 Euro und lag damit klar über dem Gesamtmittel von 88.000 Euro. Handelsunternehmen generierten 6,9 Milliarden Euro (rund elf Prozent), das Baugewerbe rund 3,8 Milliarden Euro (sechs Prozent).

67 Prozent der Unternehmen mit Leasing nutzten 2024 genau einen Vertrag, knapp 30 Prozent schlossen zwei bis fünf Verträge, nur drei Prozent mehr als fünf. Diese Struktur entspricht weitgehend der Lage im Jahr 2021.

Fahrzeugleasing dominiert

Inhaltlich wird der Markt klar vom Fahrzeugleasing dominiert.

✔️ Fahrzeugleasing machte rund zwei Drittel des Neugeschäfts aus. Entsprechend hoch ist der Leasinganteil an den Pkw-Neuzulassungen insgesamt: 2024 lag er bei 48,4 Prozent

✔️ Nutzfahrzeuge folgten mit 13 Prozent,

✔️ Büromaschinen, IT-Infrastruktur und Software mit zwölf Prozent (Zahlen aus 2022). 

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Starkes Wachstum bei Elektromobilität

Besonders groß ist laut KfW die Bedeutung des Fahrzeugleasings im wachsenden Segment der Elektromobilität. So lag beispielsweise der Leasing-Anteil bei den Neuzulassungen von reinelektrischen Pkw im Jahr 2024 bei 56 Prozent. "Leasing leistet somit einen signifikanten Beitrag für den Markthochlauf der Elektromobilität und zum Gelingen der Verkehrswende", so die Autorin der Studie Dr. Juliane Gerstenberger.

Zunehmend werde auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur über Leasing realisiert. Weitere Einsatzfelder im Klimaschutz sind unter anderem Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen und Batteriespeicher.  

Quelle: KfW Research

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Text: / handwerksblatt.de

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