Matthias Schultenkemper (Projektleiter, v.l.), Gerüstbaumeister Miká Stanarius und Dirk Eckart vor der neuen Gerüstbauwaschstraße.

Matthias Schultenkemper (Projektleiter, v.l.), Gerüstbaumeister Miká Stanarius und Dirk Eckart vor der neuen Gerüstbauwaschstraße. (Foto: © meeco Communication Services)

Erste mobile Gerüstbauwaschstraße der Welt vorgestellt

Ein umtriebiger, ideenreicher Gerüstbauer, ein Unternehmen, das sich auf Hochdrucklösungen spezialisiert hat und eine Messe als Ort der Begegnung: So beginnt die Entstehungsgeschichte der vermutlich ersten Gerüstbauwaschstraße, die Anfang Juni in Oelde vorgestellt wurde.

Dirk Eckart, Gerüstbauer und Anbieter von Gerüstbau-Speziallösungen, hatte schon lange nach einer passenden Lösung für ein spezielles Problem gesucht. "Gerade in der Lebensmittelindustrie sind die Anforderungen an die Sauberkeit der Gerüste sehr hoch", sagt der Geschäftsführer der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH, "hier konnten wir unsere normalen Gerüste nicht zum Einsatz bringen." Für die Einhaltung der Hygienestandards in der Lebensmittelindustrie bietet das Unternehmen, das sich auf Speziallösungen spezialisiert hat, Einhausungen und Schutzwände an.

Aber immer neu kaufen? Oder die Mitarbeiter unter Gefährdung der Gesundheit mit einer Handlanze die Teile säubern lassen? Für Eckart war das dauerhaft keine Lösung. Beim Messegang über die bauma, der weltgrößten Baumaschinenmesse, wurde er auf die Firma Hammelmann aus Oelde aufmerksam, die sich auf Hochdruckanwendungen spezialisiert hat. Er schilderte sein Problem, und Matthias Schultenkemper, Vertriebsleiter der Hammelmann GmbH, zeigte Interesse. Gemeinsam feilten sie weiter an der Idee, deren Ergebnis nun erstmals in Oelde zu sehen war.

Fruchtbare Kooperation zweier Unternehmen

Dazwischen liegen ein Jahr Entwicklungsarbeit und rund 200.000 Euro Investitionskosten. Die Projektleitung übernahm Gerüstbaumeister Miká Stanarius der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH. "Klar ist es auch für uns eine Herausforderung, eine komplett neue Maschine zu konstruieren", sagt Matthias Schultenkemper, "aber als Marktführer im Bereich der Hochdrucktechnologie, die für eine solche Waschstraße erforderlich ist, haben wir die Aufgabe natürlich sehr gerne übernommen." Das Ergebnis ist eine überall einsetzbare mobile Gerüstbauwaschstraße, die bei einem Druck von 1.000 bar mit 68 Litern/Minute die Gerüstbauteile hart wasserstrahlt. Ergänzt wird alles durch einen ein Kubikmeter großen Wassertank. "Damit wir auch an Stellen ohne passenden Stromanschluss agieren können, werden wir dann noch ein entsprechendes Aggregat vorrätig haben", informiert Eckart.

Angebot auch für andere Gewerke

"Ich bin sicher, dass die Investition sich rechnen wird", gibt sich Eckert selbstbewusst. Er will die Waschstraße auch anderen Interessenten anbieten. "Wir können damit theoretisch auch andere Bauteile reinigen. "Seien es der Maler und Lackierer oder auch der Baustellenschildervermieter, der die Warnbake reinigen lassen muss. Wir helfen allen beim Abwasch", sagt Eckart abschließend mit einem Augenzwinkern. Neben dem hygienischen Aspekt stellt Eckart weitere Vorteile heraus. "Sie können ja mal testen, welchen Gewichtsunterschied es ausmacht, ob sie verschmutzte oder gereinigte Gerüste verladen", schmunzelt er. Und fügt trocken hinzu: "Die Gerüstbauer kennen den Unterschied."

Text: / handwerksblatt.de

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