Druck auf die Erträge gab es durch die Umweltprämien, von denen ein Teil vom Handel getragen werden muss.

Druck auf die Erträge gab es durch die Umweltprämien, von denen ein Teil vom Handel getragen werden muss. (Foto: © Dmitriy Shironosov/123RF.com)

Diesel-Diskussionen setzen auch Autohändlern zu

Die Diesel-Diskussionen und WLTP-Zulassungsprobleme bekommen auch die Unternehmen des Kfz-Gewerbes zu spüren. Die Umsatzrendite ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken.

Der Umsatz im Kfz-Gewerbe ist im Jahr 2018 um 2,6 Prozent auf rund 179 Milliarden Euro gewachsen. Die Umsatzrendite hingegen ist laut Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) deutlich gesunken, auf 1,0 bis 1,3 Prozent im vorläufigen Durchschnitt.

"Die nicht enden wollende Diesel-Diskussion und WLTP-Zulassungsprobleme haben dem Automobilhandel arg zugesetzt",  das erklärte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski auf der Jahrespressekonferenz des Kfz-Gewerbes in Berlin. (Bei WLTP handelt es sich um das neue Abgas-Messverfahren.)

Druck auf die Erträge habe es durch die Umweltprämien gegeben, von denen ein Teil vom Handel zu tragen sei. Hinzu kam demnach das Risiko der Weitervermarktung von Euro 5-Dieseln. Das sei nach einer ZDK-Umfrage im Handel nur mit Abschlägen bis zu 30 Prozent und teilweise höher möglich.

Außerdem würden die hoch subventionierten Neuwagen in Konkurrenz zum ertragsstärkeren Gebrauchtwagengeschäft treten, hieß es.

Gebrauchtwagen-Umsatz ambivalent

Der Markenhandel setzte 2018 mit gebrauchten Pkw 57,26 Milliarden Euro um, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei insgesamt weniger Besitzumschreibungen, aber weiterhin konstantem Marktanteil von 51 Prozent lag das am höheren durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreis. Er ist im Jahr 2018 um 3,3 Prozent auf 15.610 Euro gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Im freien Handel mit einem Marktanteil von 16 Prozent brach der Umsatz mit gebrauchten Pkw um zehn Prozent auf 9,08 Milliarden Euro ein. Der Marktanteil fiel um einen Prozentpunkt, der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis sank um drei Prozent auf 7.890 Euro, und die Zahl der Besitzumschreibungen ging um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Am Verkauf von Neufahrzeugen hatte der Markenhandel einen Anteil von 62,1 Prozent. Das sind 0,7 Prozentpunkte mehr als in 2017. Der Umsatz mit dem Verkauf der 2,135 Millionen Fahrzeuge stieg um 3,6 Prozent auf 66,45 Milliarden Euro.

Das Wachstum ist auf den gestiegenen durchschnittlichen Neuwagenpreis und den höheren Marktanteil des Handels zurückzuführen, wie zum Beispiel im Privatmarkt und bei den Eigenzulassungen.

Servicegeschäft weiter gewachsen

Die positive Entwicklung im Servicegeschäft habe sich im Lauf des Jahres 2018 weiter verbessert, betont der Verband. So sei der Umsatz um fünf Prozent auf 33,72 Milliarden Euro gestiegen. Im Durchschnitt waren die Werkstätten im vergangenen Jahr mit 86 Prozent ausgelastet. Das entspricht dem Wert des Jahres 2017.

Als Gründe für die gestiegenen Umsätze nennt der ZDK zum einen die deutlich erhöhten Unfallreparaturkosten sowie zum anderen das verbesserte Wartungsverhalten der Fahrzeughalter. So wurden 2018 pro Fahrzeug 0,9 Wartungsarbeiten durchgeführt. Damit wurde das Niveau von 2013 wieder erreicht.

Hardware-Nachrüstung: Appell an Automobilhersteller

Nachdem seit dem 28. Dezember 2018 die technischen Kriterien für die Hardware-Nachrüstung von Diesel-Pkw vorliegen, sieht ZDK-Präsident Karpinski jetzt die Hersteller der Nachrüstsysteme gefordert, so schnell wie möglich genehmigungsfähige Systeme zu entwickeln. "An die Automobilhersteller richtet sich unser dringender Appell, jetzt mit den Anbietern von Nachrüstsystemen zu kooperieren", sagte Karpinski.

So lasse sich eine schnelle und bestmögliche Anpassung dieser Systeme an die jeweiligen Fahrzeugmodelle realisieren. Bezogen auf die Diskussion um die Stickoxid-Grenzwerte setzt sich auch der ZDK für eine Überprüfung ein: "Wir brauchen klare Aussagen zu den strittigen Themen: Wie wird die Gesundheit tatsächlich von Stickoxid belastet? Stehen die Messstellen am jeweils richtigen Platz? Sind Fahrverbote verhältnismäßig?", so Karpinski.

Text: / handwerksblatt.de

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