Nachhaltigkeit liegt in der DNA des Handwerks, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Nachhaltigkeit liegt in der DNA des Handwerks, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). (Foto: © ZDH/Schuering)

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Berlin Intern: Nachhaltigkeit liegt in der DNA des Handwerks

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer beschäftigt sich in seiner Kolumne mit den Wechselwirkungen von Handwerk, Politik und Gesellschaft. Sein Standpunkt: Nachhaltigkeit liegt in der DNA des Handwerks.

Verantwortungsbewusstes Wirtschaften und Handeln hat im Handwerk eine lange Tradition. Sich im Interesse der Kunden, für den eigenen Betrieb, im Sinne der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und stets mit Blick auf das soziale, regionale und gesellschaftliche Umfeld effizient, verantwortungsvoll und nachhaltig auszurichten: Das gehört seit jeher zum Selbstverständnis einer jeden Handwerksunternehmerin und eines jeden Handwerksunternehmers.

Handwerksbetriebe: Das sind Familienbetriebe – die denken nicht in Quartalsberichten, sondern immer in Generationen. Als Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe erschafft das Handwerk Werte, bewahrt sie und gestaltet aktiv die Zukunft mit.

Handwerk lebt Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit liegt geradezu in der DNA des Handwerks. Wir sind nicht nur zentraler Partner bei der Umsetzung der Energie- und Klimawende: Handwerker tragen mit ihrer Qualitätsarbeit dazu bei, dass Produkte länger halten. Wir reparieren, bauen aus, bewahren und sanieren. Unsere Betriebe integrieren neue Technologien, um weniger Abfall zu erzeugen, Energie einzusparen oder effizienter zu nutzen.

Handwerk lebt Nachhaltigkeit aber auch in einer gesellschaftlichen Dimension – als größter Ausbilder in der Wirtschaft sorgen wir mit unserer hohen Ausbildungsleistung für die Fachkräfte der Zukunft. Handwerksmeister helfen jungen Menschen mit Startschwierigkeiten auf die Beine und eröffnen ihnen eine berufliche Perspektive. Sie sorgen dafür, dass der Wissenstransfer an die kommenden Generationen sichergestellt wird, ganz besonders auch, wenn es darum geht, handwerkliche Techniken und Kulturleistungen für die Nachwelt zu bewahren.

Handwerk steht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Handwerksbetriebe tragen zudem zur Stabilisierung ländlicher Regionen bei, wenn es um regionale Kooperationen und Wertschöpfung, die Versorgung mit Produkten, Dienstleistungen, Arbeits- und Ausbildungsplätzen und nicht zuletzt um den gesellschaftlichen Zusammenhalt geht. Zusammenhalt und Zukunftschancen werden zudem durch das hohe Engagement des Handwerks im Bereich der Integration gestärkt.

Unser umfangreiches Erfahrungswissen zum Thema Nachhaltigkeit macht uns zum Vorreiter und Impulsgeber in der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Das wird insbesondere von der Politik  aber noch nicht in Gänze erkannt. Es gibt aus meiner Sicht noch reichlich Luft nach oben, wenn es darum geht, das volle Potenzial und Wissen des Handwerks in politische Gestaltungsprozesse einzubeziehen und es zu nutzen, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Handwerk ist bislang zu oft lediglich Regelungsadressat. Das muss sich ändern, denn das Handwerk ist vor allem ein originärer Mitgestalter in Sachen Nachhaltigkeit.

Der Zeitpunkt für Nachhaltigkeit ist jetzt gekommen

ZDH-Positionspapier PDF-Download "Werte erschaffen. Werte bewahren. Zukunft gestalten."Die Erwartungshaltung des Handwerks an die Politik ist damit klar: Unsere Betriebe brauchen Bedingungen, die es zulassen, dass sie ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Das reicht von der besseren Planung regionaler Standortkonzepte, besseren Rahmenbedingungen für Betriebsübergaben und der Stabilität des  Gesamtsozialversicherungsbeitrags über praxisgerechten Arbeitsschutz und den Abbau von Bürokratie bis hin zur Bezahlbarkeit der Energiewende und einer besseren Förderung der Ausbildungsressourcen.

In unserem ZDH-Positionspapier "Werte erschaffen. Werte bewahren. Zukunft gestalten. Nachhaltigkeit im Deutschen Handwerk" findet die Politik unsere Vorschläge und Forderungen, bessere Bedingungen für ein erfolgreiches nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen. Der Zeitpunkt, Nachhaltigkeit gemeinsam anzugehen, ist jetzt.

Foto: © Hans Peter WollseiferFoto: © Hans Peter Wollseifer

Text: / handwerksblatt.de

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