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Bauverbände nehmen die Zukunft in den Blick

Beim ersten Obermeistertag der Bauverbände.NRW ging es um die Zukunft der Betriebe im Zuge der Digitalisierung. Der EU-Parlamentarier Elmar Brok sprach über den Brexit und mögliche Folgen.

Elmar Brok, Karlgünter Eggersmann, Udo Vaupel und Hermann Schulte-Hiltrop (v. l.). Foto: © Harald Siebert
Elmar Brok, Karlgünter Eggersmann, Udo Vaupel und Hermann Schulte-Hiltrop (v. l.).

Das nordrhein-westfälische Baugewerbe will gegenüber der Politik noch stärker auftreten, die Digitalisierung in den Betrieben begleiten und sie insgesamt zukunftsfähiger machen – das waren die Kernthemen des ersten gemeinsamen Obermeistertages der Baugewerbeverbände Westfalen und der Baugewerblichen Verbände Nordrhein. In den Diskussionsbeiträgen der Obermeister wurden aber auch Nachwuchsprobleme und die Notwendigkeit angesprochen, die Ausbildungsinhalte an die aktuelle Berufspraxis anzupassen.

Karlgünter Eggersmann, der Präsident des westfälischen Verbands, der die Innungsvertreter zusammen mit Rüdiger Otto, seinem Kollegen aus dem Rheinland begrüßte, meinte dabei, der Obermeistertag sei "immer etwas Besonderes gewesen. Das wollen wir gerne auch so mit den Obermeistern aus dem Rheinland fortführen." Als zentrales Ergebnis wurde beschlossen, dass die Innungen aus einem umfangreichen Themenkatalog, den Hauptgeschäftsführer Hermann Schulte-Hiltrop erläutert hatte, die wichtigsten und drängendsten benennen. Diese sollen dann möglichst schnell mit Unterstützung der Verbandsexperten vertieft werden.

Brexit: "Die Luft wird dünner"

"Brettköpfigkeit" und mangelnde Kompromissfähigkeit hat der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok als Gastredner des Obermeistertags der britischen Regierung vorgeworfen. Wie es nach dem Debakel im Unterhaus mit dem Noch-EU-Mitglied weitergeht, wisse auch er nicht, meinte Brok. Die anderen Mitgliedsländer und die EU-Kommission hätten alles getan, um für London faire Bedingungen zu vereinbaren. Nun werde in der "selbstverschuldeten verrückten Situation die Luft dünner mit jedem Tag". Nach einem Austritt aus der Gemeinschaft werde das Land der große Verlierer sein. Britischen Schätzungen zufolge werde das Bruttoinlandsprodukt um zehn Prozent sinken. Immerhin würden 44 Prozent aller Exporte Großbritanniens in die EU-Staaten gehen.

Dort hätten die Diskussionen der vergangenen zwei Jahre immerhin dazu beigetragen, dass "fast überall erkannt wurde, was wir an der EU Gutes haben. Für Deutschland stellt sie schlicht und einfach die Grundlage unseres Wohlstands dar". Die Mitgliedstaaten "müssen jetzt gar nichts machen außer nur die Nerven zu behalten und abzuwarten, was London letztlich entscheidet. Mit Blick auf die vor allem von den Fliesenlegern geforderte Wiedereinführung der Meisterpflicht für viele Handwerksberufe verwies Brok darauf, Brüssel habe "noch keinen Meisterbrief abgeschafft, sondern nur die deutsche Regierung". Seine Partei sei dafür, "bestimmte Berufe wieder in die Anlage A der Handwerksordnung hineinzubringen, aber das wird in der EU nur schwer durchzusetzen sein".

Goldene Ehrennadel für Udo Vaupel

Udo Vaupel wurde mit der Goldenen Ehrennadel des Baugewerbeverbands Westfalen ausgezeichnet, weil er seit dem Jahr 2000 als Obermeister die Interessen seiner Innungskollegen vertritt. Zunächst stand er an der Spitze der Innung in Bochum und später der fusionierten Baugewerbe-Innung Ruhr. Durch den Zusammenschluss habe "das Innungsleben sehr gewonnen", lobte Eggersmann. In Mitgliederversammlungen des Verbands wiederum habe Vaupel "viele konstruktive Vorschläge und Anregungen gegeben". Sein Fachwissen bringe er darüber hinaus als langjähriger Delegierter in der Bundesfachgruppe Hochbau sowie im betriebswirtschaftlichen und technischen Ausschuss des Verbands ein. "Außerdem sind Sie als Sachverständiger ehrenamtlich vorbildlich im Einsatz."

Text: / handwerksblatt.de
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