Wohin mit dem Farbeimer auf der Baustelle? Drei innovative Lösungen!
Praxistaugliche Lösungen zum Recyceln von Farbeimern: Die Gewinner der Farbeimer-Kampagne der Initiative "Make Innovation Handwerk" haben Ideen und Prototypen auf dem Kongress "Zukunft Handwerk" präsentiert.
Noch immer landen jedoch Millionen Farbeimer in der Verbrennung. In Zukunft gibt es strengere Vorgaben an die Materialien. Laut der EU-Verpackungsverordnung müssen ab 2030 35 Prozent eines Farbeimers aus recyceltem Kunststoff bestehen, ab 2040 sogar 65 Prozent.
Vordere Reihe: Verena Möller, Stephan Blank, Johann Nuart, Christian Rose, Felix Wieduwilt. Hintere Reihe: Andreas Zeitler, Guido Müller, Achim Gibson, Johanna Barthold, Bastian von Lehsten, Jonas Poulissis-Schneider, Alina Rauschning, Kerstin Wiktor, Beate Bliedtner, Ramaela Zulic, Timur Cetinkaya, Luzius Rüedi. Foto: © Mittelstand-Digital Zentrum HandwerkAber wie kann der Farbeimer (schon heute) zurück in den Wertstoffkreislauf geführt werden? Mit dieser Fragestellung startete Ende September 2025 die Farbeimer-Kampagne der Initiative Make Innovation Handwerk. Ziel war es, Handwerksbetriebe, Industrie, Forschung, Startups sowie Fachexperten und -expertinnen zusammenzubringen. Gemeinsam sollten sie praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Lösungen entwickeln: Von der Idee bis zum Prototyp.
Drei spannende Lösungen für das Farbeimer-Problem wurden auf dem Kongress Zukunft Handwerk in München ausgezeichnet. Insgesamt mehr als 20 Ideen waren auf einer Innovationsplattform eingereicht und in interdisziplinären Teams weiterentwickelt worden.
Das sind die Preisträger und ihre Lösungen:
1. Platz: "paintloop – Mehr Wert pro Eimer"
Mit der digitalen Plattform von paintloop wird die kreislaufgerechte Entsorgung von Farbeimern vereinfacht und alltagstauglich für Malerbetriebe umsetzbar. Als mobile App und Website verbindet paintloop Wissen, Beauftragung und Organisation der Entsorgung mit wenigen Klicks. Eine begleitende Informationskampagne schafft Bewusstsein und verankert Kreislaufwirtschaft nachhaltig im Malerhandwerk.
2. Platz: "Malergebinde. Made for Reuse." Oekobucket im OPCS-System
Das Team um Alina Rauschning (SeriSoft) und Christian Rose (OPSC) entwickelte nicht nur einen neuen Malereimer, sondern zusätzlich ein Kreislaufsystem zur Rücknahme: Mit der Lösung setzt das Team auf einen Eimer aus 100 Prozent Recyclingpapier, mit dem der Kunststoffanteil im Malergebinde auf ein Mindestmaß reduziert werden kann, während der industrielle Abfüllprozess unverändert bleibt. Das Rücknahmesystem Oekoprotective Cover System (OPCS) soll als intelligente Erweiterung bestehender Verpackungs- und Abfüllprozesse in der Farbenindustrie fungieren – konsequent auf Reuse ausgerichtet: Es ermöglicht echte Kreislaufwirtschaft, ohne Produktions- oder Lieferlogiken zu verändern und ohne wasserintensive Reinigung.
3. Platz: "Eco-Radius: Saubere Eimer – Rohstoff gewinnen"
Das Projektteam um Tim Körtel (Malermeisterbetrieb) und Michael Schmitz (Jokey) entwickelte ein unkompliziertes Werkzeug, das für eine schnelle und effektive Restentleerung von Farbeimern sorgt, um sie für Wiederverwendung oder Recycling vorzubereiten.
Die Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro, 2.000 Euro und 1.000 Euro sollen dazu dienen, die prämierten Lösungen und Prototypen gezielt weiterzuentwickeln und in die Umsetzung zu überführen.
Hintergrund: Make Innovation Handwerk Make Innovation Handwerk ist eine bundesweite Innovationsinitiative. Sie wurde vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit Partnern aus Handwerksorganisationen, Forschung und Wirtschaft ins Leben gerufen. Ziel ist es, die digitale Innovationskraft im Handwerk zu stärken und ein ganzheitliches Innovationsökosystem zu etablieren. Die Initiative gehört zum "Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk".
Quelle: Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk
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Text:
Kirsten Freund /
handwerksblatt.de
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