Der Zuschuss für besonderes Engagement in der Corona-Zeit muss zusätzlich zum Gehalt erfolgen. Dann ist er bis 1.500 Euro steuer-und sozialversicherungsfrei.

Der Zuschuss für besonderes Engagement in der Corona-Zeit muss zusätzlich zum Gehalt erfolgen. Dann ist er bis 1.500 Euro steuer-und sozialversicherungsfrei. (Foto: © Aliaksandr Dobysh/123RF.com)

Steuerfreier Corona-Bonus für alle Branchen

Betriebsführung

Sonderzahlungen von Arbeitgebern an Arbeitnehmer für besondere Leistungen in der Corona-Krise sind 2020 für Beschäftigte aller Branchen bis 1.500 Euro steuerfrei. Die Frist, bis wann der Bonus auf dem Konto des Arbeitnehmers sein muss, soll bis Juni 2021 verlängert werden.

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen können für ihren außergewöhnlichen Einsatz in der Corona-Krise eine steuerfreie Sonderzahlung vom Arbeitgeber erhalten. Gut zu wissen auch für Handwerksunternehmer, die ihren Teams für deren Engagement während dieser besonderen Zeit etwas Gutes tun möchten: Diese Corona-Prämie ist 2020 für Beschäftigte aller Branchen  bis 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei.  

Im Zeitraum vom 1. März bis Juni 2021, so ist es im Jahressteuergesetz 2020 vorgesehen, können Arbeitgeber also ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einmalig Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von bis zu 1.500 Euro nach Paragraf 3 Nr. 11 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfrei auszahlen oder als Sachleistung gewähren. Auch Mini-Jobbern kann der Bonus gewährt werden, ohne dass ihr Mini-Job dadurch zum sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis wird.

Die Prämien sollen eins zu eins bei den Beschäftigten ankommen

Das regelt ein Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 9. April. Das Ministerium will damit sicherstellen, dass diese Prämien ohne den Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen bei den Beschäftigten ankommen. "100-prozentigen Einsatz in dieser Zeit wollen wir 100-prozentig belohnen", betonte Bundesfinanzminister Olaf Scholz im Frühjahr.

Voraussetzung ist, dass dieser Bonus zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet wird. Eine Entgeltumwandlung ist ausgeschlossen. Damit sind beispielsweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld ausgeschlossen, wenn es im Tarif- oder Arbeitsvertrag vereinbart ist. Einmalzahlungen, wie Ausgleichszahlungen bei Homeoffice für die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers sind jedoch möglich. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen. 

Baugewerbe Einige Branchen haben zwischenzeitlich auch einen Corona-Bonus für 2020 tariflich geregelt. Zum Beispiel das Bauhauptgewerbe und das Dachdeckerhandwerk.

Der Bonus muss bis Juni 2021 auf dem Konto des Arbeitnehmers sein 

Die Steuerbefreiung war bisher bis zum 31. Dezember 2020 befristet. Damit wäre ein im ersten Halbjahr 2021 ausgezahlter Pflegebonus nicht mehr steuerbegünstigt gewesen. Die Frist wird nun bis zum Juni 2021 verlängert. Damit haben Arbeitgeber mehr Zeit für eine steuerbegünstigte Abwicklung der Corona-Beihilfen.

In der Begründung des Finanzausschusses im Bundestag  wird klargestellt, dass die Fristverlängerung nicht dazu führt, dass eine Corona-Beihilfe im ersten Halbjahr 2021 nochmals in Höhe von 1.500 Euro steuerfrei bezahlt werden könne. Lediglich der Zeitraum für die Gewährung des Betrages werde gestreckt, erläutert die Koalition in den Antrag.

Im Lohnkonto aufzeichnen

Die steuerfreien Leistungen müssen im Lohnkonto aufgezeichnet werden. "Aus den Lohnunterlagen sollte zudem für spätere Betriebsprüfungen, insbesondere Prüfungen der Sozialversicherungsträger und Lohnsteueraußenprüfungen ersichtlich sein, für welches Engagement der steuerfreie Bonus gezahlt wurde. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmer, die nicht in den systemrelevanten Bereichen tätig sind", schreibt die Steuerkanzlei ETL.

Andere steuerfreie Extras bleiben bei dieser Regelung außen vor, können also weiterhin gewährt werden.

"Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten in diesen Wochen außergewöhnliches und arbeiten an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Mit dieser steuerfreien Prämie können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Anerkennung zeigen und Danke sagen", erklärt ETL-Vorstand Steuerberater Marc Müller.  

 

Mehr Tipps zu Steuern und Corona  gibt es beim ZDH.

Text: / handwerksblatt.de

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