(Foto: © kzenon/123RF.com)

Vorlesen:

Cyberangriff auf Metzgerei: Kühlanlagen manipuliert

Nicht nur Supermärkte sind von Cyberangriffen betroffen: In einer Metzgerei in Bayern manipulierten Hacker die Steuerung der Kühlanlagen: Auf bis zu 150 Grand in mehreren Kühlhäusern.

Hacker haben europaweit die Temperaturen von Kühlräumen und Gefrieranlagen in Supermärkten manipuliert. Tonnenweise Lebensmittel müssen vernichtet werden. Nicht nur das: Im Landkreis Neustadt an der Waldnaab wurde auch eine Metzgerei Opfer eines Cyberangriffs. Bislang unbekannte Täter manipulierten die Steuerung der Kühlanlagen und veränderten die Temperatureinstellungen mehrerer Kühlhäuser auf bis zu 150 Grad. Der entstandene Schaden liegt nach derzeitigen Erkenntnissen im fünfstelligen Eurobereich. Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden in der Oberpfalz hat die Ermittlungen übernommen.

Dadurch, dass die Manipulation rechtzeitig entdeckt wurde, konnte ein noch größeres Schadensausmaß verhindert werden, berichtet die Pressestelle der Polizei Bayern. Der IT-Verantwortliche der Metzgerei konnte die Systeme wieder unter Kontrolle bringen. Doch der Schaden ist enorm.

Die Kripo ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Datenveränderung, Computersabotage und Sachbeschädigung. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit weiteren Cyberangriffen auf Kühl- und Tiefkühlsysteme in Europa.  

Tipps der Polizei zu Präventionund Verhalten bei Cyberangriffen auf Unternehmen

Die Kriminalpolizei empfiehlt Unternehmen, folgende Sicherheitsmaßnahmen zu beachten, um sich bestmöglich vor Cyberangriffen zu schützen:  

Das könnte Sie auch interessieren:

✔️ Regelmäßige Updates: Halten Sie sämtliche Hard- und Software auf dem aktuellen Stand. Installieren Sie verfügbare Sicherheitsupdates zeitnah, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

✔️ Wartung: Lassen Sie Ihre IT-Infrastruktur regelmäßig durch qualifiziertes IT-Fachpersonal überprüfen und warten. Veraltete oder unzureichend gewartete Systeme können ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen.

✔️ Zugriffsschutz: Sichern Sie sämtliche Benutzerkonten und Zugänge mit starken, individuellen Passwörtern. Nutzen Sie nach Möglichkeit eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und überprüfen Sie regelmäßig bestehende Zugriffsberechtigungen.

✔️ Netzwerksicherheit: Schützen Sie Ihre Unternehmensnetzwerke durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen. Beschränken Sie externe Zugriffe auf das notwendige Maß und sichern Sie insbesondere Fernzugänge ausreichend ab.

✔️ Datensicherung: Erstellen Sie regelmäßig Sicherungskopien wichtiger Unternehmensdaten. Bewahren Sie diese getrennt vom regulären Netzwerk auf, damit sie bei einem Cyberangriff nicht ebenfalls betroffen sind.

✔️ Mitarbeitersensibilisierung: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig im Erkennen von Phishing-Mails, verdächtigen Anhängen und anderen möglichen Angriffsmethoden.

✔️ Notfallkonzept: Erstellen Sie einen Notfallplan für den Fall eines Cyberangriffs. Legen Sie darin fest, welche Maßnahmen unmittelbar einzuleiten sind und welche Ansprechpartner verständigt werden müssen.

Was tun bei einem Cyberangriff?

✔️ Umgehend die Polizei verständigen: Warten Sie nicht ab, bis das gesamte Schadensausmaß feststeht. Eine frühzeitige Anzeige ermöglicht eine zeitnahe Aufnahme der Ermittlungen.

✔️ IT-Verantwortliche informieren: Verständigen Sie unverzüglich Ihre zuständigen IT-Verantwortlichen oder einen spezialisierten IT-Dienstleister.

✔️ Digitale Spuren sichern: Bewahren Sie verdächtige E-Mails, Dateien, Systemmeldungen und Protokolle auf. Löschen oder verändern Sie diese möglichst nicht eigenständig.

✔️ Weitere Schäden verhindern: Stimmen Sie notwendige Sofortmaßnahmen mit IT-Fachleuten ab. Betroffene Systeme können gegebenenfalls vom Netzwerk getrennt werden, ohne dabei wichtige digitale Spuren zu vernichten.

✔️ Keine eigenständigen Lösch- oder Wiederherstellungsversuche: Vermeiden Sie unkoordinierte Eingriffe in betroffene Systeme, da dadurch wichtige Beweismittel verloren gehen können. Die Kriminalpolizei verfügt über speziell ausgebildete digitale Forensiker, die Unternehmen bei der Aufklärung von Cyberangriffen unterstützen. Durch eine frühzeitige Verständigung der Polizei können digitale Spuren gesichert, weitere Schäden möglichst verhindert und Ermittlungen zur Identifizierung der Täter eingeleitet werden.

Quelle: Polizei Bayern

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: