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Dienstleistungen statt Waren verkaufen

Auch im Handwerk fehlen viele Materialien. Teilweise müssen Aufträge sogar verschoben oder abgesagt werden. Unternehmensberater Marvin Flenche gibt Tipps, was Betriebe in Zeiten von Lieferengpässen tun können.

In vielen Bereichen des Handwerks fehlt es momentan an Materialien, ohne die Aufträge oft nicht ausgeführt werden kann. Umso wichtiger ist es für die Firmen jetzt, sich an diese Gegebenheiten zu gewöhnen – und sich neu an ihnen zu orientieren. Etwa durch eine Erweiterung des Angebots. "Wer darauf verzichtet, überlässt der Konkurrenz die Aufträge", sagt Unternehmensberater Marvin Flenche. Doch wie gelingt es eigentlich, selbst in solch schwierigen Zeiten noch zu profitieren?

Produkte statt Dienstleistungen

Marvin Flenche Foto: © A&M Unternehmerberatung GmbHMarvin Flenche Foto: © A&M Unternehmerberatung GmbH

"Zunächst ist es für die Betriebe wichtig, das Angebot an Produkten zu sondieren. Wenn auch bei einigen Waren eine Knappheit vorliegt, so sind andere Güter doch weiterhin vorhanden – und können oftmals ohne Probleme erworben und geliefert werden", so Marvin Flenche, Gründer der A&M Unternehmerberatung GmbH.

Immerhin gelte der Grundsatz, dass sich damit eine höhere Marge als mit dem Ausführen von Dienstleistungen erreichen lässt. Umso mehr müsse darauf also der Fokus liegen. Auch das Bewerben bestimmter Produkte könne in Betracht gezogen werden, so der Berater, um direkt für hohe Verkaufs- und Auftragszahlen zu sorgen.

Der Fokus liegt auf den Bestandskunden

Zudem sei es für die Betriebe jetzt wichtig, sich vermehrt um die Bestandskunden zu bemühen. Einerseits, weil es wegen der knappen Verfügbarkeit vieler Materialien gerade beim Ausführen bestimmter Dienstleistungen nicht mehr zu langen Wartezeiten komme.

Andererseits, weil es auch bei Kunden, die vor Monaten schon in der Firma eingekauft haben, immer etwas zu tun geben dürfte. "Das kann schon genügen, um sich Aufträge für die nächsten ein oder zwei Wochen zu sichern", meint Frenche.

Chancen nutzen, Angebot erweitern

Daneben könne ein Schlüssel zum Erfolg in der Erweiterung des eigenen Angebots liegen. "Vornehmlich um solche Dienstleistungen natürlich, die sich trotz knapper Waren problemlos ausführen lassen. Als Beispiel sei die Sanierung eines Wintergartens genannt – statt das Vorhaben, einen neuen Wintergarten errichten zu wollen, aufgrund nicht vorhandener Materialien absagen zu müssen", erklärt der Martetingexperte, der sich mit seinem Team auf die Beratung von Fachfirmen rund ums Haus spezialisiert hat. Wer jetzt kreativ und gewillt sei, die sich bietenden Chancen zu nutzen, könne erfolgreich agieren und damit auch die jetzigen Zeiten mühelos überstehen.

Die Warenknappheit sorgt für freie Termine

Noch aus einem weiteren Grund sollten die Engpässe bei der Lieferung bestimmter Waren nicht allzu negativ betrachtet werden, findet Flenche: "Immerhin wird es damit nicht möglich sein, manchen Auftrag auszuführen. Dadurch werden wiederum Termine frei, die nun anderen Kunden angeboten werden können.  Betriebe, die sich dabei um eine schnelle Auftragsbestätigung bemühen, sorgen für die Vergabe aller Slots, für schnelle Umsätze – und gewinnen zufriedene Kunden für sich. Wer so handelt, kann selbst in den Zeiten knapper Waren profitieren."

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Text: / handwerksblatt.de

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