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Jeder vierte Handwerker kauft online ein

Trendstudie zum Materialeinkauf 2018. Zusammen mit dem Online-Händler Zamro wollte das Deutsche Handwerksblatt wissen, wie die Betriebsinhaber einkaufen.

Zeit ist Geld – und der Einkauf frisst ordentlich Zeit, rechnet man die An- und Abfahrtswege sowie den Kaufprozess selbst mit ein. Doch den Klassiker kennen nahezu alle Kunden: Der Handwerker ist zu Reparaturarbeiten vor Ort und ein Ersatzteil fehlt. Die Folge: Einer fährt zur nächsten Bezugsquelle – und ist erst mal weg.

Dieser "Klassiker" ist keineswegs böse Absicht: Das Sortiment zum Beispiel im SHK-Bereich ist selbst bei auf einzelne Marken spezialisierten Betrieben so groß, dass sie gar nicht alles mithaben können. Deshalb ist für fast 90 Prozent der Handwerker – exakt 86,7 Prozent – eine gute Produktauswahl bei ihrem Anbieter wichtig oder sehr wichtig.

Online-Handel liegt bei Handwerkern auf Platz zwei

Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Trendstudie "Materialeinkauf 2018" vom Deutschen Handwerksblatt in Kooperation mit dem Online-Händler Zamro. 77,4 Prozent finden weitere Produktspezifikationen als wichtig oder sehr wichtig, 72,1 Prozent das Beratungs-Know-how und fast 82 Prozent eine schnelle Lieferzeit. Dabei will das Handwerk nicht auf einen stationären Handel verzichten: Gleich drei von vier Handwerkern werten diese Anlaufstelle für den Materialeinkauf als wichtig oder sehr wichtig. Dass sie aber auch den Einkauf bequem vom Schreibtisch per Mausklick hoch einstufen, sagen 54,2 Prozent.

Das lässt sich auch am aktuellen Einkaufsverhalten der mehr als 200 online befragten Handwerker ablesen: Jeder dritte Betrieb kauft im Großhandel ein (exakt 36,95 Prozent), auf Platz zwei liegt aber schon der Online-Handel mit 26,36 Prozent. Jeder vierte Handwerksbetrieb kauft bereits schon per Internet ein.

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Bleibt die spannende Frage, wie viel die Betriebsinhaber oder deren Mitarbeiter tatsächlich online bestellen. Jeder fünfte Betrieb (21,18 Prozent) ordert maximal fünf Prozent seines benötigten Materials, weitere knapp 16 Prozent bis zehn Prozent. Am höchsten liegt mit 22,94 Prozent der befragten Betriebe der Anteil am online georderten Material bei maximal 20 Prozent, was auch zeigt, welches Potenzial noch für den Online-Handel zu heben ist.

Trend geht zu mehr Online-Bestellungen

Dabei müssen sie natürlich die Kriterien beachten, auf die Handwerker Wert legen – Lieferzeit, Verfügbarkeit, Know-how und eine breite Produktauswahl. Gleich 83 Prozent der Handwerker stufen die Lieferzeit als wichtig und sehr wichtig ein. Schließlich erledigen sie Arbeiten für ihre Kunden – und die wollen natürlich nicht länger als nötig warten. Noch kritischer ist es am Bau, wenn Fertigstellungstermine feststehen, die wegen fehlender Materialien wackeln. Das kann die Baufirmen schon teuer zu stehen kommen, wenn Fristüberschreitungen mit Strafzahlungen versehen sind.

Verfügbarkeit ist ­entscheidend

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Daher steht für das Handwerk die Verfügbarkeit noch höher im Kurs als die Lieferzeit. Für mehr als 87 Prozent der Befragten ist eine aktuelle Verfügbarkeit wichtig oder sehr wichtig. Denn dann nutzen auch die schnellsten Wege zum Baumarkt um die Ecke wenig, wenn das fehlende Ersatzteil nicht verfügbar ist. Das ist übrigens auch einer der großen Vorteile einer Online-Bestellung, weil man schon im Vorfeld die Verfügbarkeit prüfen kann. Außerdem lassen sich schnell Zusatzinformationen abrufen.
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So zeigen die Ergebnisse auch an, worauf es im Online-Handel ankommt. Können Portale diese Vorgaben des Handwerks – umfassende Produktinfos und eine breite Auswahl – sowie deren Notwendigkeiten eines guten Services erfüllen, stehen die Chancen gut, dass sie künftig noch mehr von einer Mausklick-Bestellung profitieren können. Auch wenn zwei Drittel aktuell nichts an ihrem Online-Einkaufsverhalten ändern wollen – knapp 30 Prozent (genau: 29,5 Prozent) wollen künftig sogar mehr online bestellen.

Weitere Info's: www.zamro.de

Text: / handwerksblatt.de