Handwerk

Kurt Krautscheid ist neuer Präsident der Handwerkskammer Koblenz

Betriebsführung

Vollversammlung wählt Kurt Krautscheid und Mark Scherhag neu in den Vorstand und verabschiedet für 2015 einen Haushalt von 27,15 Millionen Euro.


Mit überwältigender Mehrheit haben die Mitglieder der neu gewählten Vollversammlung in Koblenz Kurt Krautscheid für die kommenden fünf Jahre ins höchste Ehrenamt der Kammer gewählt. Der 53-jährige Dachdeckermeister aus Neustadt amtierte bislang als Vorsitzender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald. An seiner Seite wird künftig Mark Scherhag als Vizepräsident den Arbeitgeberbereich vertreten. Der 48-jährige Kfz-Mechanikermeister war bislang Obermeister der Kfz-Innung Mittelrhein aus Koblenz. Als Vizepräsident im Amt bestätigt wurde Arbeitnehmer-Vertreter Joachim Noll, 47-jähriger Kfz-Mechanikermeister aus Stebach.

Kurt Krautscheid, seit 2004 Mitglied der Vollversammlung und seit 2006 im Vorstand, tritt damit die Nachfolge von Werner Wittlich an. Mark Scherhag, seit 2004 Vollversammlungsmitglied, rückt im Vorstand an die Position von Peter Gieraths. Vorstandsmitglieder der Arbeitgeberseite sind neben Mark Scherhag auch Detlef Börner, Peter Mumbauer, Alfred Wenz und Frank Wershofen. Arbeitnehmervertreter im Vorstand sind neben Joachim Noll auch Stefan Hörsch und Karl-Heinz Müller.

Nachwuchsgewinnung und Stärkung des Meisterbriefs wichtige Themen

In seiner ersten Rede nannte Krautscheid als wichtigste Themen: Die Nachwuchsgewinnung, politisches Gehör des Handwerks, Erhalt und Stärkung des Meisterbriefes wie auch des dualen Systems sowie Strukturreformen handwerklicher Organisationen und eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt. „Wir haben Mitglieder im Vorstand, die wissen, wie es ist, wenn der Meisterbrief wegfällt", so Krautscheid. „Diese politischen Eingriffe in unsere Handwerksstrukturen haben uns geschwächt und weder neue Ausbildungs- noch Arbeitsplätze geschaffen."

Gerade das Thema Ausbildung liegt dem Dachdeckermeister am Herzen, der im eigenen Betrieb selbst ausbildet und Projekte wie Partnerschaften zwischen Handwerk und Schulen angestoßen hat. „Hier müssen wir über den Tellerrand hinausschauen", sprach Krautscheid auch Kammerinitiativen an wie das internationale Ausbildungsprojekt mit spanischen Jugendlichen, bei dem Vizepräsident Mark Scherhag Impulse gesetzt hat.

Nachwuchs zu gewinnen ist große Herausforderung

Wie groß die Herausforderung der Nachwuchsgewinnung ist, machte der scheidende Präsident Werner Wittlich zu Beginn der Vollversammlung deutlich: „In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Lehrverträge im Kammerbezirk von 10.312 auf 8.872 zurückgegangen." Auch, wenn die HWK Koblenz im neuen Ausbildungsjahr ein leichtes Plus von drei Prozent ausweise, seien die Zahlen alarmierend. „Es wäre ein kläglicher Versuch, diese Zahlen schön reden zu wollen. Aber: Sie beweisen auch, dass ein Plus möglich ist und man nicht kampflos vor dieser Entwicklung kapitulieren muss! Werden wir also nicht müde, für unseren Wirtschaftsbereich und seine Vorzüge zu werben!", so Wittlich.

Für den Flügel der Arbeitnehmer sprach HWK-Vizepräsident Joachim Noll. Auch er griff die Nachwuchsthematik auf und stellte den Meisterbrief als Garant für gute Ausbildung und Erhalt von Fachkräften und Wirtschaftskraft heraus. Vor dem Hintergrund steigender Akademikerzahlen und rückläufiger Bewerberzahlen im Handwerk sprach sich Noll für die Rücknahme der Handwerksnovellierung von 2003 aus. „Das wird auch der Ausbildung Jugendlicher zu Gute kommen!" Zudem forderte er „ordentliche Tarifverträge, um den Mittelstand für Jugendliche dauerhaft interessanter zu machen."

Aus den Reihen der Vollversammlung und aus Ausschüsse wurden am Tag der Versammlung verdiente Handwerker wie Ehrenpräsident Karl-Heinz Scherhag und Vizepräsident Peter Gieraths verabschiedet. Einstimmig haben die Delegierten zudem eine Resolution zum Erhalt des Meisterbriefes verabschiedet sowie den Haushalt für 2015 beschlossen. Mit rund 27,15 Mio. Euro liegt er etwa 900.000 Euro unter dem des Vorjahres.

Foto: P!ELmedia

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Text: / handwerksblatt.de