Reparatur: Studie beleuchtet die Rolle des Handwerks
Der Bundestag berät heute über das Recht auf Reparatur. Eine aktuelle Studie des itb analysiert die Bedeutung von Reparaturen im Handwerk.
Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Reparieren statt wegwerfen
Hersteller von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Smartphones sollen dazu verpflichtet werden, ihre Produkte zu reparieren. Mit dem Recht auf Reparatur setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie um. Der Bundestag berät heute, am 20. Mai 2026, in erster Lesung über den Gesetzentwurf.
Passend dazu hat das Institut für Betriebsführung im Handwerk (itb) eine aktuelle Studie veröffentlicht, die die Bedeutung von Reparaturen im Handwerk analysiert. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat die Studie beauftragt. Im Fokus stehen Anforderungen an eine Reparaturplattform aus Sicht ausgewählter Fachverbände.
Reparaturen werden ökonomisch immer wichtiger
Wegen Wirtschafts- und Umweltkrisen, knapper Ressourcen und klimapolitischer Ziele werden Reparaturen für nachhaltigen Konsum immer wichtiger. Viele Handwerksbetriebe bieten Reparaturen schon lange als festen Teil ihrer Arbeit an. Wenn sie Produkte länger nutzen, schonen sie Ressourcen, vermeiden Abfall und unterstützen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.
Die Studie zeigt: Je nach Produktgruppe stellen Reparaturen ganz unterschiedliche technische, wirtschaftliche und organisatorische Anforderungen – von Schuhen und Fenstern bis zu Smartphones oder technischen Geräten. Entsprechend viele Akteure wirken an Reparaturen mit. Neben spezialisierten Handwerksbetrieben engagieren sich auch zivilgesellschaftliche Initiativen und staatliche Stellen, die Reparaturen gezielt fördern wollen. Eine wirksame Reparaturförderung muss deshalb die besonderen Bedingungen der einzelnen Gewerke berücksichtigen.
Geplante Online-Plattform im Fokus
Die Untersuchung geht vom geplanten EU-Recht auf Reparatur aus, das Deutschland bis zum 31. Juli 2026 umsetzen muss und für das hierzulande gerade das Recht geändert wird. Geplant ist unter anderem eine Online‑Plattform, die Verbraucherinnen und Verbraucher mit Reparaturdienstleistern vernetzt. Diese Plattform soll spätestens zum 31. Juli 2027 starten.
Genau hier setzt die Studie an. Die Veröffentlichung wertet Interviews mit Mitarbeitenden des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) und ausgewählten Fachverbänden des reparierenden Handwerks aus. Sie analysiert, welche Rolle Reparaturen heute im Handwerk spielen, wie die Strukturen aussehen, wo Probleme liegen und was die reparierenden Gewerke konkret brauchen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Anforderungen an eine zentrale Reparaturplattform und darauf, wie das Handwerk diese gestalten würde.
Fazit: Bitte weniger Bürokratie, dafür mehr Steuererleichterungen!
Die Studie kommt zu dem Fazit, dass die bürokratischen Lasten in allen Gewerken deutlich reduziert werden müssen. Gleichzeitig müssen konkrete strukturelle, technologische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Nur so können die Maßnahmen langfristig und nachhaltig wirken und das Reparaturangebot qualifizierter Betriebe sichern.
Eine Förderarchitektur im wirtschaftlichen Bereich müsse die Politik jedoch differenziert gestalten und die branchenspezifischen Realitäten unbedingt berücksichtigen. Als konkrete Beispiele nennt der Text steuerliche Erleichterungen, Zuschüsse wie Reparaturprämien, einen bundesweiten Reparaturbonus oder eine strukturelle Investitionsförderung.
Reparaturförderung im Handwerk Hier können Sie die > Studie kostenlos herunterladenDHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Text:
Anne Kieserling /
handwerksblatt.de
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