Teilkrankschreibung: Was Unternehmen davon halten
Laut einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts lehnt jedes zweite Unternehmen die neue Teilkrankschreibung ab. Warum gerade Personalleiter skeptisch sind.
Die Bundesregierung hat die Einführung von Teilkrankschreibungen ab 2028 beschlossen. Die Regelung soll nur für gesetzlich Versicherte mit länger als vier Wochen andauernden und schwerwiegenden Erkrankungen gelten. Die Regelung sieht vor, dass man dann - wenn man sich dazu in der Lage sieht - zu 25, 50 oder 75 Prozent arbeiten könnte. Die Regelung soll für beide Seiten freiwillig sein: Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen der Teil-AU zustimmen. Zudem muss eine ärztliche Bescheinigung vorliegen. Die teilweise Krankschreibung soll nicht für Privatversicherte und Minijobber gelten.
Laut einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts im Zusammenarbeit mit Randstad hat die Teilkrankschreibung allerdings wenig Zustimmung bei Personalleitern. Fast die Hälfte der Unternehmen hält es demnach für nicht sinnvoll, dass sich Beschäftigte künftig auch teilweise krankmelden können. Nur etwa jedes vierte Unternehmen findet diese Möglichkeit hilfreich, weitere 25 Prozent stehen dem Instrument neutral gegenüber. "Die meisten Unternehmen befürchten eine schwierige Abgrenzung zwischen arbeitsfähig und arbeitsunfähig", sagt ifo-Forscher Jonas Hennrich. "Außerdem erwarten sie einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand."
Die Teilkrankschreibung ist nach Ansicht der Unternehmen auch nicht in jedem Bereich umsetzbar: am ehesten in der Administration (55 Prozent). Im Vertrieb oder Kundenservice sehen 33 Prozent einen möglichen Einsatz dieses Instruments. Wenig geeignet sei die Teilkrankschreibung nach Ansicht der Unternehmen in der Logistik (elf Prozent) und in der Produktion (acht Prozent).
Die Hälfte der Unternehmen erwartet keine wesentlichen positiven Effekte. Jeweils ein Drittel der Unternehmen hofft bei solchen Krankschreibungen auf kürzere Fehlzeiten beziehungsweise auf eine schnellere Rückkehr erkrankter Mitarbeitender. 21 Prozent der Unternehmen halten es für möglich, dass erkrankte Fachkräfte trotz gesundheitlicher Einschränkungen länger arbeiten; zwölf Prozent halten unter diesen Umständen eine flexiblere Personalplanung für möglich.
Quelle: ifo Institut; Bundesgesundheitsministerium
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Text:
Kirsten Freund /
handwerksblatt.de
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