Nach der Ausbildung können Fachkräfte noch eine Fortbildung wie den Meister oder Techniker anstreben. Der Anteil der tertiären Bildungsabschlüsse ist laut dem aktuellen Bildungsbericht der OECD bei den 25- bis 34-Jährigen in Deutschland zwischen 2000 und 2021 von 22 auf 36 Prozent gestiegen. Der ZDH setzt sich dafür ein, dass die höhere Berufsbildung stärker gefördert wird.

Nach der Ausbildung können Fachkräfte noch eine Fortbildung wie den Meister oder Techniker anstreben. Der Anteil der tertiären Bildungsabschlüsse ist laut dem aktuellen Bildungsbericht der OECD bei den 25- bis 34-Jährigen in Deutschland zwischen 2000 und 2021 von 22 auf 36 Prozent gestiegen. Der ZDH setzt sich dafür ein, dass die höhere Berufsbildung stärker gefördert wird. (Foto: © auremar/123RF.com)

Handwerk durch Stärkung der höheren Berufsbildung attraktiver machen

Bildung

In Deutschland liegt der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit weiterqualifizierendem Abschluss unter dem anderer OECD-Staaten. Um dies zu ändern, fordert der ZDH die Stärkung und den Ausbau der höheren Berufsbildung.

Karin Prien (CDU) wertet es als einen gemeinsamen Erfolg von Bund und Ländern, dass der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit tertiärem Abschluss – etwa einem akademischen Abschluss wie Bachelor und Master oder einem beruflichen Abschluss wie Meister und Techniker – von 28 Prozent im Jahr 2011 auf 36 Prozent im Jahr 2021 gestiegen ist. "Dies ist gelungen vor dem Hintergrund der zwei starken Säulen unseres an die Schule anschließenden Bildungssystems aus akademischer und beruflicher Bildung", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und schleswig-holsteinische Bildungsministerin bei der Vorstellung des OECD-Berichts "Bildung auf einen Blick 2022". Darin werden die Bildungssysteme von 38 OECD-Staaten sowie sieben Partnerstaaten miteinander verglichen.

Um den Fachkräftemangel zu bewältigen, seien Bund und Länder gefordert. Sie müssten den zentralen Stellenwert von Bildung in ihrer gesamten Breite vom vorschulischen Bereich über die Schule und Berufsausbildung bis zu Hochschule und Weiterbildung berücksichtigen und mit den erforderlichen Mitteln ausstatten. "Die Kultusministerkonferenz setzt deshalb einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte und des weiteren Personals im Bildungsbereich", kündigte Karin Prien an.

Nachholbedarf in Deutschland

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/SchueringZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/Schuering

Hans Peter Wollseifer freut sich darüber, dass die OECD in ihrem jährlichen Bericht "Bildung auf einen Blick" erneut das leistungsstarke berufliche Ausbildungssystem in Deutschland lobt. "Aber auch wir haben Nachholbedarf", bemängelt der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Hätten in den OECD-Ländern 48 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen weiterqualifizierenden Abschluss, seien es hierzulande nur 36 Prozent.

Um in Zukunft mehr junge Menschen für die attraktiven Karrierewege im Handwerk zu gewinnen, sei die Stärkung der höheren Berufsbildung ein wichtiger Baustein. Um diese zu stärken und weiter auszubauen, müsse die Bundesregierung schnell Maßnahmen ergreifen. Wollseifer drängt darauf, die im Koalitionsvertrag angekündigte Exzellenzinitiative für die berufliche Bildung zeitnah umzusetzen, die berufliche Begabtenförderung durch deutlich mehr Weiterbildungsstipendien auszubauen und das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz zu novellieren.

Förderung benachteiligter Schüler

"Deutschland braucht dringend mehr berufliche und akademische Fachkräfte, um im internationalen Wettbewerb vorn dabei zu sein", erklärte Bettina Stark-Watzinger (FDP). Insofern dürfte der Bundesbildungsministerin der Anstieg des Anteils von geringqualifizierten jungen Erwachsenen in Deutschland wenig gefallen. Laut dem OECD-Bildungsbericht ist im Zeitraum von 2011 bis 2021 der Anteil der 25- bis 34-Jährigen, die lediglich einen Abschluss des Sekundarbereichs I vorweisen können, von 13 auf 14 Prozent gestiegen. "Jeder Siebte im Alter von 25 bis 34 Jahren steht nicht als qualifizierte Fachkraft zur Verfügung."

Da der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhänge, wolle sie ein Programm aufsetzen, welches mit modernisierter Bildungsinfrastruktur, mit einem Chancenbudget und mit mehr Schulsozialarbeit echte Wirkung vor Ort entfalte. Über dieses Startchancen-Programm sollen bis zu 4.000 allgemein- und berufsbildende Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern unterstützt werden. Darüber hinaus setzen die Bundesregierung und ihre Partner die Nationale Weiterbildungsstrategie fort und entwickeln sie weiter. Sie soll vor allem Geringqualifizierten einen leichteren Zugang zu Weiterbildung ermöglichen.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung/Kultusministerkonferenz/Zentralverband des Deutschen Handwerks

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale DHB registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: