Mit Power und Kreativität: Die landesbeste Maßschneiderin Denise Lattke kommt aus Speicher.

Mit Power und Kreativität: Die landesbeste Maßschneiderin Denise Lattke kommt aus Speicher. (Foto: © Sandra Blass-Naisar)

"Ich mache Sachen zum Wohlfühlen"

Bestmeisterin Denise Lattke hat auf Mamas Ratschlag den Meister gemacht – für die Betriebsübernahme war das sehr hilfreich.

"Ich ziehe nur meine eigenen Sachen an, und das inspiriert meine Kunden!" Maßschneiderin Denise Lattke aus Speicher ist Landesbeste in ihrem Fach, und das wundert nicht, wenn man sieht, mit wie viel Power und Kreativität die junge Frau ans Werk geht. Dabei ist sie quasi mit der Stecknadel groß geworden. "Mein Zuhause war das Änderungsatelier meiner Mutter, und ich wusste schon ganz früh, dass ich auch einmal Schneiderin werden will." 

Aber die Mama sei eine Kluge und habe ihr nicht einfach den Betrieb in Speicher überlassen. "Bevor Du den Laden übernimmst, musst Du Deinen Meister machen!" Und das sei gut gewesen, sagt Denise Lattke, denn ein Maßatelier zu führen, sei mehr, als nur mit Nadel und Faden zu arbeiten. Auf der Meisterschule habe sie die Grundlagen erlernt, neben dem Handwerk auch Buchhaltung und Unternehmensführung zu beherrschen. Die Teile III und IV hat sie in Trier absolviert, Theorie und Praxis in Koblenz. "Die Schule hat mir geholfen, sicherer in meinem Handwerk zu werden und andere Herangehensweisen zu lernen. Zum Beispiel von einem Dozenten, der als Gewandmeister seine Theatererfahrung mit einbrachte. Das war einfach großartig."

Hosenanzug ist Meisterstück

Ihr Meisterstück: ein schwarzblauer Hosenanzug im Marlene-Stil mit türkis-lilafarbenem Effektfutter, bis unter die Brust hoch geschnitten und kombiniert mit einem Spitzenbody. Sehr frech, sehr frisch, sehr sexy, ein Hauch Haute Couture. "In unserer Änderungsschneiderei, die ich noch gemeinsam mit Mama führe, geht es allerdings viel mehr um Alltagskleidung", sagt die Maßschneiderin. "Wir machen Sachen zum Wohlfühlen und nicht, um sie im Schrank hängen zu lassen für den passenden Anlass."

Auch das Thema Nachhaltigkeit sei ihr ein riesiges Anliegen. Beim Upcycling werden alte Sachen aufgepeppt und neu interpretiert. Das sei gerade in Corona-Zeiten gut bei den Kunden angekommen. Kreativität, das ist es, was in der Modebranche den Unterschied macht. Und wenn Nachhaltigkeit, Originalität und Kreativität zusammenkommen, dann ist das Zukunft.

Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Trier

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: