Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). (Foto: © ZDH/Sascha Schneider)

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Grußwort von Jörg Dittrich

Wenn der Wind hart bläst, birgt dies viele und große Chancen. So ist es etwa gut, eine Windmühle zu bauen. Wir wollen bürokratische Hürden senken. 125.000 Handwerksbetriebe benötigen bald eine neue Führung, gründen Sie und übernehmen Sie!

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer,

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Jeder kennt dieses Sprichwort. In China, einem Land, das bekannt ist für Weisheit und bildhafte Sprache, klingt ein ähnlicher Gedanke so: "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen".

Die Menschen suchen nach Schutz und Halt

Liebe Leserinnen und Leser, der "Wind des Wandels" bläst derzeit ziemlich hart. Das ist einerseits bedrohlich und verunsichernd, denn niemand weiß, wie und wohin die Dinge sich entwickeln werden. Gerade in solchen Zeiten suchen viele Menschen besonders intensiv nach Schutz und Halt. Sie suchen oder bauen Schutzmauern.

Aber der "Wind des Wandels" hat auch noch eine andere, eine produktive Seite. Ja, einige Gewissheiten gelten möglicherweise nicht mehr. Aber das birgt, neben Sorgen, auch viele und große Chancen. Wenn der Wind hart bläst, ist es gut, eine Windmühle zu bauen; ist es gut, sich die Kraft des Windes und die durch den Wandel freigesetzte Energie zunutze zu machen.

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Ich weiß, dass dem Bau von Windmühlen einige leider typisch deutsche Hürden im Weg stehen. Nennen wir es die "Baugenehmigung", gemeint ist die Bürokratie. Sie hat ein Ausmaß angenommen, das den, im übertragenen Sinne, Bau von Windmühlen erheblich erschwert.

Ich ermuntere Sie, einen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks setzt alles ihm Mögliche daran, die Menge der bürokratischen Hürden zu senken. Denn klar ist: Junge Menschen wie Sie, Macherinnen und Macher, Könnerinnen und Könner streben nicht danach, sich mit mehr Formularen herumzuschlagen als notwendig und nachvollziehbar. Und klar ist auch: Für die Zukunft unseres Landes ist es unendlich wichtig, dass Sie, die Macherinnen und Könner von heute, Betriebe gründen und Betriebe übernehmen; dass Sie ausbilden und somit für die Fachkräfte von morgen und übermorgen sorgen; dass Sie weiterbauen an dem Fundament, auf dem unser Land noch lange bestehen soll.

In den kommenden fünf Jahren suchen 125.000 Handwerksbetriebe nach einer neuen Führung. Das sind 125.000 Chancen, sich zu verwirklichen. Denn wenn ich Sie von Herzen und aus tiefster Überzeugung dazu ermutige und ermuntere, einen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen, tue ich das nicht nur, damit unser Land in eine prosperierende Zukunft gehen kann. Sondern ich tue das auch und vor allem, damit Sie sich dadurch als Handwerkerin und Handwerker und auch als Persönlichkeit weiterentwickeln und entfalten können.

Verlassen Sie die Komfortzone und überwinden Sie die eigenen Grenzen!

Die Persönlichkeit eines Menschen entsteht durch Arbeit und eigene Leistung. Sie entsteht dadurch, dass es einem hier und da gelingt, den eigenen inneren Widerstand zu überwinden und seine Komfortzone zu verlassen, um die eigenen Grenzen zu erweitern. Und was ist das für ein befriedigendes und beflügelndes Gefühl, wenn man merkt: Es geht, ich kann das, ich habe das geschafft! Dieses Glücksgefühl und das Selbstbewusstsein, das daraus erwächst, stärkt die Persönlichkeit, lässt Sie über sich selbst hinauswachsen und bereichert das Leben. Das kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung berichten und bestätigen.

Liebe Leserinnen und Leser, machen Sie sich den "Wind des Wandels" zunutze. Ihnen und unserem Land zuliebe. Gehören Sie zu den Menschen, die Windmühlen bauen. Sie haben das Zeug dazu, denn Sie sind Könner und Macher. Und ja: Wer wagt, der gewinnt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und von Herzen alles Gute,
Ihr

Jörg Dittrich
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks

Text: / handwerksblatt.de

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