Die Spitzen der Brandenburger Handwerkskammern, der Landesregierung und des DGB präsentierten das Aktionsprogramm in Potsdam.

Die Spitzen der Brandenburger Handwerkskammern, der Landesregierung und des DGB präsentierten das Aktionsprogramm in Potsdam. (Foto: © Karsten Hintzmann)

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Brandenburg: Aktionsprogramm zur Stärkung des Handwerks

Landesregierung, Handwerkskammern und DGB haben das bis 2029 geltende Aktionsprogramm "Zukunft des Handwerks im Land Brandenburg" unterzeichnet.

Zur Unterzeichnung und Vorstellung des Aktionsprogramms trafen sich die Spitzen des Handwerks mit Ministerpräsident Dietmar Woidke, Wirtschaftsministerin Martina Klement, Bildungsminister Gordon Hoffmann, weiteren Regierungsvertretern sowie Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, im Meistersaal der Handwerkskammer Potsdam

Mit der Neuauflage des Aktionsprogramms verabreden die Partner unter anderem Maßnahmen zur Unterstützung der Betriebe bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses, bei der Umsetzung der Energiewende, zur Förderung von Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen sowie zur Stärkung der Selbstverwaltungsstrukturen im Handwerk. Sie verständigen sich darauf, bewährte Förderinstrumente fortzuführen und weiterzuentwickeln sowie weitere, bedarfsgerechte Maßnahmen zu ergreifen. Die Partner setzen dabei auf eine starke Sozialpartnerschaft, um gute Arbeit für Beschäftigte im Handwerk umzusetzen und um die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber zu steigern.

Aktionsprogramm für Zukunftssicherung

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte nach der feierlichen Unterzeichnung: "Das Handwerk, die Betriebe und ihre Beschäftigten sind ein Garant für Wohlstand und Fachkräftesicherung im Land, aber auch sozialer Anker in den Regionen Brandenburgs. Mit dem ehrenamtlichen Engagement in Prüfungsausschüssen oder in Vereinen leisten Handwerkerinnen und Handwerker einen unschätzbaren Beitrag zum Gemeinwohl in Brandenburg. Dies verdient besondere Anerkennung. Das neue Aktionsprogramm schafft die Grundlage für die Zusammenarbeit des Handwerks und der Landesregierung für die nächsten Jahre. Das Handwerk kann sich auf die Unterstützung der Landesregierung verlassen."

Wirtschaftsministerin Martina Klement ergänzte: "Mit dem neuen Aktionsprogramm setzen wir gezielt Impulse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksbetriebe zu sichern. Wir unterstützen das Handwerk mit zielgerichteten Förderprogrammen und sorgen für praxistaugliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastung der Betriebe. Handwerksmeisterinnen und -meister übernehmen unternehmerische Verantwortung, sichern Qualität und tragen entscheidend zur Ausbildung des Fachkräftenachwuchses bei. Dies werden wir als Landesregierung mit einem Bonus für erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfungen honorieren."

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Bürokratie abschaffen

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, sagte: "Das Aktionsprogramm ist ein wichtiges Bekenntnis der Landesregierung zum brandenburgischen Handwerk. Entscheidend ist jetzt, dass aus den Vereinbarungen schnell spürbare Entlastung in den Betrieben wird. Die zugesagte Unterstützung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung ist dafür ein wichtiger Baustein: Sie sichert Ausbildungsqualität, entlastet Betriebe und stärkt die Fachkräftebasis von morgen. Genauso wichtig ist ein Bürokratieabbau, der im Betriebsalltag tatsächlich ankommt. Wer Handwerk stärken will, muss endlich unnötigen Verwaltungsaufwand abschaffen, damit unsere Betriebe wieder mehr Zeit für Ausbildung, Kunden und Aufträge haben. Denn gerade im Flächenland Brandenburg zeigt sich jeden Tag, was vom Handwerk abhängt: Versorgung vor Ort, regionale Wertschöpfung, Ausbildung und Stabilität in den Regionen."

Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus , verwies auf die anstehenden Transformationsprozesse im Handwerk: "Das Ziel muss sein, Unternehmensnachfolgen frühzeitig zu sichern und Unternehmertum bereits in der Schule erlebbar zu machen. Dazu dienen die Schülerbetriebspraktika für die Jahrgangsstufen 8 und 10, oder auch die neu zu schaffende landesweite Praktikumsplattform. Die Meistergründungsprämie und der neue Meisterbonus setzen klare Anreize für den Nachwuchs, eigene Gründungsideen zu realisieren und Ausbildungsplätze zu schaffen. So stärken wir nicht nur Betriebe, sondern auch Gemeinschaft, Bildung und Zukunftsfähigkeit unseres Landes."

Handwerk und Energiewende: Herausforderungen und Chancen

Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), lenkte den Blick auf den Beitrag des Handwerks bei der Umsetzung der Energiewende: "Handwerksbetriebe haben bei der Energiewende eine doppelte Rolle: Sie sind selbst Energieverbraucher und zugleich diejenigen, die viele Maßnahmen praktisch umsetzen. In den nächsten Jahren müssen Solarmodule installiert, Windräder errichtet, Gebäude gedämmt, Heizungen ausgetauscht und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ausgebaut werden. Dafür braucht es leistungsfähige Handwerksbetriebe. Voraussetzung ist, dass Energie sicher verfügbar und bezahlbar bleibt. Die Energiekosten müssen sinken, denn Energieeffizienz und energetische Sanierung erfordern Investitionen. Betriebe und Kunden brauchen dafür stabile Rahmenbedingungen, verlässliche Planbarkeit und passende Anreize. Das muss Politik sicherstellen und mit praxistauglichen Programmen unterstützen."

Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, richtete den Fokus auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen: "Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, braucht gute Arbeitsbedingungen. Mehr Tarifbindung ist dafür der stärkste Hebel. Der DGB setzt sich deshalb für ein Tariftreuegesetz in Brandenburg ein und bringt Landespolitik, Handwerkskammern und Betriebsräte im Dialog für gute Arbeit zusammen. Ehrenamtliches Engagement trägt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die demokratische Teilhabe. Der DGB stärkt dieses Engagement."

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Text: / handwerksblatt.de

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