Mit Aufmerksamkeit, festen Abläufen und persönlicher Begleitung schaffen Handwerksbetriebe die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ausbildungsbeginn.

Mit Aufmerksamkeit, festen Abläufen und persönlicher Begleitung schaffen Handwerksbetriebe die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ausbildungsbeginn. (Foto: © auremar/123RF.com)

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Der erste Arbeitstag entscheidet mit

Anfang August ist für viele Handwerksbetriebe ein besonderer Zeitpunkt. Neue Auszubildende beginnen ihren Berufsweg.

In den Betrieben des Handwerks starten junge Menschen in einen neuen Lebensabschnitt – ob in der Backstube, im Salon, in der Werkstatt, im Betrieb oder auf der Baustelle. Für die Betriebe ist das eine Chance – und zugleich eine Verantwortung. Bis zu diesem Tag liegt bereits ein langer Weg hinter beiden Seiten. Betriebe haben Ausbildungsplätze ausgeschrieben, Praktika begleitet, Bewerbungsgespräche geführt und sich bewusst für einen jungen Menschen entschieden. Die angehenden Auszubildenden haben Bewerbungen geschrieben, Gespräche geführt und oft mit Spannung auf eine Zusage gewartet. Ist der Ausbildungsvertrag unterschrieben, scheint das wichtigste Ziel erreicht.

Mit dem ersten Arbeitstag beginnt die eigentliche Ausbildung. In vielen Handwerksbetrieben beginnt der erste Arbeitstag mit einem festen Händedruck, einer kurzen Begrüßung und der Übergabe der Arbeitskleidung oder der ersten Arbeitsmittel. Danach übernimmt der Alltag. Kunden möchten bedient werden, Aufträge müssen termingerecht erledigt werden und das Telefon steht selten still. Das Handwerk lebt davon, dass jeder mit anpackt. Gerade deshalb gerät leicht in Vergessenheit, welche Bedeutung dieser Tag für den neuen Auszubildenden hat.

Wichtige Fragen frühzeitig klären

Für den Betrieb beginnt ein neues Ausbildungsjahr. Für den jungen Menschen beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Er betritt eine Umgebung, in der alles neu ist. Neue Kolleginnen und Kollegen, neue Abläufe, neue Regeln und neue Verantwortung. Vieles, was für erfahrene Mitarbeiter selbstverständlich erscheint, muss erst kennengelernt werden. Gleichzeitig möchte jeder zeigen, dass er die richtige Entscheidung war. Fehler sollen möglichst vermieden werden.

Fragen bleiben deshalb häufig unausgesprochen. Wer ist mein Ansprechpartner? An wen kann ich mich wenden, wenn ich etwas nicht verstehe? Was wird heute von mir erwartet? Wie läuft der Arbeitsalltag ab? Wo finde ich Material oder Werkzeug?

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Je schneller diese Unsicherheiten verschwinden, desto leichter fällt der Einstieg. Das Handwerk bildet seit Generationen erfolgreich aus. Fachwissen weiterzugeben gehört zum Selbstverständnis vieler Betriebe. Darauf kann das Handwerk mit Recht stolz sein. Beim Ausbildungsstart verlassen sich viele Betriebe jedoch noch immer auf das, was sich im Alltag gerade ergibt. Mal übernimmt der Meister die Einführung, mal ein erfahrener Mitarbeiter, mal erklärt jeder ein bisschen. Das funktioniert häufig gut. Manchmal entstehen dadurch aber auch Missverständnisse, Unsicherheiten oder das Gefühl, einfach nur mitlaufen zu müssen. Dabei braucht ein gelungener Ausbildungsstart keine aufwendigen Konzepte. Oft reichen einfache, aber verbindliche Abläufe.

Aufmerksamkeit, klare Zuständigkeiten und etwas Zeit

Sven Schäfer Foto: © privatSven Schäfer Foto: © privat

Der Arbeitsplatz ist vorbereitet. Die Belegschaft weiß, dass ein neuer Auszubildender beginnt. Es gibt einen festen Ansprechpartner. Für Fragen bleibt Zeit. Nach einigen Tagen wird gemeinsam über die ersten Eindrücke gesprochen. Mehr ist es häufig gar nicht. Und doch macht genau das einen Unterschied. Ausbildungsverhältnisse scheitern nur selten an einem einzelnen Ereignis. Meist entwickelt sich Unzufriedenheit schrittweise. Missverständnisse bleiben ungeklärt. Erwartungen werden nicht ausgesprochen. Kleine Unsicherheiten wachsen mit der Zeit zu größeren Problemen heran. Ein gut vorbereiteter Ausbildungsstart kann nicht jede Schwierigkeit verhindern. Er schafft aber die Grundlage für Vertrauen, offene Gespräche und eine Zusammenarbeit, die von Anfang an auf gegenseitigem Respekt beruht.

Ob kleiner Familienbetrieb oder größerer Handwerksbetrieb – jeder kann seinen neuen Auszubildenden den Einstieg erleichtern. Nicht mit großem finanziellem Aufwand, sondern mit Aufmerksamkeit, klaren Zuständigkeiten und etwas Zeit. Am Ende geht es um weit mehr als einen gelungenen ersten Arbeitstag. Es geht darum, junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten, ihnen Sicherheit zu geben und die Freude am Handwerk zu erhalten. Wer dafür von Anfang an die richtigen Voraussetzungen schafft, investiert nicht nur in die Ausbildung eines einzelnen Menschen, sondern auch in die Zukunft des eigenen Betriebs und des Handwerks insgesamt.

Über den AutorSven Schäfer ist Gründer der Werkstatt für Zukunft. Mit mehr als 35 Jahren Berufserfahrung in Handwerk, Handel und Industrie begleitet er Handwerksbetriebe bei der Weiterentwicklung ihrer Ausbildungsstrukturen.

Sein Schwerpunkt liegt auf einem strukturierten Ausbildungsstart, einer nachhaltigen Ausbildungsorganisation und der langfristigen Bindung von Auszubildenden.

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Text: / handwerksblatt.de

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