LGH-Jahrestagung: Zukunftsthemen im Fokus
Die Berater der Handwerkskammern, der Kreishandwerkerschaften und der handwerklichen Fachverbände aus NRW kamen zur diesjährigen Jahrestagung der LGH in Paderborn zusammen.
Rund 70 Beraterinnen und Berater der Handwerkskammern, der Kreishandwerkerschaften sowie der handwerklichen Fachverbände aus Nordrhein-Westfalen kamen zur diesjährigen Jahrestagung der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) in Paderborn zusammen. Gastgeberin der Veranstaltung war die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Weiterbildung und zur Vernetzung.
Zum Auftakt begrüßten Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer der LGH, sowie Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Ich heiße Sie willkommen in einer von zahlreichen Umbrüchen und Unsicherheiten geprägten Zeit. Gerade jetzt brauchen die Handwerksbetriebe die Expertise der Beraterinnen und Berater, um ihre Resilienz zu stärken und sich trotz der angespannten Lage zukunftsfähig aufzustellen", erklärte Dr. Prager. Aktuelle Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, die überbordende Bürokratie und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz standen im Mittelpunkt der Tagung.
Ergebnisse einer Vergütungserhebung
Dr. Jens Prager (l.), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer OWL, und Dr. Florian Hartmann, Hauptgeschäftsführer der LGH Foto: © HWK OWLEin weiterer fachlicher Schwerpunkt lag auf der Vorstellung der Ergebnisse einer Vergütungserhebung für das nordrhein-westfälische Handwerk durch das Ludwig-Fröhler-Institut. Mehr als 2.500 Betriebe haben dafür 10.000 Gehaltsdaten zur Verfügung gestellt. Ein Ergebnis lautet: Weiterbildung im Handwerk rechnet sich für die Mitarbeitenden. Eine Kurzzusammenfassung der Studie ist auf der Webseite des Instituts veröffentlicht. Darüber hinaus informierte der Zentralverband des Deutschen Handwerks über aktuelle Entwicklungen in der Beratungsförderung und beleuchtete die Potenziale künstlicher Intelligenz für die betriebliche Beratung.
In einem Vortrag ging es um die Einführung von Tax-Compliance-Systemen, die kleinen und mittleren Unternehmen helfen, ihre steuerlichen Pflichten korrekt einzuhalten. Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch des Heinz Nixdorf MuseumsForums in Paderborn. Im Rahmen der Ausstellung "Mensch, Roboter! – Leben mit künstlicher Intelligenz und Robotik" erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in technologische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.
Informationen über aktuelle Projekte
Am zweiten Veranstaltungstag informierte die LGH über aktuelle Projekte wie das digitale Antrags- und Bewilligungsverfahren für die Meistergründungsprämie NRW. Ergänzend berichtete Burghard Koch vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, dass die Landesregierung mit ihrer Handwerksförderung Impulse und Anreize setzen möchte und bewährte Förderinstrumente im Dialog mit dem Handwerk weiterentwickelt. Dazu gehören die Förderung von Gründungen oder Übernahmen im Handwerk, die Unterstützung von Beratungsleistungen für Handwerksunternehmen, Maßnahmen zur Qualifizierung und Fachkräftesicherung, die Förderung von Investitionen in Ressourcen- und Energieeffizienz sowie in den Klimaschutz und nicht zuletzt die Unterstützung des Ehrenamts im Handwerk.
In einem Branchenworkshop standen die spezifischen Herausforderungen der Augenoptiker und Optometristen im Mittelpunkt. Zudem wurde das Projekt "Fachkräftebrücke Indien-NRW" vorgestellt, das sich der Gewinnung ausländischer Fachkräfte und Auszubildender widmet, also einem Thema, das angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Handwerk weiter an Relevanz gewinnt. Ziel des Projekts ist es, nachhaltige Strukturen aufzubauen, um jungen Menschen aus Indien eine qualifizierte berufliche Perspektive in Nordrhein-Westfalen zu eröffnen und die Betriebe bei der Fachkräftesicherung zu stärken.
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Text:
Ulrike Wittenbrink /
handwerksblatt.de
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