Der Profi für Profis: Mitsubishi positioniert den neuen Pick-up L200 als echtes Nutzfahrzeug. (Foto: © Mitsubishi)

Mitsubishi präsentiert seinen Pick-up neu

Der Pick-up L200 von Mitsubishi kommt in der sechsten Generation. Die Japaner haben ihren Bestseller optisch markant und technisch umfassend aufgewertet.

So stelle ich mir irgendwie die Mondlandschaft vor. Es gibt hier fast nichts. Nur Felsen, vertrocknete Disteln, Gräser und Moose, gelegentlich huschen Tiere im Sand zwischen der karstigen Landschaft entlang. Aber das Terrain ist gut gewählt, weil hier der Mitsubishi L200 seine eigentliche Bestimmung findet – als robustes Arbeitstier im schweren Gelände. Und das hier ist das spanische Naturschutzgebiet El Torcal, eine der interessantesten Karstlandschaften überhaupt. Fast 30 Kilometer geht es entlang ans Kalksteintürmen, über Felsen und kleine Gräben, enge Kurven und Passagen, die dem Allradantrieb des Pick-ups alles abverlangen.

Die sechste Generation

Der Mitsubishi L200 - Seitenansicht Foto: © Mitsubishi
Der Mitsubishi L200 - Seitenansicht Foto: © Mitsubishi

Mitsubishi schickt die sechste Generation seines Pick-ups auf die europäischen Straßen und Feldwege. Dabei kehren die Japaner noch weiter zurück zu dem robusten, markanten Aussehen mit Ecken und Kanten. Die Rundungen, die einst dem Nutzfahrzeug eine leichte Eleganz und sanfte Silhouette verpasst, haben, sind passé. Der L200 soll optisch zeigen, was in ihm steckt, entsprechend positioniert Mitsubishi ihn auch als Profi für Profis. In Deutschland wird es den Pick-up als Club Cab und Double Cab gegeben, auf die Einzelkabine verzichtet die Marke mit den drei Diamanten, weil sie kaum noch nachgefragt wurde.

Neuer 2,2l-Diesel

Unter der Haube des 5,30 Meter langen Pick-ups arbeitet jetzt ein 2,2-Liter-Diesel, der den bisherigen 2,4-Liter-Selbstzünder ersetzt. Das Aggregat ist schafft natürlich die neue Euro6d-TEMP-EAVP-Abgasnorm. Unverändert bleibt das Drehmoment von 400 Newtonmetern, das der Vierzylinder aus seinen 150 PS holt. Laut technischen Daten genehmigt sich der rund zwei Tonnen schwere Pick-up 8,8 Liter Diesel im Mix.

Zwei Allradsysteme

Der Mitsubishi L200 - hier die Front Foto: © Mitsubishi
Der Mitsubishi L200 - hier die Front Foto: © Mitsubishi

Käufer können zum L200 entweder das zuschaltbare Allradsystem Easy Select 4WD oder den permanenten Allradantrieb Super-Select 4WD-II wählen. Dabei hat Mitsubishi die Offroad-Eigenschaften zum Teil sogar verbessert. Durch eine höher gezogene Motorhaube schafft der L200 jetzt eine Wattiefe von 70 Zentimetern, ein Plus von zehn Zentimetern. Rampen- und Böschungswinkel sind trotz einer Zunahme von zwei Zentimetern in der Länge gleichgeblieben. Böschungen dürfen vorn bis zu 30 Grad, hinten bis zu 22 Grad haben, der Rampenwinkel beträgt 24 Grad. Für den Kippwinkel gibt Mitsubishi 45 Grad an.

Stabiles Fahrverhalten

Der Mitsubishi L200 - hier der Doppelkabiner Foto: © Mitsubishi
Der Mitsubishi L200 - hier der Doppelkabiner Foto: © Mitsubishi

Weil sich unbeladene Pick-ups oft wie eine Schiffschaukel anfühlen, gibt es den Testwagen mit einer Sand gefüllten Box, die eine Nutzlast von 150 Kilogramm auf die Ladefläche bringt. Das Ergebnis: Auf den Landstraßen und Autobahnen bekommt der L200 eine Stabilität, die selbst in schnellen Kurvenfahrten nicht leidet. Angenehm zeigt sich die neue 6-Gang-Automatik, die sauber und ordentlich arbeitet. Der Handschalter tut sich in den ersten beiden Gängen schwer, wenn man Steigungen beschleunigen will, zeigt sich sonst aber tadellos.

Mehr Blattfedern

Der Mitsubishi L200 - hier das Heck Foto: © Mitsubishi
Der Mitsubishi L200 - hier das Heck Foto: © Mitsubishi

Ein Grund für das bessere Fahrverhalten ist auch die veränderte Dämpfung. Mitsubishi setzt nach wie vor – der Pick-up ist schließlich ein NUTZfahrzeug – auf Blattfedern und hat der neuen Generation sechs statt wie bisher fünf davon spendiert. Damit kann das Kraftpaket eine Tonne Nutzlast schleppen und 3,1 Tonnen an den Haken nehmen. Auch im Gelände macht der L200 eine gute Figur. Das zeigt sich vor allem in dem Offroad-Parcour, der technisch anspruchsvoll durch Schrägfahrten, Bergauf- und -abfahrten sowie der Verschränkung (wenn der Wagen auf nur zwei Rädern steht) die Grenzen auslotet. Irgendwie lässt die aus dem Modellprogramm genommene Offroad-Legende Pajero grüßen – dessen Geländetauglichkeit findet sich im L200 wieder. Den Modus kann der Fahrer selbst wählen. Beim permanenten Allradantrieb kann er zwischen Schotter, Schlamm/Schnee, Sand und Gestein wählen. Die Wahl erfolgt mittels Schalter auf der Mittelkonsole.

Neue Assistenzsysteme

Der Mitsubishi L200 - das Interieur Foto: © Mitsubishi
Der Mitsubishi L200 - das Interieur Foto: © Mitsubishi

Dass der L200 auch alltagstauglich ist, belegen die zahlreichen Assistenzsysteme, die mittlerweile in dem Arbeitstier zu finden sind. Eingang gefunden haben ein Totwinkelwarner, ein Querverkehrs-Warner, wenn der Wagen rückwärts ausparkt und natürlich Notbremssysteme. Neu ist auch die Funktion, dass beim schnellen Anfahren der L200 nicht reagiert, wenn er Hindernisse registriert.

Fazit

Mitsubishi hat seinen L200 technisch fit für die nächsten Jahre gemacht und ist zum robusteren Outfit zurückgekehrt. In der Praxis bewährt er sich als Arbeitstier, das dank umfangreicher Zubehörliste vielseitig einsetzbar ist. Preislich fängt der Pick-up ab netto 26.690 Euro an.

Text: / handwerksblatt.de

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