Nutzfahrzeuge schneiden bei der Hauptuntersuchung immer besser ab, zu diesem Schluss kommt der aktuelle "TÜV Report Nutzfahrzeuge". (Foto: © sylv1rob1/123RF.com)

TÜV hat an Nutzfahrzeugen immer weniger zu bemängeln

Der Anteil der Nutzfahrzeuge ohne Mängel ist laut TÜV im Vergleich zu 2017 um fünf Prozentpunkte gestiegen. Nur schwere Lkw ab 18 Tonnen stehen schlechter da.

Sind 2015 noch 25 Prozent der in Deutschland zugelassenen Nutzfahrzeuge durch die Hauptuntersuchung gefallen, so waren es 2017 noch 22 Prozent, und 2019 fällt der Wert weiter auf 19 Prozent. Der letzte Wert stammt aus dem aktuellen "TÜV Report Nutzfahrzeuge 2019", veröffentlicht wird der Report alle zwei Jahre.

Laut aktuellem Report haben die Experten vom TÜV bei 14 Prozent der untersuchten Fahrzeuge geringe Mängel festgestellt, bei der überwiegenden Mehrheit, bei 67 Prozent, hatten sie nichts zu beanstanden. Im Vergleich zu 2017 ist der Anteil der Nutzfahrzeuge ohne Mängel damit dem TÜV zufolge um fünf Prozentpunkte gestiegen.

Fahrzeuge werden besser gepflegt und häufiger geprüft

Die guten Werte führt der TÜV auf eine bessere Pflege der Fahrzeuge infolge optimierter Leasing- und Wartungsverträge zurück sowie auf die erhöhte Prüfdichte. So müssten Lkw ab 3,5 Tonnen alle zwölf Monate zur Hauptuntersuchung, Fahrzeuge, die älter als drei Jahre sind, müssen zum Halbjahr zusätzlich bei einer Sicherheitsprüfung kontrolliert werden.

Negativ bewertet der TÜV, dass laut Report immer noch 1.300 Nutzfahrzeuge wegen erheblicher Mängel aus dem Verkehr gezogen werden mussten, räumt jedoch ein, dass diese Zahl im Verhältnis zu den insgesamt 1,85 Millionen geprüften Fahrzeugen gering ausfällt. Zu den häufigsten Mängeln zählten laut Verband Schäden an Beleuchtung oder Achsaufhängung, dahinter folgten Korrosionen sowie Probleme mit Bremstrommel oder -scheiben.

Anteil der Kleintransporter am Verkehr wächst

Der Anteil der Kleintransporter mit bis zu 3,5 Tonnen Gewicht mit erheblichen Mängeln liegt laut aktuellem Report mit einem Anteil von 20 Prozent leicht über dem Durchschnitt. Seit 2010 ist der Fahrzeugbestand in dieser Klasse vor allem aufgrund des zunehmenden Lieferverkehrs laut Kraftfahrt-Bundesamt um 41 Prozent auf 2,6 Millionen gestiegen. Je älter das Fahrzeug, desto höher die Durchfallquote: Nach zwei Jahren fallen sieben Prozent durch, nach sechs sind es 18 Prozent und nach zehn bereits 30 Prozent der Fahrzeuge.

Besser als in den Vorjahren schneiden hingegen die leichten und mittelschweren Lkw über alle Altersstufen ab, wobei die leichten Lkw von 3,5 bis 7,5 Tonnen mit 18 Prozent die niedrigste Durchfallquote der vier Gewichtsklassen aufweisen. 2017 schnitten sie noch vier Prozentpunkte schlechter ab. Bei den mittelschweren Lkw mit einem Gewicht von 7,5 bis 18 Tonnen ist die Quote der erheblichen Mängel laut Report um drei Punkte auf 19,5 Prozent gesunken.

Schwere Lkw werden am meisten beansprucht

Schlechter abgeschnitten haben dafür schwere Lkw ab 18 Tonnen. Die Durchfallquote ist hier laut TÜV im Vergleich zu 2017 um 1,6 Punkte auf 19,7 Prozent gestiegen. Der TÜV weist darauf hin, dass schwere Lkw mit einer durchschnittlichen Laufleistung von 200.000 Kilometern pro Jahr die mit Abstand am stärksten beanspruchten Nutzfahrzeuge seien und ältere Fahrzeuge "auf Verschleiß" gefahren würden.

Der TÜV wünscht sich eine Weiterentwicklung der Hauptuntersuchung. Seiner Ansicht nach sollten in Zukunft sowohl die Partikelanzahl bei Otto-Motoren – und nicht nur wie ab 2021 Vorschrift bei Dieselfahrzeugen – wie als auch weitere Luftschadstoffe wie die umweltgefährdenden Stickoxide (NOx) im Rahmen der Abgasuntersuchung real gemessen werden.

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung der Fahrzeuge wünscht sich der Verband zudem entsprechende Standards zur Prüfung der Systeme.

Text: / handwerksblatt.de

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