Der Umsatz in der Bauwirtschaft betrug im vergangenen Jahr 135 Milliarden Euro. Das sind 8,5 Milliarden Euro mehr als 2018.

Der Umsatz in der Bauwirtschaft betrug im vergangenen Jahr 135 Milliarden Euro. Das sind 8,5 Milliarden Euro mehr als 2018. (Foto: © pogonici /123RF.com)

Der Aufschwung in der Bauwirtschaft geht weiter

Politik

Der Umsatz im deutschen Baugewerbe stieg im vergangenen Jahr wieder an. Der Aufschwung hält nun mittlerweile seit neun Jahren. Ein weiterer Kapazitätsaufbau sei nur mit den passenden politischen Rahmenbedingungen machbar, so der ZDB.

Der Umsatz in der Bauwirtschaft betrug im vergangenen Jahr 135 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 8,5 Milliarden Euro im Vergleich zu 2018. Das meldet das Statistische Bundesamt. "Mit Blick auf das abgelaufene Jahr 2019 ist festzuhalten: Noch hält der Aufschwung in der Bauwirtschaft im neunten Jahr an", kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB).

Dies sei eine Folge der Zurückhaltung bei Investitionen in die Infrastruktur und den Wohnungsbau, die viele Jahre angehalten und zu einem großen Investitionsstau geführt hatte. Der werde nun von der Bauwirtschaft Schritt für Schritt abgearbeitet.

Politische Rahmenbedingungen müssen stimmen

Zitat: "Klar ist, dass dieser Kapazitätsaufbau nur fortgesetzt werden kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen dies zulassen. Dafür braucht es Investitionen, die über die aktuelle Legislaturperiode hinausgehen und nicht nur kurzfristigen Aktionismus."
Felix Pakleppa, ZDB-Hauptgeschäftsführer
"Um mit der Nachfrage nach Bauleistungen Schritt zu halten, haben die Bauunternehmen weitere Beschäftigte eingestellt", sagt Pakleppa.

Gegenüber 2018 seien die Belegschaften um rund 33.400 Mitarbeiter auf insgesamt etwa 870.000 Beschäftigte gewachsen (plus 4,0 Prozent).

Für 2020 rechnet der ZDB mit 885.000 Beschäftigten. "Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es nur noch circa 705.000 Beschäftigte."

Der Kapazitätsaufbau könne nur weitergehen, wenn die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen dies erlauben. "Dafür braucht es Investitionen, die über die aktuelle Legislaturperiode hinausgehen und nicht nur kurzfristigen Aktionismus. Daher sollte die Bundesregierung sowohl die Förderung durch das Baukindergeld verlängern als auch für eine dauerhafte Anhebung der linearen Abschreibung sorgen", fordert Pakleppa.

Schwächere Umsatzentwicklung im vierten Quartal

Der Baugewerbeverband schätzt den Umsatz für das laufende Jahr für das Bauhauptgewerbe auf mehr als 142 Milliarden Euro. Das wäre eine Steigerung um 5,5 Prozent. Pakleppa: "Die Dynamik der Preisentwicklung für Bauleistungen hat sich im Jahresverlauf 2019 von knapp plus sechs Prozent auf plus 4,5 Prozent abgeschwächt. Die Fortsetzung dieses abgeflachten Niveaus erwarten wir auch in 2020, sodass der Umsatz real noch um circa ein Prozent wachsen wird.

Die deutlich schwächere Umsatzentwicklung im vierten Quartal begründet der ZDB-Hauptgeschäftsführer mit einem Auftragsrückgang im öffentlichen Straßenbau. Der wiederum sei auf einen Planungsstau bei den einzelnen Bundesländern. "Es scheint so, als bremst der Übergang der Auftragsverwaltung zur Autobahn GmbH zum 1. Januar 2021 die Bereitschaft, hier noch groß zu planen und zu investieren."

Weitere Projekte marktreif machen

Der ZDB fordert die Länder auf, zügig weitere Projekte marktreif zu machen. Der Bund müsse die entstehenden Planungskosten übernehmen. "Allen ist bekannt, dass die gesetzliche Pauschale von fünf Prozent der Baukosten nicht auskömmlich ist. Die Übernahme der Planungskosten darf die Investitionsbudgets allerdings nicht reduzieren."

Quelle: ZDB

Text: / handwerksblatt.de

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