Mindestens 80 Prozent aller Erwachsenen sollen bis 2030 über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen.

Mindestens 80 Prozent aller Erwachsenen sollen bis 2030 über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen. (Foto: © Tyler Olson/123RF.com)

EU-Kommission legt Digitalstrategie vor

Politik

Die EU-Kommission hat ein Strategiepapier vorgelegt, in dem sie ihre Digitalziele für 2030 formuliert. Bis dann sollen drei von vier Unternehmen Cloud-Computing-Dienste, Big Data und künstliche Intelligenz nutzen.

Die Europäische Kommission hat in einem Strategiepapier ihre Ziele für den digitalen Wandel bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Bis dann sollen drei von vier Unternehmen Cloud-Computing-Dienste, Big Data und künstliche Intelligenz nutzen, alle wichtigen öffentlichen Dienste online verfügbar sein, mindestens 80 Prozent aller Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen und alle Haushalte in der EU eine Gigabit-Anbindung haben.

Verbesserungsbedarf bei der Digitalisierung

"Wir müssen jetzt Europas digitale Dekade einläuten, damit alle Bürger und Unternehmen die Vorteile der digitalen Welt bestmöglich nutzen können“, sagt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Mit dem neuen mehrjährigen Haushalt und der Aufbau- und Resilienzfazilität haben wir beispiellose Ressourcen mobilisiert, um in den digitalen Wandel zu investieren." Die Corona-Pandemie habe offengelegt, wie wichtig digitale Technologien und Kompetenzen sind und dass es in vielen Bereichen Möglichkeiten für Verbesserungen gibt. Die Kommission schlägt einen digitalen Kompass vor, um die Digitalziele der EU für 2030 konkret umzusetzen.

Die Ziele drehen sich um vier Kernpunkte:

  1. Digital befähigte Bürgerinnen und Bürger und hoch qualifizierte digitale Fachkräfte: Bis 2030 sollten mindestens 80 Prozent aller Erwachsenen über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen, und in der EU sollten 20 Millionen IKT-Fachkräfte beschäftigt sein. Gleichzeitig sollten mehr Frauen in diesem Bereich arbeiten als heute;
  2. Sichere, leistungsfähige und tragfähige digitale Infrastrukturen: Bis 2030 sollten alle Haushalte in der EU über eine Gigabit-Anbindung verfügen und alle bevölkerten Gebiete mit 5G-Netzen versorgt werden. 20 Prozent der hochmodernen und nachhaltigen Halbleiter weltweit sollten in Europa hergestellt werden. In der EU sollten 10 000 klimaneutrale hochsichere Randknoten („edge nodes“) aufgebaut werden und Europa sollte seinen ersten Quantencomputer haben;
  3. Digitaler Umbau der Unternehmen: Bis 2030 sollten drei von vier Unternehmen Cloud-Computing-Dienste, „Big Data“ und künstliche Intelligenz nutzen. Über 90 Prozent der KMU sollten zumindest eine grundlegende digitale Intensität erreicht und die Zahl der Start-up-„Einhörner“ in der EU sollte sich verdoppelt haben.
  4. Digitalisierung öffentlicher Dienste: Bis 2030 sollten alle wichtigen öffentlichen Dienste online verfügbar sein. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen Zugang zu ihren elektronischen Patientenakten haben und 80 Prozent von ihnen sollten eine eID-Lösung nutzen.

Die Kommission will die Ziele mit dem Europäischen Parlament und dem Rat in einem Maßnahmenprogramm verankern. Sie plant außerdem, einen Rahmen für Digitalgrundsätze zu schaffen, um die Rechte und Werte der EU auch im Online-Raum zu implementieren. Dieselben Rechte, die offline gelten, sollen auch online uneingeschränkt ausgeübt werden können. Dazu gehöre zum Beispiel der universelle Zugang zu hochwertiger Konnektivität, zu ausreichenden digitalen Kompetenzen, zu öffentlichen Diensten und zu fairen und diskriminierungsfreien Online-Diensten.

Quelle: EU-Kommission

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: