Die Möglichkeiten für Mobilität sollen beim Ansatz der EU für die gemeinsame Steuerung der Migration mit Partnerländern eine wichtige Rolle spielen.

Die Möglichkeiten für Mobilität sollen beim Ansatz der EU für die gemeinsame Steuerung der Migration mit Partnerländern eine wichtige Rolle spielen. (Foto: © happyalex/123RF.com)

EU-Kommission startet Fachkräfteinitiative

Politik

Die EU-Kommission will mit einer Fachkräfteinitiative Druck vom europäischen Arbeitsmarkt nehmen und den Fachkräftemangel abbauen.

In Deutschland war der Fachkräftemangel vor der Corona-Krise eins der wichtigsten Themen in der Wirtschaft. Und spätestens nach der Pandemie wird die Fachkräftesicherung in den Betrieben wieder eine größere Rolle spielen. Auch auf europäischer Ebene ist der Bedarf an gut qualifizierten Mitarbeitern oft größer als das Angebot. Deswegen hat die Europäische Kommission jetzt eine Initiative gestartet, um den Fachkräftemangel in der EU abzubauen und Partnerschaften mit Drittstaaten im Bereich Migration zu stärken. "Unser strategisches Ziel sollte darin bestehen, die irreguläre Migration durch legale Zuwanderungsmöglichkeiten zu ersetzen. Wir brauchen legale Migration, denn die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Europa nimmt ab", sagt EU-Innenkommissarin Ylva Johansson.

Fachkräftemangel in vielen Bereichen

Viele wichtige Wirtschaftssektoren seien vom Fachkräftemangel betroffen. Deswegen will die Kommission die Zusammenarbeit mit Drittstaaten verstärken, um so "die Fähigkeiten der für eine Arbeit in Europa in Betracht kommenden Menschen auf den Bedarf des Arbeitsmarkts abzustimmen", so Johansson. Bei der Steuerung von Migration soll der Bedarf des Arbeitsmarkts in der EU im Vordergrund stehen. Mit den Partnerschaften will die Kommission sowohl einen politischen als auch finanziellen Rahmen für die EU schaffen, um Partnerländern zusammenzuarbeiten und den Bedarf an Arbeitskräften und Qualifikationen besser aufeinander abzustimmen.

Maßgeschneiderte Partnerschaften

Besonders Studierenden, Hochschulabsolventen und Fachkräften soll die legale Migration ermöglicht werden. Geplant sind dabei auch Möglichkeiten eine berufliche Aus- und Weiterbildung aufzunehmen. Die Kommission will bei einer Konferenz mit Vertretern der Mitgliedstaaten, des Europäischen Parlaments und der Sozial- und Wirtschaftspartner über konkrete Gestaltungoptionen beraten und danach gemeinsam mit interessierten Mitgliedstaaten und anderen Interessenträgern eine Reihe maßgeschneiderter Fachkräftepartnerschaften mit bestimmten wichtigen Ländern und Regionen vorschlagen. In den vergangenen Jahren hat die Kommission bereits Pilotprojekte gestartet, mit denen legale Migrationswege aus Ländern wie Ägypten, Moldau, Marokko, Nigeria, Senegal und Tunesien gestärkt werden sollen.

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Text: / handwerksblatt.de