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DSGVO: So klappt´s auch mit dem Datenschutz

Die Datenschutz-Grundverordnung treibt viele Unternehmer an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Monika Weitz kennt die Sorgen der Chefs und erarbeitet mit ihnen praxisnahe Lösungen.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Das neue Datenschutzrecht
Der Unternemer braucht gar nicht für alles eine schriftliche Einwilligung! Im ganz normalen Geschäftsverhältnis muss der Kunde nur informiert werden, wie mit seinen Daten umgegangen wird. Foto: © Michael Külbel/123RF.com
Der Unternemer braucht gar nicht für alles eine schriftliche Einwilligung! Im ganz normalen Geschäftsverhältnis muss der Kunde nur informiert werden, wie mit seinen Daten umgegangen wird.

Auch kleine Unternehmen mussten viel Zeit und Nerven investieren, um die neuen Datenschutzregeln einzuhalten. Monika Weitz begleitet in vielen Betrieben die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und ist als Datenschutzbeauftragte gefragt. Sie leitet als Vorstand die Unternehmerfrauen im Handwerk Rhein-Main, ist Kauffrau im Groß- und Außenhandel und Psychologischer Personal Coach. Mit ihrer eigenen Beratungsfirma Unternehmensbaum® berät sie Firmen zu Geschäftsprozessen, Führungsstrukturen und allen Bereichen der kaufmännischen Organisation. Als Dozentin ist sie an verschiedenen Akademien wie ZDH-ZERT, für Unternehmen und Banken tätig.

Handwerksblatt: Frau Weitz, seit Mai 2018 gilt die DSGVO, aber viele Unternehmen wissen immer noch nicht, wie sie das Regelwerk in ihrem Betriebsalltag umsetzen sollen. Sie erleben als Datenschutzbeauftragte die konkreten Probleme der Betriebe. Welche Fragen werden Ihnen am häufigsten gestellt?

Weitz: Die erste Frage an mich ist immer: "Brauche ich einen Datenschutzbeauftragten?" Die DSGVO fordert einen Datenschutzbeauftragten (DSB) ab 250 Mitarbeitern, die Daten verarbeiten. Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu) ist strenger und hat diese Grenze auf zehn Mitarbeiter gesenkt. Oft höre ich von Unternehmen: "Wir sind ja so klein und verarbeiten gar nicht viele Daten, uns betrifft die DSGVO also gar nicht". Wenn ich dann nachfrage, stellt sich häufig heraus, dass sehr viele Daten verarbeitet werden. Ob ein DSB gebraucht wird, also mehr als zehn Mitarbeiter Daten verarbeiten, spielt für den durchzuführenden Datenschutz gar keine Rolle.

DSGVO am praktischen Fall – eine Checkliste

Foto: © DHB Foto: © DHB Foto: © DHB Foto: © DHB

Handwerksblatt: Der Datenschutz hängt also nicht allein am Datenschutzbeauftragten?
Weitz: So ist es. Viele Unternehmer glauben fälschlicherweise, wenn sie einen DSB haben, ist damit alles erledigt. Das stimmt aber nicht. Der DSB hat nur beratende Funktion. Die Maßnahmen muss der Unternehmer als Verantwortlicher durchführen, er kann sie nicht an den DSB weiterreichen. Das wird oft vergessen. Der Chef ist für alles verantwortlich. Arbeit kann er delegieren, die Haftung aber nicht.

Eine Frage, die mir ebenfalls häufig gestellt wird ist: Kann die im Betrieb mitarbeitende Unternehmerfrau die Datenschutzbeauftragte sein? Das ist grundsätzlich nur erlaubt, wenn sie nicht in der Geschäftsführung, sondern angestellt arbeitet und weisungsgebunden ist, wie jeder andere Arbeitnehmer. Unter Umständen kann man das nur schwer nachweisen. Dann frage ich immer: Wie ist die Statusprüfung der Rentenversicherung ausgefallen? Hat die DRV eine Bescheinigung ausgestellt, dass die Frau Angestellte ist, kann man sich den Segen des Landesdatenschutzbeauftragten einholen. Als DSB muss sie sich mit IT und der DSGVO auskennen.

Text: Anne Kieserling
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