Handwerksblatt Logo

Anzeige

Keine Diesel-Fahrverbote in Köln

In Köln wird es vorerst keine Fahrverbote geben. Die Bezirksregierung veröffentlichte am 1. Februar den neuen Luftreinhalteplan für die Domstadt. Das Handwerk begrüßt die Entscheidung.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Reizthema Diesel-Fahrverbot
Diesel haben weiter freie Fahrt in Köln. Foto: © wlad74/123RF.com
Diesel haben weiter freie Fahrt in Köln.

Der neue Luftreinhalteplan für Köln gilt ab dem 1. April 2019. Er setzt vor allem auf alternative Maßnahmen wie schadstoffärmere Busse, neue Ampeln, die Förderung des Radverkehrs und ein Transitverbot für Lastwagen. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge sind nicht vorgesehen.

Die Handwerkskammer zu Köln begrüßt die Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Dies sei eine tragfähige Grundlage für eine nachhaltige Luftreinhaltung mit Augenmaß. "Die Stadt muss jetzt Handlungsstärke zeigen", sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Ortwin Weltrich. "Die umfangreiche und sorgfältige Verhältnismäßigkeitsprüfung von zonalen und streckenbezogenen Fahrverboten und der damit verbundene Verzicht auf solche Verkehrsbeschränkungen tragen zugleich den Belangen der Wirtschaft insbesondere den Belangen des Handwerks Rechnung", betont er.

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Diesel-Fahrverbote finden Sie hier.

Seit knapp einem halben Jahr misst auch die Handwerkskammer die Stickstoffdioxidkonzentrationen an fünf Hotspots in Köln. Die von ihr ermittelten Werte liegen deutlich unter denen des Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW.

Dringend Nachrüstung verbessern

Am 8. November 2018 hatte das Kölner Verwaltungsgericht die Behörde zu Diesel-Fahrverboten verpflichtet. In zwei Schritten – ab April und ab September 2019 – sollen ältere Diesel und Benziner aus dem Stadtgebiet verbannt werden. Dagegen hat das Land allerdings Berufung eingelegt, das Urteil hat somit noch keine Rechtskraft. Nun ist das Oberverwaltungsgericht in Münster am Zug. Die Richter haben aber noch keinen Verhandlungstermin angesetzt, Juristen rechnen nicht mit einer Entscheidung in diesem Jahr. Foto: © wimwoeber.de/123RF.com

Weltrich fordert aber auch dringend ein handhabbares Nachrüstprogramm. Hier sei einerseits der Bund gefordert, beim Förderprogramm nachzubessern. Aber auch die Nachrüster, das Kraftfahrbundesamt und die Automobilhersteller müssten dazu beitragen, dass schnell leistungsfähige Nachrüstsysteme verfügbar seien.

 

 

 In welchen Städten Diesel-Fahrverboten gelten oder kommen, lesen Sie hier.

Text: Anne Kieserling
Was Sie sonst noch interessieren könnte
Foto: © Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Service & Infos > Themen-Specials 
Diesel-Fahrverbot: Wichtige Fragen und Antworten
Die Luft in deutschen Städten muss sauberer werden. Fahrverbote sollen dabei helfen, sagen Gerichte. Autobesitzer haben jetzt viele Fragen, wir geben Antworten auf die wichtigsten.
Foto: © mariok/123RF.com
Service & Infos > Themen-Specials 
Diesel-Fahrverbot: Welche Städte sind betroffen?
Verwaltungsgerichte haben Diesel-Fahrzeuge aus bislang zwölf deutschen Städten verbannt. Welche das sind und was die Urteile von den Kommunen verlangen, lesen Sie hier.
Foto: © Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Service & Infos > Themen-Specials 
Viele drohende Diesel-Fahrverbote sind vom Tisch
Deutschland hat beim Thema Stickoxid Unterstützung von der EU bekommen: Es kann sein Gesetz erlassen, das bei einer Konzentration bis 50 Mikrogramm Fahrverbote als unverhältnismäßig einstuft.
Foto: © Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Service & Infos > Themen-Specials 
Anwälte sprechen sich gegen Fahrverbote aus
Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein hält Fahrverbote für "ökonomischen und ökologischen Wahnsinn". Die Juristen fordern, dass die Hersteller sich an der Hardware-Nachrüstung beteiligen.
Foto: © Sergiy Serdyuk/123RF.com
Service & Infos > Themen-Specials 
Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub prüfen
Der ZDK fordert die Aussetzung der Grenzwerte für Stickoxid (NOx) und Feinstaub bis wissenschaftlich geklärt ist, ob sie begründet sind.
Foto: © Sergiy Serdyuk/123RF.com
Service & Infos > Themen-Specials 
Ärzte bezweifeln Abgas-Grenzwerte
Die Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub seien zu niedrig angesetzt, erklären Lungenfachärzte. Die Fahrverbote in vielen Städten wären somit überflüssig.

Leserkommentare

nach oben