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Direktversicherung: Verfassungsbeschwerde

Das Thema sorgt für viel Aufregung: Auf eine ausgezahlte Direktversicherung werden Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung fällig. Nun geht ein Betroffener nach Karlsruhe.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Direktversicherung: zweimal abkassiert!
Foto: © Robert Wilson/123RF.com

Peter Weber, Vorstandsmitglied des Vereins Direktversicherungsgeschädigte (DVG e.V.), hat Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Er wendet sich dagegen, dass er für seine per Entgeltumwandlung selbstfinanzierte Direktversicherung – eine Kapitallebensversicherung mit einmaliger Kapitalauszahlung – die er im Oktober 2011 von seiner Lebensversicherung ausgezahlt bekam, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen soll.

Peter Weber steht nicht alleine da. Viele empörte Versicherungsnehmer klagen auch auf handwerksblatt.de darüber, deutlich weniger Geld als geplant von ihrer Direktversicherung übrig zu haben. Der Grund: Aus der ausgezahlten Versicherungssumme müssen Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung gezahlt werden. Das Gesetz, das dafür verantwortlich ist, trat bereits 2004 in Kraft. Doch noch heute fallen Sparer aus allen Wolken, wenn ihre Beiträge ausgezahlt werden, denn sie werden zur Kasse gebeten, obwohl sie ihren Vertrag lange vor 2004 abgeschlossen haben.

Engagierte Betroffene haben daher einen eigenen Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DGV) gegründet. So wollen sie ihre Interessen gegenüber den politischen Parteien und Sozialgerichten besser vertreten. Mehr als 6,5 Millionen Betroffene fühlen sich von der Politik um die Früchte ihrer Altersvorsorge betrogen, sie machen ein krasses Minusgeschäft. 

Mit seiner  Verfassungsbeschwerde sieht Peter Weber gleich mehrere Grundrechte verletzt. Die Verfassungsbeschwerde können Sie im Wortlaut auf dee Website des Vereins nachlesen.

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Leserkommentare

29.11.2017 01:07:13 Uhr
Heinz Maag

Krankenbeiträge für Direktversicherung

Betrug an den Kleinen Leuten? Volle Krankenkassenbeiträge von Arbeitnehmern für eine zu 100% Arbeitnehmer finanzierten Lebensversicherung. Dies könnte man Arbeitgebern niemals zumuten. der Chef " setzt ja zu". Warum wurde die Direktversicherung eingeführt?? Jeglicher Sinn verloren, Rendite bei wenigen Prozent und darauf Krankenkassenbeitrag und Pflegeversicherung inclusive Arbeitgeberanteil. Danke Spd und Grüne.
Der Staatsverdruss geht weiter. Arbeiten bis zum Burnout überleben nur mit Medikamenten und Arbeitszeitreduzierung, als Belohnung erhält man eine Rente die unterhalb der Sozialleistungen liegt. Die Melkkühe der Etablierten werden weniger da muss man fester zupacken.
Macht euren Scheiss alleine?

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