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NRW: Integration kommt gut voran

Immer mehr Geflüchtete schaffen in NRW jetzt den Sprung in Arbeit und Ausbildung. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe bauen auf Geflüchtete, meldet die Arbeitsagentur. 

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Flüchtlinge: Willkommen im Handwerk!
Saadt Mahmood aus dem Irak hat am Projekt "Gemeinsam in die Ausbildung" teilgenommen. Hier ist er im ­Gespräch mit dem Geschäftsführer des ­Bildungszentrums der Kreishand­werker­schaft Duisburg, Dr. Frank Bruxmeier, wo das Modellprojekt durchgeführt wurde. Foto: © Andreas Buck
Saadt Mahmood aus dem Irak hat am Projekt "Gemeinsam in die Ausbildung" teilgenommen. Hier ist er im ­Gespräch mit dem Geschäftsführer des ­Bildungszentrums der Kreishand­werker­schaft Duisburg, Dr. Frank Bruxmeier, wo das Modellprojekt durchgeführt wurde.

2017 haben in NRW 25.429 geflüchtete Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Darunter waren 3.388 junge Menschen, die mit einer Ausbildung in ihr Berufsleben in Deutschland starten konnten. Die Zahl der Integrationen in den Arbeitsmarkt lag 2017 fast doppelt so hoch wie im vorhergehenden Jahr.

"Fast 25.500 geflüchtete Menschen haben 2017 in NRW den für sie sicher nicht einfachen Sprung in Arbeit und Ausbildung geschafft", sagte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. "Das waren fast doppelt so viele, wie im Jahr zuvor. Und die Tendenz ist weiter steigend." 2016, ein Jahr nach dem Höhepunkt der Zuwanderung geflüchteter Menschen, hatten bereits 13.000 Menschen den Weg in Arbeit gefunden.

Sprach- und Qualifizierungskurse absolviert

Ein Grund, warum immer mehr geflüchtete Menschen eine Arbeit finden, seien die absolvierten Sprach- und Qualifizierungskurse: "Das Wichtigste, um in Deutschland eine Arbeit zu finden, ist die Sprache. Wer diese Hürde in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich bewältigt hat, hat das Zeug dazu, sich später weiter zu qualifizieren. Das haben auch viele Arbeitgeber erkannt", so Schönefeld.

Vor allem kleine und mittelständische Betriebe würden zunehmend auf geflüchtete Menschen bauen. Ausschlaggebend dabei sei häufig der persönliche Kontakt. "Die Betriebe sind sozial gut vernetzt und orientieren sich an den guten Erfahrungen anderer Betriebe oder sie lernen die Menschen persönlich kennen und stellen sie ein."

Wachsender Bedarf an Fachkräften

In NRW gebe es unabhängig von der Wirtschaftslage einen steigenden Bedarf an Arbeits- und Fachkräften: "Die Integration von Geflüchteten kann ein Baustein sein, den wachsenden Bedarf der Arbeitgeber an Fachkräften zu decken. Schönefeld betont: "Diese Menschen werden gebraucht. Auch wenn es wirtschaftlich einmal im Land nicht mehr so gut laufen sollte. Das hat uns die letzte Krise gelehrt." 

Viele Geflüchtete beginnen eine Ausbildung

Schönefeld sagte, sie freue sich auch über die hohe Zahl an Azubis unter den Geflüchteten: "Dass so viele diesen Weg eingeschlagen haben, zeigt die hohe Motivation vieler Geflüchteter, hier ein eigenständiges Leben aufzubauen."

Auch bei der Ausbildung geben vor allem kleine und mittelständische Unternehmen den Geflüchteten eine Chance: "Für Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, sind diese jungen Menschen häufig eine gute Lösung, wenn es um die Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses geht."

2017 nahmen 3.388 Menschen mit Fluchthintergrund in NRW eine duale oder eine schulische Ausbildung auf. Im Jahr zuvor hatten 619 geflüchtete Menschen eine Ausbildung begonnen: "Sie mussten damals erst richtig in Deutschland ankommen, die Sprache zumindest in Grundlagen lernen und sich ein Bild vom Ausbildungs- und Arbeitsmarkt machen."

2017 konnten in NRW 22.041 geflüchtete Menschen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung integriert werden, weitere 3.388 Geflüchtete nahmen eine Ausbildung auf. Zusammen sind das 25.429 geflüchtete Menschen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. 28 Prozent der zuvor arbeitslos gemeldeten Menschen nahmen eine Tätigkeit als Fachkraft auf. Die meisten geflüchteten Menschen kamen im Berufsfeld Logistik und Lager unter, gefolgt von den Berufsfeldern Lebensmittelherstellung, Metallbau und -verarbeitung, Reinigung, Hotel- und Gaststättenbetrieb sowie Kunststoff- und Holzverarbeitung. Auf Platz sieben folgten die Verkaufsberufe, dann die Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe, die Baubranche und auf Platz zehn die Gesundheitsberufe.

Quelle: Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit

Text: Kirsten Freund
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